Häufige Trainerwechsel, keine Philosophie

Bundestrainer kritisiert Bundesliga-Vereine

SID
Samstag, 21.04.2012 | 11:37 Uhr
Löw monierte unter anderem die vielen Trainerwechsel in Berlin und lobte die Entwicklung in Freiburg
© Getty
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Bundestrainer Joachim Löw hat im Interview mit der "Bild" die Entwicklungen in der Bundesliga ungewöhnlich heftig kritisiert: Viele Vereine seien durch falsche Entscheidungen bei der Trainersuche und der Kaderzusammenstellung selbst schuld an ihrer Misere. Dortmund ist für ihn Meister - auch weil Bayern eine andere Philosophie verfolgt.

Für Joachim Löw müssen sich die Trainer- und Transferentscheidungen eines Vereins nach dessen Spielphilosophie richten. Das erklärte er in einem Inteview mit der "Bild": "Das hat für mich höchste Priorität. Das ist wegweisend für viele Fragen: Für was stehen wir im Verein? Was für einen Fußball wollen wir spielen? Wie sieht unsere Nachwuchsarbeit aus?"

In diesem Zusammenhang hält er die häufigen Trainerwechsel, vor allem bei Abstiegskandidaten, für ein falsches Mittel. Kontinuität sei gefragt. "Berlin holt sich drei oder vier verschiedene Philosophien in einem Jahr. Da kann man sich ausrechnen, dass das nicht auf fruchtbaren Boden fällt." Das gelte besonders bei steigendem Druck im Abstiegskampf.

Auch die Kaderplanungen könnten seiner Meinung nach um einiges verbessert werden. Viele Vereine setzen seiner Meinung nach immer noch auf "aufgeblähte Kader" und "viele mittelmäßige Spieler", dabei seien in den Klubs mittlerweile genügend junge und gut ausgebildete Spieler vorhanden. Ein Musterbeispiel dafür sei der SC Freiburg.

Bayern ohne Tempo in der Bundesliga

Nach Meinung von Löw hat Dortmund die Meisterschaft aufgrund der "Risikobereitschaft und Lauffreudigkeit" für sich entschieden. Die Bayern hätten dabei auch andere Prioritäten gesetzt - sonst wäre die Meisterschaft spannender geworden:

"Es sind einfach unterschiedliche Philosophien. Wenn die Bayern mit dem enorm hohen Tempo der Champions-League-Begegnungen auch in der Bundesliga gespielt hätten, wären sie womöglich Meister geworden."

Joachim Löw im Steckbrief

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