Lauterns Klubchef lässt Zukunft des Trainers offen

Kuntz will den Wiederaufstieg - mit Balakow?

SID
Donnerstag, 10.05.2012 | 13:39 Uhr
Krassimir Balakows erste Wochen als FCK-Trainer verliefen sehr unglücklich
© Getty
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Mit einer emotionalen Rede hat Stefan Kuntz die Mitglieder des Bundesliga-Absteigers 1. FC Kaiserslautern am gestrigen Mittwoch auf das Ziel Wiederaufstieg eingeschworen - trotz Umbruchs im Kader und Budgetkürzung. Ob Krassimir Balakow dann noch Trainer der "Roten Teufel" sein wird, ließ der Vorstandsvorsitzende offen.

Nach Abschluss der schlechtesten Bundesliga-Saison des einstigen Gründungsmitglieds und dem Abstieg als Tabellenletzter gestand Kuntz Fehler ein, nahm Stellung zu den einzelnen Transfers und übernahm die Verantwortung. Er bemühte sich zudem um Verständnis bei den Mitgliedern:

"Wir können den Spielern nur vor, nicht in den Kopf schauen." Zukünftig werde man bei Neuverpflichtungen den Aspekt der Integrationsbereitschaft Priorität einräumen.

Fast fünf Stunden dauerte die außerordentliche Mitgliederversammlung im Fritz-Walter-Stadion, auf der unter regem Andrang und unter den Augen von Ministerpräsident Kurt Beck als erster Redner Dieter Rombach das Vertrauen des Aufsichtsrats in Kuntz erneuerte. "Wir sehen keine Alternative zu Kuntz", sagte der Vorsitzende des höchsten Vereinsgremiums.

Keine Jobgarantie für Balakow

Eine derartige Jobgarantie erhielt der abwesende Balakow nicht, weder auf der Versammlung noch am folgenden Tag. "Wir beginnen jetzt mit den Gesprächen über die neue Saison, aber auch über die sieben Niederlagen in den letzten acht Spielen", sagte Kuntz. Erst im Anschluss an diese Gespräche werde man über einen Verbleib des Bulgaren in der Pfalz entscheiden.

Dass dem FCK erneut ein personeller Umbruch bevorsteht, hatte sich bereits vor der Veranstaltung angedeutet. Sechs Abgänge stehen fest, mit Mimoun Azaouagh und Albert Bunjaku ebenso zwei Neuverpflichtungen.

Trotz der "wirtschaftlich soliden Situation" der Pfälzer (Rombach) muss Kuntz das Unternehmen Wiederaufstieg mit verkleinertem Budget angehen. Zehn Millionen Euro stehen zur Verfügung, knappe vier weniger als in der vergangenen Saison.

Den Gerüchten um Vetternwirtschaft erteilte der dieses Jahr 50 Jahre alt werdende Kuntz eine scharfe Absage. Seine Schwägerin, die beim FCK den Fanshop leitet, sei aufgrund ihrer Qualifikation angestellt worden. Kuntz verwies in diesem Zusammenhang auf den gestiegenen Umsatz:

Vetternwirtschaft dementiert

"Die Zahlen sprechen für sich." Gleiches gelte für Vorstandsmitglied Fritz Grünewalt, den Kuntz "in der Fußballsprache einen Top-Transfer" nannte, und die Teammanager Marco Haber und Roger Lutz.

Ausführlich legte Kuntz die Aufgabengebiete seiner beiden ehemaligen Mannschaftskollegen den anwesenden Mitgliedern dar. In einer Erklärung, die der Europameister von 1996 vorlas, erklärte er zudem, "dass weder ich noch irgendeiner meiner Familienangehörigen an Spielertransfers verdient haben." Jedem, der dies behaupte, drohte Kuntz gar mit strafrechtlichen Konsequenzen.

Am Ende seiner ausführlichen Rede betonte der Klubchef seine tiefe Verbundenheit mit dem Verein und der Region: "Das ist meine Heimat, in der ich auch in zehn Jahren noch auf der Straße freundlich gegrüßt werden will." Der ehemalige Spieler des Jahres und Meister mit dem FCK (1991) erntete lang anhaltenden Applaus und Standing Ovations der anwesenden Mitglieder.

Krassimir Balakow im Steckbrief

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