Rehhagel zieht gegen Freiburg in die "Entscheidungsschlacht"

Abstiegskampf spitzt sich zu

SID
Montag, 09.04.2012 | 14:31 Uhr
Otto Rehhagel versucht seit Februar, Hertha vor dem Abstieg zu retten. Bisher mit mäßigem Erfolg
© Getty
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Fünf Spieltage vor Saisonschluss spitzt sich der Abstiegskampf in der Bundesliga zu. Die Duelle werden giftiger, das Vokabular martialischer. Endspiele und Alles-oder-nichts-Spiele waren gestern, heute heißt es: "Entscheidungsschlacht."

Hertha-Trainer Otto Rehhagel sieht sich an diesem Dienstag in den Krieg ziehen (19.45 Uhr im LIVE-TICKER), wenn seine arg bedrohten Berliner den gleichfalls um den Klassenverbleib kämpfenden SC Freiburg empfangen. Auch im Spiel Mainz 05 gegen den 1. FC Köln stehen sich zwei Abstiegskandidaten gegenüber.

Es geht um viel. Genauer: Um maximal drei Punkte. Auf dieses stinknormale Niveau spielt der Freiburger Erfolgstrainer Christian Streich vermeintliche Auseinandersetzungen um Leben und Tod herunter. Mit dem Begriff Sechs-Punkte-Spiel kann der passionierte Fußballlehrer, der in der Coaching Zone seine Emotionen auslebt und ansonsten die Unaufgeregtheit in Person verkörpert, nichts anfangen.

Streich sorgt für Freiburger Aufschwung

Streich: "Ich habe noch nie mehr als drei Punkte gewonnen." Dem Sein oder Nichtsein setzt er das Beisammensein entgegen: "Wir arbeiten alle zusammen und haben daran Freude."

Mit seiner gelebten Mischung aus Begeisterung und Nüchternheit hat das frische Gesicht das Vorrunden-Schlusslicht auf Rang 13 geführt. Mit 32 Punkten haben die nun seit sechs Spieltagen unbesiegten Freiburger aktuell fünf Zähler mehr auf dem Konto als der Tabellenvorletzte aus Berlin.

Für Streich macht diese Differenz keinen großen Unterschied, wie allen Gegnern zollt er auch der Hertha Respekt: "Wir sind uns schon bewusst, was auf uns zukommt."

Schuster nach Gesichtsknochenfraktur operiert

Zumal die Badener die Doppelsechs neu besetzen müssen. Cedrick Makiadi fehlt gelbgesperrt, Julian Schuster fällt nach dem beim 2:2 gegen den beinharten Tabellennachbarn 1. FC Nürnberg erlittenen Nasenbeinbruch und Gesichtsknochenfraktur für den Rest der Saison aus. Schuster wurde am Montag operiert. "Teilweise an der Grenze der Fairness" hätten die Franken gespielt, klagte Johannes Flum.

Der nächste Härtetest steht dem SC in Berlin bevor. "Wir haben gekämpft, gekratzt, so kommen wir da unten raus", beschrieb Andreas Ottl das (Teil-)Erfolgsrezept beim 0:0 in Mönchengladbach. Zum Repertoire gehörte auch ein früher Tritt von Hertha-Verteidiger Christian Lell gegen den dann verletzt ausgeschiedenen Kreativkopf Marco Reus.

Rehhagel befand nach der dritten respektablen Vorstellung hintereinander: "Das stimmt uns zuversichtlich, dass wir am Dienstagabend gegen Freiburg gewinnen können."

Kölner Sieg ist Pflicht

Ein Sieg ist Pflicht, nicht nur für die Hertha. "Der Kampf war sehr gut, aber das Ergebnis war in unserer Situation schlecht. In Mainz müssen wir drei Punkte holen", sagte der Kölner Trainer Stale Solbakken nach dem 1:1 gegen Werder Bremen.

Mit 29 Punkten liegt der FC auf dem Relegationsrang. Trotz der 1:4-Pleite beim VfB Stuttgart nahm auch 05-Trainer Thomas Tuchel das Positive mit ins Kellerduell: "Für den Auftritt hier brauchen wir uns nicht zu schämen."

Keine Schande war auch die 1:2-Niederlage des FC Augsburg bei Bayern München. Der Aufsteiger mit der seit Wochen aufsteigenden Form liegt auf Rang 15 (30 Punkte) und steht am Dienstag im Schwaben-Derby gegen die VfB-Torfabrik unter Druck.

Für drei weitere Klubs geht der Existenzkampf am Mittwoch weiter: Der Hamburger SV gastiert bei der TSG 1899 Hoffenheim, der 1. FC Nürnberg empfängt Schalke 04 und der 1. FC Kaiserslautern muss nach Leverkusen reisen. Aber die praktisch nicht mehr zu rettenden Pfälzer haben ihre endgültigen Endspiele ja schon hinter sich.

Otto Rehhagel im Steckbrief

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