Montag, 09.04.2012

Alternative Liste - 29. Spieltag

Schau nicht auf die Hupen!

Die Bundesliga braucht neue Experten und mehr Niveau - die Alternative Liste weiß, wer in Frage kommt. Außerdem im Programm: Exklusiv das neue Gedicht von Günter Grass, Schweinsteigers Verarsche und das magische Eineck aus Kaiserslautern. Außerdem: Warum Thomas Gottschalk nicht Bayern-Trainer wird.

Haben das Konzept des Trikottauschs nicht ganz verstanden: Indira Weis und Maurizio Gaudino (l.)
© Imago
Haben das Konzept des Trikottauschs nicht ganz verstanden: Indira Weis und Maurizio Gaudino (l.)

1. Fangen wir poetisch an: Weil Günter Grass ganz kurzfristig seinen Israel-Besuch absagen musste, hatte Günni Zeit, für die AL weltexklusiv ein Gedicht zu schreiben. Hier mal ein Auszug...

Was gesagt werden muss

Die AL, ja das muss ich sagen,

fügt mir zu dünnschissige Schmerzen im Magen.

Der Spieltag in der Liga war so langweilig

wie die Show Gottschalks jeden Abend.

Jetzt habe ich sogar einen Reim mehr als in der "SZ"

Leck mich am Arsch, das reicht mir jetzt.

2. Hicks: Wem das jetzt zuviel Kultur und Stil war, wir können auch anders: Damit kommen wir auch zum Thema 1. FC Köln...

3. Was wirklich geschah: Diese Medien gehen ja einem so was von aufn Sack! Immer diese Übertreibe und dieses "Typisch-Effzeh"-Gerede. Lasst diesen toll geführten Verein doch mal in Ruhe. Na gut, Miso Brecko landet mit seinem Leichenwagen mal zufällig aufm Gleis und am Ostersamstag ging halt Slawomir Peszko steil, um das überragende 1:1 gegen Bremen zu feiern. Was aber danach passiert sein soll, wird total übertrieben. Kein Mensch fragt nach, warum der liebe Slawo auf das Taxameter gehauen hat. Wir haben exklusiv mit dem Taxifahrer gesprochen:

AL: Lieber Hennes, was war los?

Bringen gleich das Pfand zu Rewe: Nova, Slawo und Spiderman
Bringen gleich das Pfand zu Rewe: Nova, Slawo und Spiderman
© imago

Taxifahrer Hennes: Bin ich jetzt im Fernsehen?

AL: Nein, das ist ein Aufnahmegerät.

Taxifahrer Hennes: Darf ich jemanden grüßen?

AL: Nein.

Taxifahrer Hennes: Na joot, alsooo. Der Pezzoni saß bei mir im Taxi...

AL: Pezzoni? Das war doch Peszko.

Taxifahrer: Das is' doch das gleiche Eeleend mit ne andere Numma aufm Rücken...

AL: Warum hat Peszko auf das Taxameter gehauen?

Taxifahrer Hennes: Er hat jedaacht, datt wär' sein Handy und er hätte keen Empfang. Harhar.

Das Ende vom Lied: Um 2 Uhr wurde Peszko in die Ausnüchterungszelle des Kalker Polizei-Präsidiums gesteckt. Offizieller Grund: "Zur Verhinderung weiterer Straftaten!" Gemeint sind vor allem weitere Bundesliga-Einsätze für den 1. FC Köln. Witzig, dass Stale Solbakken beim Geständnis Peszkos an einen "April-Scherz" glaubte. Immerhin: Das denken wir bei seiner Taktik manchmal auch...

4. Bleiben wir beim Thema Elend: Der 1. FC Kaiserslautern hat ja alles richtig gemacht. Den erfolglosen Marco Kurz entlassen, den noch erfolgloseren Krassimir Balakov geholt und damit sehr viel Konstanz bewiesen. Das magische Eineck entpuppt sich in diesen Tagen als echter Motivationskünstler, indem er jede Woche exklusiv eine Besserung seiner Mannschaft erkennt und bei durchschnittlich 0 Punkten immer noch was von "Hoffnung" erzählt. Und da wollen wir Herrn Balakov dann doch fragen: Wo waren Sie in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwischen 0 und 2 Uhr?

5. Hä? Ein Plakat der Kaiserslautern-Fans irritierte uns sehr am Wochenende: "L'Etat c'est moi. Sonnenkönig Stefan Kuntz", stand auf einem Banner geschrieben. Die Vermutung, dass es sich um ein pfälzisches Gedicht von Günter Grass handelt, entpuppte sich als falsch. Nach Studium von Wikipedia, Bravo Sport und dem Informationsbesuch bei Professor Frink wissen wir: Es geht um den Sonnenkönig Ludwig XIV, der meinte, er wäre der Staat. Da kann Felix Magath nur lachen und verlängert seinen eigenen Vertrag bis 2016.

6. Will der mich verarschen? Eigentlich war der Kollege von SKY bestens vorbereitet. In der Vita Tim Niedernoltes stehen Stationen wie "Kinderkanal" und "Bibel TV". Sein Zielpublikum war also bisher immer ziemlich ähnlich gestrickt: Egal, was er sagte, man nahm es ihm ab. Nun aber hatte man dem werten Kollegen den Auftrag gegeben, (Fußball-)Gott himself, Bastian Schweinsteiger, zu interviewen und das ging etwas in die Hose:

"Andre, wasn der Unterschied zwischen Batman und Robin? Batman war unter mir nie Trainer, höhöhö"
"Andre, wasn der Unterschied zwischen Batman und Robin? Batman war unter mir nie Trainer, höhöhö"
© Imago

Niedernolte: War es gegen Augsburg schwerer als gedacht?

Schweinsteiger: Wir wollten die drei Punkte holen und das ist das wichtigste.

Niedernolte: Wichtig, weil Dortmund gewonnen hat. Aber eine Kampfansage an den BVB, gegen den Sie am Mittwoch spielen, sieht anders aus, oder?

Schweinsteiger: Wie bitte?

Niedernolte: Kampfansage gegen Dortmund sieht anders aus, oder?

Schweinsteiger: Wie meinen Sie das?

Niedernolte: Ihr Auftritt. Bei einem 5:0 hätten die Dortmunder vielleicht mehr Angst als bei einem 2:1.

Schweinsteiger: Meinen Sie das ernst?

Niedernolte: Nein, ist eine Frage. Sie können das ja widerlegen. Ich versuche ja manchmal ein bisschen was rauszukitzeln.

Schweinsteiger: Ich verstehe nicht. Ich habe ja gesagt, Augsburg ist nicht schlecht, sie haben in den letzten sechs Spielen gut gespielt, deswegen verstehe ich Ihre Frage nicht.

Niedernolte: In Dortmund werden sie sagen, wenn die Bayern sagen, Augsburg...

Schweinsteiger dreht sich zu Bayerns Pressechef Hörwick: "Markus, will der mich verarschen?"

Niedernolte: Nein, nein ganz normale Frage.

Schweinsteiger geht.

Niedernolte: Da geht er weg.

7. The Power meets The Toni: Nicht alle Gespräche liefen am Samstag in der Double A so harmonisch ab. Nach dem glorreichen 2:1 gegen Augsburg gab es einen ganz besonderen Gast in der Mixed Zone, wo viele Spieler mit Handy am Ohr durchlaufen, um ja nichts gefragt zu werden, obwohl sie eh keiner etwas fragen will. Der besondere Gast war "Power" höchstpersönlich. Dart-Godfather Phil Taylor stattete den Bayern einen Besuch ab, insbesondere Toni Kroos, der mit Müller und Robben die Dart-Fraktion beim FCB bildet. Man tauschte Geschenke und ein paar Wörter (übrigens im perfekten Kroos-Englisch) aus und als auch die letzten Journies erfuhren, dass Phil Taylor Phil Taylor ist, gab's tolle Fragen wie "Toni, ist Ihre Dartscheibe zuhause schwarzgelb?"

8. Pink! "No need to be perfect when you look good", heißt eine Werbekampagne einer insolventen Bekleidungskette. Die Hertha-Offensivabteilung rund um die Herren Rukavytsya, Ramos, Raffael und Ben-Hatira machte sich das Dings zum Motto und trat kollektiv im pinken Schuhwerk auf. Und siehe da, das Motto wirkt: Das pinke Quartett brachte es insgesamt auf drei Torschüsse. Läuft...

9. Gottschalk bald Bayern-Trainer? Weil beim FC Bayern alles so rosig läuft, hat Uli Hoeneß Zeit über die anderen wichtigen Dinge dieser Welt zu reden. Zum Beispiel über das Quoten-Drama um Tommy Gottschalk: "Es tut mir sehr leid. Thomas ist ein überragender Entertainer. Ich vermute, dass er von der Sendezeit her vergeudet ist. Er ist einer, der etwas Spaß in die Bude bringt. Aber zwischen 18 und 20 Uhr wollen die Leute anscheinend nur über Terroranschläge und Kriege informiert werden - da passt es dann wahrscheinlich nicht so gut, dass jemand etwas in einer lockeren Art und Weise bringt. Ich finde es furchtbar schade, dass er jetzt so eine schwierige Phase hat. Er hat etwas ganz anderes verdient." Und jetzt keine Angst, Bayern-Fans! Einen Fehler a la Jürgen Klinsmann macht Hoeneß nur einmal in seinem Leben.

10. Wunderheilung! Wer nicht an Gott glaubt, ist am Sonntag eines besseren belehrt worden. Vielleicht nicht, als der Papst in 2487 Sprachen frohe Ostern wünschte, sondern als Erzbischof Sami vom Alka-Seltzer-Orden Michael Ballack wunderheilte: Das plötzliche Comeback nach wochenlanger Krankheit. Und mit der Fortjagung des Heiden Robin hatte das überhaupt nichts zu tun!

11. Zum Schluss: Die Saison neigt sich allmählich dem Ende und das Fußball-Jahr bescherte uns tolle wie nicht so tolle Momente. Vor allem aber bescherte es uns höchst merkwürdige Doppelpass-SKY90-und-Konsorten-Experten wie Ingo Lenßen, Kai Pflaume, Michael Preetz, Heiner Lauterbach, Matze Knop oder Frank Elstner. Und da ist noch dieser Thomas Strunz, der am Samstag das Spiel Kaiserslautern gegen Hoffenheim mit 0:2 tippte. Das Spiel endete 1:2 und damit wissen wir, dass Strunz, der angeblich ein paar mal in der Bundesliga spielte, nichts drauf hat. Dass er die Spiele von Dortmund, Freiburg und Köln ergebnisgenau tippte, interessiert an dieser Stelle nicht. Wir wollen wieder echte Fußball-Experten! Wir fordern SKY90 und den Doppelpass auf: Holt Micaela Schäfer, Indira und alle andere Hartz4-Promis in eure Talk-Runden!

Fatih Demireli

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