Grabenkämpfe bei Hertha

Neue Vorwürfe gegen Preetz

Von Marco Nehmer
Mittwoch, 23.05.2012 | 11:09 Uhr
Michael Preetz ist seit bereits seit 2003 in der sportlichen Leitung der Hertha tätig
© Getty
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Die alte Dame kommt nicht zur Ruhe: Manager Preetz steht mal wieder in der Kritik, die Präsidiumswahl wirft ihre Schatten voraus und über Allem schwebt der Gerichtsstreit um das Skandalspiel von Düsseldorf.
 

Baustellen und Grabenkämpfe soweit das Auge reicht: Die Querelen bei Hertha BSC reißen nicht ab. Einmal mehr steht nun Manager Michael Preetz in der Kritik. Streitthema ist die Jugendarbeit bei den Berlinern: Der zunehmende Aderlass der Jugendabteilung bereitet den Verantwortlichen Sorgen und ruft Lutz Kirchhof auf den Plan.

Talentpool trocknet aus

Der Vorsitzende der Fußball-Amateurabteilung der Herthaner kritisiert: "Der Umgang mit den Talenten ist schludrig. Man hat lange Zeit nicht mehr mit den Spielern gesprochen. Nach dem Motto: Reisende soll man nicht aufhalten".

Kirchhof moniert laut dem "Tagesspiegel", viele abgewanderte Talente wären vermutlich geblieben, hätte man mit ihnen gesprochen. Im Zentrum seiner Kritik steht Manager Preetz, der den Aussagen zufolge dem Nachwuchssektor kaum Aufmerksamkeit schenkt und Abteilungssitzungen in schöner Regelmäßigkeit fernbleibt.

Gegenbauer steht zu Preetz

Dass die Hertha-Jugend zum "Selbstbedienungsladen" (Kirchhof) verkommt, bestätigen die Zahlen: Über 30 Verträge der U 23 und U 19 laufen aus. Viele hoffnungsvolle Jugendspieler haben sich bereits zur kommenden Saison anderen Bundesligisten angeschlossen. Aktuell bestätigte Werder Bremen den Wechsel des österreichischen U-19-Nationaltorhüters Richard Strebinger.

Derweil stellt sich Hertha-Präsident Werner Gegenbauer vor seinen Manager und weist die Kritik aus den eigenen Reihen zurück. Am 29. Mai steht die Wahl des Präsidiums an, dort wird wohl auch über die Zukunft des umstrittenen Preetz entschieden: Sieben von 14 Präsidiums-Kandidaten haben nach "Bild"-Informationen eine skeptische Haltung zur Arbeit des 44-Jährigen.

Hertha will Urteil akzeptieren

Der Wahlkampf ist mittlerweile voll entbrannt. Preetz-Kritiker und -Verteidiger geben sich in den Medien die Klinke in die Hand. Die undurchsichtige Schlammschlacht im Verein ist ein Spiegelbild der abgelaufenen Saison, die in der juristischen Auseinandersetzung um eine Neuansetzung des Relegations-Skandalspiels in Düsseldorf gipfelte.

Dort gibt es nun neue Entwicklungen: Berichten zufolge will Hertha BSC wohl nun doch nicht das Schiedsgericht anrufen. Hertha-Anwalt Schickhardt sagte gegenüber der "Bild": "Wir haben uns mit Hertha darauf geeinigt, die Entscheidung des DFB-Bundesgerichts zu akzeptieren. Sollte nichts Außergewöhnliches passieren, werden wir nicht vors Schiedsgericht ziehen."

Michael Preetz im Steckbrief

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