Breno schweigt und sagt doch viel aus

SID
Mittwoch, 13.06.2012 | 15:31 Uhr
Breno (l.) ist offenbar nie so recht in Deutschland angekommen
© Getty
Advertisement
League Cup
So25.02.
Bohnen-Alarm! Rocket Beans kommentieren das Finale
Six Nations
Sa24.02.
Nur was für richtig harte Kerle: Six Nations auf DAZN
J1 League
Live
Tosu -
Kobe
Ligue 1
Straßburg -
Montpellier
Championship
Hull -
Sheffield Utd
Primera División
La Coruna -
Espanyol
Primera División
Celta Vigo -
Eibar
Premier League
Leicester -
Stoke
Premier League
Liverpool -
West Ham
Championship
Preston -
Ipswich
Primera División
Real Madrid -
Alaves
Ligue 1
Toulouse -
Monaco
Serie A
Bologna -
CFC Genua
Premier League
Watford -
Everton
Primera División
Leganes -
Las Palmas
Championship
Fulham -
Wolverhampton
Ligue 1
Dijon -
Caen
Ligue 1
Guingamp -
Metz
Ligue 1
Lille -
Angers
Ligue 1
Nantes -
Amiens
Ligue 1
Rennes -
Troyes
Premier League
West Bromwich -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
FC Barcelona -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
Benevento
Primeira Liga
Pacos Ferreira -
Benfica
Premier League
Bournemouth -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Brighton -
Swansea (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Southampton (DELAYED)
J2 League
Fukuoka -
Gifu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Villarreal -
Getafe
Eredivisie
Ajax -
Den Haag
Serie A
Crotone -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Tottenham
Eredivisie
Feyenoord -
PSV
Premiership
Aberdeen -
Celtic
Super Liga
Partizan -
Zemun
Ligue 1
Bordeaux -
Nizza
Serie A
Florenz -
Chievo Verona
Serie A
Sassuolo -
Lazio
Serie A
Hellas Verona -
FC Turin
Serie A
Sampdoria -
Udinese
Premier League
Man United -
Chelsea
Primera División
Bilbao -
Malaga
1. HNL
Rijeka -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Lyon -
St. Etienne
League Cup
Arsenal -
Man City
League Cup
Arsenal -
Man City (Rocket Beans)
First Division A
Lüttich -
Brügge
Serie A
Juventus -
Atalanta
Superliga
Kopenhagen -
Odense
Primera División
Valencia -
Real Sociedad
Primera División
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Serie A
AS Rom -
AC Mailand
Ligue 1
PSG -
Marseille
Primeira Liga
Portimonense -
FC Porto
Superliga
Union SF -
Colon
Serie A
Cagliari -
Neapel
Primera División
Levante -
Real Betis
Cup
Akhisar -
Galatasaray
Cup
Akhisar -
Galatasaray (Türkischer Kommentar)
Primera División
Espanyol -
Real Madrid
Coupe de France
Les Herbiers -
Lens
Primera División
Girona -
Celta Vigo
Copa Libertadores
Montevideo -
Gremio
Super Liga
Radnicki Nis -
Partizan
Coppa Italia
Juventus -
Atalanta
Coupe de France
Chambly -
Straßburg
Primera División
Getafe -
La Coruna
Primera División
Bilbao -
Valencia
Primera División
Malaga -
FC Sevilla
Coppa Italia
Lazio -
AC Mailand
Coupe de France
PSG -
Marseille
Primera División
Atletico Madrid -
Leganes
Primera División
Eibar -
Villarreal
Indian Super League
Bengaluru -
Kerala
Cup
Besiktas -
Fenerbahce
Cup
Besiktas -
Fenerbahce (Türkischer Kommentar)
Primera División
Real Betis -
Real Sociedad
Superliga
Midtylland -
Bröndby
Premier League
Arsenal -
Man City
Primera División
Las Palmas -
FC Barcelona
Coupe de France
Caen -
Lyon
Primera División
Alaves -
Levante
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guangzhou R&F
Ligue 1
Nizza -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Bordeaux
Championship
Dundee United -
St. Mirren
Championship
Middlesbrough -
Leeds
Primeira Liga
FC Porto -
Sporting
A-League
Newcastle -
FC Sydney
J1 League
Kobe -
Shimizu
Primera División
Villarreal -
Girona
Premier League
Burnley -
Everton
Serie A
SPAL -
Bologna
Championship
Nottingham -
Birmingham
Primera División
FC Sevilla -
Bilbao
Ligue 1
Troyes -
PSG
Serie A
Lazio -
Juventus
Eredivisie
PSV -
Utrecht
Premier League
Liverpool -
Newcastle
Primera División
Leganes -
Malaga
Primera División
La Coruna -
Eibar
Championship
Wolverhampton -
Reading
First Division A
FC Brügge -
Kortrijk
Ligue 1
Amiens -
Rennes
Ligue 1
Angers -
Guingamp
Ligue 1
Metz -
Toulouse
Ligue 1
St. Etienne -
Dijon
Premier League
Tottenham -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Real Madrid -
Getafe
Serie A
Neapel -
AS Rom
Premier League
Leicester -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Stoke (Delayed)
Premier League
Watford -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Swansea -
West Ham (DELAYED)
Primera División
Levante -
Espanyol
Serie A
CFC Genua -
Cagliari
League One
Blackburn -
Wigan
Super Liga
Partizan Belgrad -
Rad
Premier League
Lok Moskau -
Spartak Moskau
Eredivisie
Vitesse -
Ajax
Premier League
Brighton -
Arsenal
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Slaven Belupo
Ligue 1
Caen -
Straßburg
Serie A
FC Turin -
Crotone
Serie A
Udinese -
Florenz
Serie A
Benevento -
Hellas Verona
Serie A
Atalanta -
Sampdoria
Serie A
Chievo Verona -
Sassuolo
Primera División
FC Barcelona -
Atletico Madrid
Ligue 1
Montpellier -
Lyon
Primera División
Real Sociedad -
Alaves
Primera División
Valencia -
Real Betis
Serie A
AC Mailand -
Inter Mailand
Ligue 1
Marseille -
Nantes
Premier League
Crystal Palace -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Las Palmas
Championship
Leeds -
Wolverhampton

Mit Brenos erstem Satz bringt der Profifußballer eines seiner zentralen Probleme auf den Punkt: "Ich versuche deutsch", sagt der 22-jährige FC-Bayern-Spieler am Mittwoch zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht München, wo er sich wegen schwerer Brandstiftung verantworten muss.

"Das machen wir jetzt auf Portugiesisch", würgt die Vorsitzende Richterin Rosi Datzmann aus Zeitgründen sofort ab. So sagt der Brasilianer mit Hilfe einer Dolmetscherin aus. Zu dem Tatvorwurf, er habe vor einem dreiviertel Jahr eine angemietete Villa im Münchner Nobelvorort Grünwald angezündet, schweigt er. Aber aus seinem Leben in Brasilien und Deutschland berichtet er ausführlich.

Breno schildert eine Kindheit in einfachen Verhältnissen, seine Leidenschaft für den Fußball und seine steile internationale Karriere. Es ist die Geschichte über ein junges, hoffnungsvolles Talent, das bald schwer an der harten Realität aus Sprachbarrieren, mangelnder Integration und Verletzungen zu knabbern hatte. Jetzt drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft und das Karriere-Aus.

Breno beschreibt vor Gericht, wie er nach seiner Kindheit in Cruzeiro mit elf Jahren nach Sao Paulo zog. Mit zwölf lebte er im Sportinternat, sah die Eltern, einen Glaser und eine Putzfrau, alle zwei Monate. "Ich bin mit 16 Jahren Profifußballer geworden", schildert der Angeklagte vor Gericht.

Entscheidung zwischen Eltern und Ehefrau

Er kam zum FC Sao Paulo, spielte für die Nationalmannschaft und verließ mit 17 die Schule. 2008 kaufte ihn der FC Bayern ein. Breno war damals 18 Jahre alt.

Er liebt seine Familie und seinen Sport, das wird vor Gericht sehr greifbar, und beide bereiteten ihm Kummer. Es beginnt schon wenige Monate nach seiner Ankunft in München, als ihn der Verein vor die Wahl stellt, entweder für seine Eltern oder für seine Frau ein Visum zu beantragen.

"Bayern sagte zu mir: 'Du hast dich zu entscheiden zwischen deinen Eltern und deiner Ehefrau'." Vater und Mutter sind inzwischen wieder in Brasilien. "Das war schon schwierig für mich, weil ich ja doch sehr an meinen Eltern hänge."

Kaum Bindung im Team

Mit seiner Ehefrau und den drei Kindern lebte er fortan recht zurückgezogen. "Ich war die meiste Zeit zu Hause", sagt Breno. "Für mich ist es das Wichtigste, mit meiner Familie zusammen zu sein und mit meinen Kindern zu spielen." Wegen seiner sprachlichen Probleme hat der Brasilianer in München relativ wenig Anschluss.

"Ich habe immer Kontakte gesucht zu den Spielern", sagt er, "und auch zu den Psychologen. Aber mein Deutsch ist nicht so gut." Auch die Verständigung mit den Trainern lief über andere brasilianische Spieler.

Kaum Spiele, viele Verletzungen

Zu den sozialen Problemen kamen sportliche. Er schätzt die Zahl seiner Einsätze für den FC Bayern auf höchstens 30. "Ich war ein bisschen traurig", gibt er zu. "Ich wollte immer so gerne spielen." Als er 2010 nach Nürnberg ausgeliehen wird, beginnt "ein anderes Leben, ein lustigeres Leben.

Ich habe dort alle Spiele gespielt". Dann der nächste Tiefschlag: Im März verletzte er sich am Kreuzband. Eine zweijährige Odyssee mit insgesamt drei Operationen begann.

Am Tag vor dem Brand soll er sich aus Frust über einen drohenden Eingriff betrunken haben und dann mit seiner Frau in Streit geraten sein. Sie verließ laut Staatsanwaltschaft mit den Kindern das Haus, weil sie Angst bekam. Der betrunkene Brasilianer soll dann an mehreren Stellen des Hauses das Feuer gelegt haben. Den Einsatzkräften übergab er drei Feuerzeuge.

Keine Auskunft über Zukunftspläne

Vor Gericht wirkt Breno gefasst, schaut Prozessbeteiligten und Journalisten ins Gesicht. Er bahnt sich lange vor Prozessbeginn seinen Weg durch die Kameras in den Saal. Lediglich die tief in die Taschen seines Maßanzugs vergrabenen Hände lassen seine Anspannung erahnen. Um den Hals baumelt eine Kette, daran hängen ein goldenes Herz und der Buchstabe "R". Seine Frau heißt Renata.

Im Publikum sitzt Ex-Bayern-Star Giovane Elber, der damals mithalf, Breno für zwölf Millionen Euro Ablöse nach München zu holen. Er wirft dem FC Bayern am Rande des Prozesses vor, vor allem junge Spieler aus dem Ausland nicht genügend bei der Integration zu unterstützen.

Auch die Karriere steht auf dem Spiel

Für Breno geht es bei dem Prozess nicht nur um einen möglicherweise jahrelangen Gefängnisaufenthalt, sondern auch um seine Karriere. Über Zukunftspläne gibt er wenig Auskunft. Sein Vertrag beim FC Bayern endet am Monatsende, ebenso sein Mietvertrag. Für den Fall eines Freispruchs soll ein Angebot von Lazio Rom vorliegen.

Vor Gericht spricht er darüber nicht. Er sei gesund und wolle nach dem Prozess nach "ein paar Möglichkeiten" Ausschau halten, sagt er. Der Brasilianer gibt sich hoffnungsvoll. "Ich denke, dass das Gericht in meinem Sinne handeln wird", sagt er. Er denke, das Gericht werde "das Beste für mich finden".

Nachbarn: Brenos Haus stand innerhalb weniger Minuten in Flammen

Nachbarn haben den Brasilianer vor Gericht indes belastet. Eine Augenzeugin sagte aus, das Feuer habe sich innerhalb weniger Minuten ausgebreitet. "Deswegen war ich auch sehr aufgeregt."

Sie habe befürchtet, dass sich Menschen in dem brennenden Haus befinden. Noch bevor die Flammen zu sehen gewesen seien, habe sie Glas splittern hören, sagte die Frau. Während des Feuers habe sie sich gefürchtet, "weil glühende Späne durch die Luft flogen".

"Ich trinke nicht mehr"

Breno war zum Tatzeitpunkt betrunken. Vor Gericht wollte er zu seinem Alkoholkonsum generell nur sagen: "Ich trinke nicht mehr." Als Motiv für die Tat gilt Frust über die langwierige Knieverletzung. Die Ehefrau des Brasilianers und die drei Kinder waren zur Tatzeit nicht im Haus.

Der Fußballprofi konnte aber nach den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft nicht wissen, ob die Familie zwischenzeitlich zurückgekehrt war. Es entstand Sachschaden von mehr als einer Million Euro. Breno drohen bis zu 15 Jahre Haft. Bis 17. Juli sind für den Prozess vorerst zehn Termine anberaumt.

Breno im Steckbrief

Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung
Werbung