Fussball

Kobiaschwili vor unrühmlichem Karriereende

SID
Lewan Kobiashwili (hinten) droht eine einjährige Sperre
© Getty

Sollte Kobiaschwili wirklich - wie vom Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gefordert - für ein Jahr gesperrt werden, könnte dies das unfreiwillige und unrühmliche Ende seiner Karriere bedeuten. Und die Hertha müsste umplanen.

So weit ist es noch nicht. Kobiaschwili hofft auf Milde, ja Gerechtigkeit. Er streitet den Vorwurf ab, Schiedsrichter Wolfgang Stark nach dem chaotischen Relegations-Rückspiel um den Klassenerhalt bei Fortuna Düsseldorf in den Katakomben des Stadions einen Faustschlag in den Nacken versetzt zu haben. "Lewan Kobiaschwili schwört Stein und Bein, dass er nicht geschlagen hat", sagte Hertha-Präsident Werner Gegenbauer am Dienstag auf der Mitgliederversammlung in Berlin.

Kobiaschwili plädiert folglich auf einen Freispruch. Doch die Chancen darauf stehen schlecht. Es ist eher zu erwarten, dass der DFB mit aller Härte durchgreifen wird. Eine derart lange Sperre wie die geforderte Strafe von einem Jahr gab es für einen Fußball-Profi in Deutschland noch nie. Die Sperre käme wohl zugleich einer Verabschiedung von Kobiaschwili in den Vorruhestand gleich.

Mit Ze Roberto Spitzenreiter

Es trifft nicht irgendeinen Spieler. Am 34. Spieltag gegen 1899 Hoffenheim hatte Kobiaschwili seinen 336. Bundesliga-Einsatz absolviert und war als Rekord-Ausländer mit dem Brasilianer Ze Roberto gleichgezogen. Zwischen 1998 und 2003 war Kobiaschwili für den SC Freiburg aktiv gewesen, von 2003 bis 2009 für Schalke 04, ab 2010 für die Hertha. Die Chance, zum alleinigen Rekordhalter aufzusteigen, hatte Kobiaschwili in der Schlussphase der abgelaufenen Saison schon durch eine Rote Karte und eine Sperre von zwei Spielen vertan. Nun könnte das Spiel gegen Hoffenheim sein letztes in der ersten Liga gewesen sein.

Die Hertha hat bereits erklärt, dass sie die geforderte Sperre gegen Kobiaschwili "nicht akzeptieren" werde. Gleiches gilt für Torhüter Thomas Kraft (fünf Spiele), Verteidiger Andre Mijatovic (vier) und Christian Lell (sechs). Lell will sich mit einem persönlichen Rechtsbeistand gegen den Antrag zur Wehr setzen. Die drei anderen Profis sollen vor dem DFB-Einzelrichter von Anwalt Christoph Schickhardt vertreten werden.

Die Frage ist, was mit Kobiaschwili passiert, sollte die Sperre von einem Jahr rechtskräftig werden. Würde er seine Karriere beenden? Oder gar noch einmal ins Ausland wechseln? Kobiashvili dürfte außer in den Profiligen Deutschlands überall eingesetzt werden, in der deutsche Regionalliga wäre er ebenfalls spielberechtigt.

Somit auch als einer der älteren Spieler in der U23-Mannschaft der Berliner. Klar aber dürfte sein, dass sich die Hertha wohl kaum einen Profi mit Zweitligagehalt leisten kann, der nicht spielen darf. Zumal bei einem Schuldenstand von 35 Millionen Euro.

Lewan Kobiashwili im Steckbrief

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