Marcel Koller im Interview

"David Alaba ist nicht normal"

Von Interview: Haruka Gruber
Montag, 25.06.2012 | 17:03 Uhr
Umworbener Superstar des österreichischen Fußballs: Bayerns David Alaba
© Imago
Advertisement
Bundesliga
Fr23:00
Bayern-Wolfsburg: Die Highlights vom Freitag
Scottish Premiership
Sa13:00
Rangers-Celtic: Das Old Firm in Glasgow steht an!
CSL
Beijing Guoan -
Shanghai SIPG
Ligue 1
Nizza -
Angers
Ligue 1
Lille -
Monaco
Primeira Liga
Porto -
Portimonense
J1 League
Kashima -
Gamba Osaka
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Atletico Madrid -
Sevilla
Premiership
Rangers -
Celtic
Premier League
West Ham -
Tottenham
CSL
Tianjin Teda -
Tianjin Quanjian
Serie A
AS Rom -
Udinese
Premier League
Man City -
Crystal Palace
Championship
Derby County -
Birmingham
Primera División
Alaves -
Real Madrid
Ligue 1
Montpellier -
PSG
Serie A
SPAL -
Neapel
Premier League
Leicester -
Liverpool
Primera División
Malaga -
Bilbao
Championship
Aston Villa -
Nottingham
Ligue 1
Bordeaux -
Guingamp
Ligue 1
Caen -
Amiens
Ligue 1
Lyon -
Dijon
Ligue 1
Metz -
Troyes
Premier League
Stoke -
Chelsea (Delayed)
Primera División
Girona -
Barcelona
Serie A
Juventus -
FC Turin
Primeira Liga
Benfica -
Ferreira
Premier League
Everton -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Swansea -
Watford (Delayed)
Premier League
Burnley -
Huddersfield (Delayed)
Premier League
Southampton -
Man United (Delayed)
Serie A
Flamengo -
Avaí
Primera División
Espanyol -
La Coruna
Eredivisie
Utrecht -
PSV
Serie A
Sampdoria -
AC Mailand
Premiership
Motherwell -
Aberdeen
Championship
Sheffield Wed -
Sheffield Utd
Eredivisie
Ajax -
Vitesse
Ligue 1
Saint-Etienne -
Rennes
Serie A
Cagliari -
Chievo Verona
Serie A
Crotone -
Benevento
Serie A
Hellas Verona -
Lazio
Serie A
Inter Mailand -
Genua
Premier League
Rostow -
Lok Moskau
Primera División
Getafe -
Villarreal
Ligue 1
Straßburg -
Nantes
Premier League
Brighton -
Newcastle
First Division A
Charleroi -
Club Brugge
Serie A
Sassuolo -
Bologna
Primera División
Las Palmas -
Leganes
Primera División
Eibar -
Celta Vigo
1. HNL
Hajduk Split -
Lokomotiva Zagreb
Super Liga
Rad -
Partizan
Primera División
Real Sociedad -
Valencia
Serie A
Florenz -
Atalanta
Ligue 1
Marseille -
Toulouse
Ligue 2
Clermont -
Lens
Premier League
Arsenal -
West Brom
Primera División
Real Betis -
Levante
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Primera División
Sevilla -
Malaga
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton (Delayed)
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Serie A
Neapel -
Cagliari
Premier League
Arsenal -
Brighton
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Primera División
Barcelona -
Las Palmas
Ligue 1
Angers -
Lyon
Primera División
Real Madrid -
Espanyol
Ligue 1
Nizza -
Marseille
WC Qualification South America
Bolivien -
Brasilien
WC Qualification South America
Venezuela -
Uruguay
WC Qualification South America
Kolumbien -
Paraguay
WC Qualification South America
Chile -
Ecuador
WC Qualification South America
Argentinien -
Peru

In Rekordzeit wurde David Alaba, am Sonntag erst 20 Jahre alt geworden, zu einem der besten Linksverteidiger der Welt. Wie ist das möglich? Sein österreichischer Teamchef Marcel Koller (früher in Bochum und Köln) über eine einzigartige Fähigkeit und einen möglichen Weggang vom FC Bayern.

SPOX: Herr Koller, nachdem Sie zuvor nur Vereine trainiert haben, sind Sie seit acht Monaten als Teamchef für die österreichische Nationalmannschaft verantwortlich. Wie unterscheidet sich das Arbeitsprofil?

Marcel Koller: Ich hatte mir früher als Klubtrainer nicht vorstellen können, was es für einen Aufwand bedeutet, eine Nationalmannschaft zu übernehmen. Zum einen bekommt man nur sehr selten die Möglichkeit, mit den Spielern direkt zu arbeiten, im letzten halben Jahr waren es ganze zwei Termine. Zum anderen ist der Terminplan trotzdem bis oben voll, weil die Anforderungen sehr umfassend sind. Klassische Büroarbeit am Schreibtisch, Videoanalysen, Reisen quer durch Österreich oder ins Ausland, um die Spieler zu beobachten. Der Aufwand ist enorm.

SPOX: Zu Ihrer Zeit in Köln förderten Sie den damals namenlosen Lukas Podolski und verhalfen ihm mit 18 Jahren zum Bundesliga-Debüt. Fühlen Sie sich an ihn erinnert, wenn Sie in der Nationalmannschaft mit David Alaba, am Sonntag erst 20 Jahre alt geworden, zusammen sind?

Koller: Es gibt einen großen Unterschied für mich: Während Lukas damals aus dem Nichts kam, gehört David mit seinen fast 20 Länderspielen schon zu den gestandenen Profis. Aber klar, die Parallelen sind offensichtlich, nicht nur wegen des Alters und des Talents. Was mich beeindruckt: Wie damals Lukas geht David sehr gelassen mit dem Druck um, obwohl das ganze Drumherum riesige Ausmaße nimmt. Ich kann mich noch gut erinnern, wie Lukas seine ersten Spiele bestritten und Köln in Aufregung versetzt hat. Das wäre eine Riesenbelastung für jeden - allerdings ließ sich Lukas nicht beeindrucken und blieb, wie er ist. Genauso hervorragend geht David mit dem Hype um.

SPOX: Dennoch: Sehen Sie es mit Argwohn, dass Manchester United und der FC Barcelona um ihn werben?

Koller: Überhaupt nicht, es ist schön für David, dass er im Gespräch ist. Das zeigt nur, wie stark seine Leistungen waren. Die Topteams wissen eben, welche Spieler eine Verstärkung wären.

SPOX: Könnte ein Wechsel seiner Entwicklung den nächsten Schub verleihen?

Koller: Warum sollte er wechseln? Es sind alles tolle Namen - doch der FC Bayern ist ein Verein auf dem gleichen Toplevel. Ich bin überzeugt davon, dass sich David durchsetzen würde, egal ob bei Manchester United, Barca oder Real Madrid. Ich sehe da absolut keine Probleme. Ich sehe aber genauso wenig eine Veranlassung, die Bayern zu verlassen.

SPOX: Alaba eroberte sich bei den Bayern einen Stammplatz links hinten, obwohl er für das zentrale Mittelfeld ausgebildet wurde. Können Sie als Fußballlehrer theoretisch erklären, warum viele Profis vor ihm mehr Probleme mit der Umstellung zum Außenverteidiger hatten?

Koller: Es werden in einigen Facetten komplett andere Verhaltensweisen erwartet: Im zentralen Mittelfeld ist man mehr im Geschehen involviert, weiß Mitspieler in der Nähe um sich und deckt den Raum statt einen direkten Gegenspieler. Als Außenverteidiger erwarten einen viel mehr Eins-gegen-eins-Duelle, und wenn diese verloren werden, brennt es sofort. Gleichzeit muss sich der moderne Außenverteidiger bei Ballbesitz zutrauen, Druck nach vorne auszuüben, wenn der Raum vorhanden ist. So wie David im Champions-League-Halbfinale bei Real Madrid, als er mit dem Solo fast den Ausgleich eingeleitet hätte.

SPOX: Warum gelingt Alaba die Umstellung besser als vielen anderen?

Koller: David ist seiner Fähigkeit, so verschiedene Positionen auf konstant hohem Niveau zu bekleiden, nicht normal. Es zeigt, welch hervorragende taktische Ausbildung er genossen hat. Seine Anpassungsfähigkeit und Spielintelligenz ist erstaunlich.

SPOX: Sie waren bei der EM vor Ort. Sehen Sie derzeit einen besseren Linksverteidiger als ihn?

Koller: Ich möchte keine Namen nennen, weil das immer respektlos denen gegenüber ist, die nicht aufgeführt werden. Was ich sagen kann: David gehört zu den Wenigen, die diese Position auf dem allerhöchsten Level spielen. Und ich glaube, dass er sich noch weiter verbessern kann, wenn er routinierter wird. Die Chancen stehen gut. Es sieht ja so aus, als ob die Bayern ihn weiter links hinten sehen, weil das Mittelfeld-Zentrum so gut besetzt ist.

SPOX: Sie stellen Alaba ausschließlich als Sechser/Achter auf. Kann es nicht zu einem Problem werden, wenn Ihr vielleicht wichtigster Spieler im Klub und im Nationalteam zwischen zwei Positionen hin und her geschoben wird?

Koller: Insgesamt betrachtet wäre es vielleicht besser, wenn er auch bei den Bayern zentral spielen würde, immerhin ist es seine Lieblingsposition. Andererseits ist es für einen Fußballer in seinem Alter viel wichtiger als die exakte Position, dass er überhaupt bei einem Spitzenklub regelmäßig eingesetzt wird. Das ist nicht selbstverständlich. So kann er sich auch als Persönlichkeit entwickeln - und davon wird er in Zukunft profitieren, sollte er bei den Bayern irgendwann ins Zentrum zurückkehren.

SPOX: In Interviews wirkt er schüchtern. Bringt er die Mentalität eines Sechsers mit?

Koller: Man sollte David nicht unterschätzen. Wenn ihm was nicht passt, kann er richtig grantig werden und den Mitspielern ordentlich die Meinung geigen. Er hat die Durchsetzungsfähigkeit, die man braucht, um eine Mannschaft anzuführen. Gleichzeitig ist er neugierig und hört einem zu, um weiterzukommen. Es macht einfach Spaß, ihn beim Wachsen zu beobachten.

SPOX: Was dachten Sie, als sich Alaba beim Elfmeterschießen in Madrid den Ball schnappte und als Erster den Strafstoß verwandelte?

Koller: Dass dieser Strafstoß mehr über ihn aussagt als alle Interviews.

SPOX: Für den Außenstehenden klingt es überraschend: Alaba ist sehr gut mit Nationalmannschaftskollege Marko Arnautovic befreundet. Sind sich Musterschüler Alaba und Skandalprofi Arnautovic gar nicht so unterschiedlich?

Koller: Doch, es gibt schon einen Unterschied. Für David ist alles außerhalb des Platzes nur Beigemüse, für Marko ist es häufig wichtiger, wie er sich nach außen präsentiert. Allerdings sehe ich ihn auch auf einem guten Weg. Obwohl es zuletzt wieder Schlagzeilen gab, glaube ich, dass Marko geläutert ist und das mitnimmt, was David auszeichnet: Dass am Ende nur die Leistung auf dem Platz entscheidet.

SPOX: Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich der FC Bayern zu einer österreichischen Dependance entwickelt. Im Finale der deutschen U-19-Meisterschaften gegen Schalke, das 1:2 verloren wurde, standen gleich vier österreichische Talente in der Startelf der Bayern. Wann kommt der nächste Alaba?

Koller: Sie stehen alle auf meinem Notizzettel und werden natürlich genau beobachtet. Das Alter spielt für mich keine Rolle, deswegen nahm ich zum letzten Lehrgang den 18-jährigen Marcel Sabitzer mit. Mir gefällt es, dass österreichische Talente den Weg ins Ausland suchen und nicht bequem zuhause bleiben. Es sagt einiges über den Mentalitätswechsel im österreichischen Fußball aus. Und David ist für die neue Generation das perfekte Vorbild.

David Alaba im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung