Donnerstag, 03.05.2012

Der Hoffenheim-Kader im Check

Markus Babbels Traum von der Königsklasse

1899 Hoffenheim vollzieht den nächsten Kurswechsel: Statt zu kleckern, werden mit Tim Wiese und Eren Derdiyok zwei Top-Spieler verpflichtet. Alte Leistungsträger stehen zur Disposition, neue Talente hingegen im Fokus von Trainer/Manager Markus Babbel. Aber ist der Kader stark genug für die hochtrabenden Ziele?

Hoffenheims Trainer Markus Babbel: Sieht so sein Team für die Saison 2012/13 aus?
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Hoffenheims Trainer Markus Babbel: Sieht so sein Team für die Saison 2012/13 aus?

Tor

Das aktuelle Personal: Tom Starke, Daniel Haas, Koen Casteels

Die Situation: Er weiß um die Unterstützung der Fans und wähnt sich selbst auf einem Niveau, der ihn für die deutsche Nationalmannschaft befähigt. Dennoch behielt der bisherige Stammtorwart Starke, sonst eher wortstark denn zurückhaltend, während der mehrtägigen Wiese-Inszenierung die Contenance und fügte sich dem Hoffenheimer Ansinnen, sich trotz des bis 2013 laufenden Vertrags zu verabschieden.

Trainer Babbel hatte von Beginn an Zweifel, ob Starke seinen Ansprüchen genügt. Zweifel, die in der Rückrunde weiter genährt wurden, obwohl Starke von wenigen Ausnahmen abgesehen (wie zuletzt beim 2:3 gegen Nürnberg) nicht eklatant oft patzte. Nur: Starke zeigte selten Glanzvolles und verharrte häufig im Mittelmaß.

Ebenfalls fehlt Babbel der Glaube in den gleichermaßen zuverlässigen Haas, so dass neben der Nummer eins auch die Nummer zwei Hoffenheim verlässt. Starke könnte zum FC Bayern als Manuel Neuers Vertreter oder zu Bundesliga-Aufsteiger Frankfurt, dessen Manager Hübner mit Starke in Duisburg arbeitete. Haas will sich als Stammtorwart bei einem Zweitligisten versuchen.

Der Ausblick: Wieses Wechsel nach Hoffenheim überraschte - und doch ist sie ob der Ambitionen folgerichtig. "Wir wollen international spielen. Mein Ziel ist es, irgendwann die Champions League zu erreichen", sagt Babbel, als Trainer/Manager neben Gönner Hopp die maßgebliche Kraft. Entsprechend suchte er nach einem Upgrade und fand ihn in Deutschlands Nummer zwei. Zwar gehört Wiese wie Starke zu den Vertretern des klassischen Torwartspiels, dennoch bewegt er sich auf einem anderen Level als sein Vorgänger.

Mehr noch: Wiese dient als Signature Move für Babbel, der die Strahlkraft des Klubs illustrieren und womöglich weitere Stars überzeugen will. Unter dem Aspekt wird es auch verständlich, warum recht offen das Interesse von Real Madrid und den Mailänder Klubs thematisiert wurde.

Hinter Wiese übernimmt die aktuelle Nummer drei Casteels die Rolle des ersten Ersatzmanns. Babbel sieht in dem 19-jährigen Belgier, diese Saison Stammkraft der Regionalliga-Mannschaft, einen Torwart mit den gleichen Fähigkeiten eines ter Stegen oder Leno. Als dritter Torwart soll Grahl fungieren, der nach einer unglücklichen Ausleihe zu Paderborn inklusive einer halbjährigen Verletzungspause zurückkehrt.

Die angeblichen Neuzugang-Kandidaten: -

Die Top 10: Wer hielt sein Tor am längsten sauber?
Wer blieb in der Bundesliga am längsten ohne Gegentreffer? Auf Platz 10: Norbert Nigbur vom FC Schalke 04. In der Saison 1971/72 blieb er 554 Minuten ohne Gegentor
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Wer blieb in der Bundesliga am längsten ohne Gegentreffer? Auf Platz 10: Norbert Nigbur vom FC Schalke 04. In der Saison 1971/72 blieb er 554 Minuten ohne Gegentor
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9. Jens Lehmann, FC Schalke 04, Saison 1996/97: 601 Minuten
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8. Uli Stein, Hamburger SV, Saison 1985/86: 603 Minuten
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7. Tim Wiese, Werder Bremen, Saison 2009/10: 619 Minuten
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7. Tim Wiese, Werder Bremen, Saison 2009/10: 619 Minuten
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6. Oliver Reck, Werder Bremen, Saison 1987/88: 641 Minuten
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5. Frank Rost, FC Schalke 04, Saison 2003/04: 647 Minuten
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5. Frank Rost, FC Schalke 04, Saison 2003/04: 647 Minuten
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4. Oliver Kahn, FC Bayern München, Saison 1998/99: 736 Minuten
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3. Manuel Neuer, FC Bayern München, Saison 2011/12: 770 Minuten
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2. Oliver Kahn, FC Bayern München, Saison 2002/03: 802 Minuten
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1. Timo Hildebrand, VfB Stuttgart, Saison 2002/03 und 2003/04 (saisonübergreifend): 884 Minuten
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Innenverteidigung

Das aktuelle Personal: Marvin Compper, Jannik Vestergaard, Isaac Vorsah, Matthias Jaissle, Stefan Thesker, Manuel Gulde, Kevin Conrad, Niklas Süle

Die Situation: Im Sommer 2011 hieß die Wunsch-Innenverteidigung Vorsah/Jaissle. Ein Jahr später finden sich beide nur noch an der Peripherie wieder. Der schon immer verletzungsanfällige Jaissle kam in der gesamten Saison nicht zum Einsatz. Vorsah wiederum büßte nicht nur seinen Stammplatz ein, sondern auch die Lobby im Verein: Nach Träumereien von einem Premier-League-Wechsel, einer Roten Karte, einem schwachen Africa Cup und darauffolgenden Verletzungen ist er in Hoffenheim nicht besonders wohl gelitten.

Daher wurde die Abwehrzentrale ab der Rückrunde von Compper und Vestergaard besetzt. Compper ragte zwar nicht heraus, aber er war die Saison über eine der wenigen Konstanten und stützte den jungen Nebenmann Vestergaard, als dieser im Frühling in eine Krise zu rutschen drohte.

Der Ausblick: Die Genesung nach einer Saison ohne einen Bundesliga-Einsatz vorausgesetzt, dürfte Stuttgart-Zugang Delpierre die Rolle als Backup für Compper und Vestergaard zukommen. Muss Compper links hinten aushelfen, könnten alle drei beginnen. Wenn sich für Vorsah kein potenter Abnehmer meldet, wird er die Innenverteidigung komplettieren. Jaissles Genesung ist unmöglich zu prognostizieren.

Aus der zweiten Mannschaft und der Jugend drängen einige nach, doch erst im Sommer-Trainingslager wird sich entscheiden, wem Babbel den Durchbruch bei den Profis zutraut. Der im Winter aus Enschede gekommene Thesker sowie die ebenfalls 21-jährigen Gulde (nach langer Pause) und Conrad erhielten in der U 23 ihre Spielzeit.

Der interessanteste Name ist jedoch Niklas Süle. Der 16-Jährige nimmt aktuell mit der deutschen U 17 an der EM teil und besitzt die Statur eines Hünen (1,94 Meter). Er trainierte bereits bei den Profis mit und wird kommende Saison in den Seniorenbereich zur zweiten Mannschaft hochgezogen - immer mit der Perspektive Bundesliga.

Die angeblichen Neuzugang-Kandidaten: -

TEIL 2: Außenverteidigung und defensives Mittelfeld

TEIL 3: Offensives Mittelfeld und Sturm

Haruka Gruber

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