140. Revier-Derby soll gewaltfrei bleiben

Schalke gegen Dortmund: Der Hass spielt mit

SID
Freitag, 13.04.2012 | 14:28 Uhr
Auf dem Platz wird es hoch hergehen zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund
© Getty
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Derby

Die Dortmunder Festtage gehen weiter. Die Fans haben den Rausch nach dem Triumph über Bayern München noch nicht richtig ausgeschlafen, da laufen die Vorbereitungen für die nächste schwarz-gelbe Party schon auf Hochtouren. Ausgerechnet Erzrivale Schalke 04 ist für Borussia Dortmund am Samstag (15.15 Uhr im LIVE-TICKER) die vermutlich letzte hohe Hürde auf dem Weg zum erneuten Gewinn der deutschen Fußball-Meisterschaft.

Nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch außerhalb der Arena und in Gelsenkirchen dürfte es hoch hergehen. Wenn diese beiden Vereine um die Nummer eins im Revier kämpfen, herrscht auch bei der Polizei Alarmstufe eins. Vor dem 140. Derby haben beide Klubs in schriftlicher Form einen eindringlichen Appell an ihre Fans gerichtet.

Sieben Spielregeln seien zu beachten, heißt es dort. Ganz oben auf dieser Liste der Verhaltensmaßnahmen steht: "Übt keine Gewalt aus und droht diese auch nicht an."

Vergiftete Atmosphäre

Doch die Atmosphäre ist längst vergiftet. Das wissen auch die Spieler. "Das wird das gleiche für uns wie für die Bayern hier. Die Gegner werden uns auf jeden Fall hassen, das ganze Stadion wird gegen uns sein", sagt BVB-Star Mats Hummels.

Trainer Jürgen Klopp wird offenbar immer noch ein bisschen von der Euphorie vom 1:0-Erfolg gegen die Bayern getragen. "Wir müssen da durch, und wir gehen da gerne durch", sagt der 44-Jährige selbstbewusst.

Tönnies über Großkreutz: "Er predigt Hass"

Ein 90-minütiges Spießrutenlaufen wartet am Samstag ganz sicher auf den Dortmunder Kevin Großkreutz. Der Nationalspieler war wegen der Rassismus-Debatte nach dem BVB-Pokalsieg in Fürth vom Schalker Fußball-Boss Clemens Tönnies schwer kritisiert worden. "Er predigt Hass und stichelt so die Rivalität in einem höchst gefährlichen Maße an. Bei aller Rivalität ist das zu viel", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende von Schalke 04.

Großkreutz, der den Fürther Gerald Asamoah, der früher für Schalke spielte, nach dem Sieg im DFB-Pokal-Halbfinale beleidigt haben soll, hält sich mit Sticheleien zurück und rückt den Sport in den Mittelpunkt. "Wir müssen auf Schalke wieder Gas geben. Das ist Derby, das ist wieder Leidenschaft pur", sagte der 23-Jährige.

Und Abwehrspieler Hummels freut sich bereits auf ein "geiles Spiel", wie er sagt: "Es ist immer das Beste, wenn richtig Atmosphäre im Stadion ist, wenn man das Gefühl hat, die Leute gehen richtig mit bei jedem Zweikampf."

Neuer drückt Schalke die Daumen

Alle Dortmunder wissen genau, dass der Rivale aus Schalke ihnen nur allzu gerne in die Meister-Suppe spucken möchte. Mit sechs Punkten Vorsprung führt die Borussia die Tabelle jetzt vor den Bayern an.

"Das sieht zwar richtig gut aus, aber es ist immer noch hart, das Ding durchzuziehen", sagt Hummels. Und Bayerns Nationaltorhüter Manuel Neuer drückt den ehemaligen Schalker Kollegen fest die Daumen: "Im Derby kann alles passieren."

Klopp erwartet ein "intensives Spiel", Schalke darf sich im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation keinen Ausrutscher leisten. Auf Platz drei der Tabelle haben die Königsblauen vier Spieltage vor Schluss vier Punkte Vorsprung auf Verfolger Borussia Mönchengladbacher. Kein Polster, um sich schon auszuruhen.

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