Sonntag, 08.04.2012

Dortmund - Bayern: Bastian Schweinsteiger im Interview

"Wir kennen Dortmunds Schwächen"

Beim 2:1 gegen den FC Augsburg feierte Bastian Schweinsteiger sein Startelf-Comeback für den FC Bayern München. Anschließend sprach der Vize-Kapitän der Bayern über seinen Gesundheitszustand, die Titeljagd der Bayern und den anstehenden Kracher bei Borussia Dortmund (Mi., 19.45 Uhr im LIVE-TICKER).

Bastian Schweinsteiger (r.) feierte gegen Augsburg sein Startelf-Comeback
© Getty
Bastian Schweinsteiger (r.) feierte gegen Augsburg sein Startelf-Comeback

In den letzten 18 Bundesligaspielen wurde Schweinsteiger nur sechs Mal eingesetzt. Ein Schlüsselbeinbruch, ein Außenbandriss im Sprunggelenk und zuletzt eine Knöchelverletzung warfen den 27-Jährigen immer wieder zurück.

Beim Comeback gegen Augsburg überzeugte er mit 79 Prozent gewonnener Zweikämpfe, drei Torschüssen und einer Passquote von 94 Prozent.

"Wir wissen, zu welcher Leistung Bastian fähig ist. Er hat das über 90 Minuten sehr gut gemacht und er ist auf dem besten Weg zurück", sagte Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger.

Im Interview spricht Schweinsteiger über seine körperliche Fitness und den Kracher bei Borussia Dortmund.

Frage: Bastian Schweinsteiger, der Sieg gegen Augsburg war ein hartes Stück Arbeit. Warum hat sich die Mannschaft so schwer getan?

Schweinsteiger: Wir standen in der ersten Halbzeit zu weit auseinander. Außerdem hat Augsburg eine gute Mannschaft. Aber wir haben gewonnen. Es war ein sehr wichtiger Sieg. Die drei Punkte haben Priorität, egal wie sie zustande kamen.

Frage: Sie standen zum ersten Mal seit Februar wieder in der Startelf. Wie ist das körperliche Befinden?

Schweinsteiger: Ich dachte nicht, dass ich Kraft für 90 Minuten habe. Ich habe ohne Probleme durchgehalten. Hätte es eine Verlängerung gegeben, hätte ich die auch locker durchgestanden. Ich fühle mich zu 100 Prozent fit, aber ich kann natürlich noch nicht meine 100-prozentige Leistung bringen, dafür habe ich zu wenig Spiele gemacht. Ich habe ja in den letzten fünf Monaten sehr wenig gespielt.

Frage: Hat Sie die lange Verletzungspause beunruhigt?

Schweinsteiger: Ich bin erfahren genug, mit solchen Situationen umzugehen. Ich weiß, was ich meinem Körper zumuten kann. Ich muss mich jetzt regenerieren. Das gilt aber noch mehr für die anderen Spieler. Unser Programm ist schon heftig.

Frage: Am Mittwoch könnte es besonders heftig werden...

Schweinsteiger: Wir haben neun Spiele in Folge gewonnen. Es ist unser Ziel, diese Serie auszubauen. Es ist klar, dass das nicht leicht wird und es ist mir auch egal, wie wir die Siegesserie ausbauen. Sicher wird der Titel nicht am Mittwoch entschieden, aber wir sollten schon Punkte holen, am besten natürlich gewinnen. Der Sieger hat einen Vorteil.

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Frage: Wie kann man Borussia Dortmund schlagen?

Schweinsteiger: Wir kennen allmählich die Stärken und Schwächen von Dortmund. Wenn wir unser Spiel spielen und auf das vertrauen, was wir können, können wir in Dortmund gewinnen. Aber eins ist klar: Jeder von uns muss über sich hinauswachsen.

Frage: Sie haben die neun Siege in Folge angesprochen. Wie geht die Mannschaft mit der mentalen Belastung um, alle drei Tage zu spielen?

Schweinsteiger: Wir haben in Nürnberg und gegen Augsburg unbedingten Siegeswillen gezeigt. Anders kann man auch nicht in Nürnberg gewinnen, wenn man nebenei noch DFB-Pokal und Champions League spielt. Man spürt innerhalb der Mannschaft, dass jeder möglichst alle Titel gewinnen will. Diese Einstellung brauchen wir auch gegen den BVB.

Frage: Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg.

Schweinsteiger: Klar, aber wir sind gerüstet. Spätestens jetzt kommen die richtig schweren Spiele mit Dortmund, Bremen, zwei Mal Real Madrid. Aber wir lieben solche Spiele. Deswegen spielen wir beim FC Bayern.

Frage: Deswegen hat Mario Gomez auch seinen Vertrag bis 2016 verlängert. Und gleich gegen Augsburg wieder doppelt getroffen. Was fällt Ihnen zu ihm ein?

Schweinsteiger: Seine Torquote ist schon toll. Wie er die Tore macht, ist egal, Hauptsache er trifft. Dass er bis 2016 verlängert hat, ist gut für den FC Bayern und freut mich auch persönlich.

Bastian Schweinsteiger im Steckbrief

Aufgezeichnet von Thomas Gaber

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