Schluss mit lustig, es ist Abstiegskampf

SID
Donnerstag, 22.03.2012 | 13:43 Uhr
Thorsten Fink ist seit Oktober 2011 Trainer beim Hamburger SV
© Getty
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"Horst" ist in Hamburg nur Insidern bekannt, der Mann ist Moderator eines privaten Radiosenders. So weit, so egal. Mit seiner satirischen Umdichtung der Kulthymne "Hamburg meine Perle" des Hamburger SV auf Zweitligaverhältnisse hat er nun für ein Aufsehen gesorgt, wie er es normalerweise nicht hat. Sogar Drohungen seien gegen ihn ausgestoßen worden. Schluss mit lustig, es ist Abstiegskampf. Da liegt vor dem wichtigen Spiel am Freitag (20.15 Uhr im LIVE-TICKER) beim VfL Wolfsburg so mancher Nerv bloß.

Man kann nur ahnen, wie es bei den handelnden Personen im Verein mit dem Nervenkostüm aussieht. Katastrophal offensichtlich, wenn man die jüngste 1:3-Niederlage gegen den SC Freiburg als Maßstab nimmt.

Eine Woche lang wurde deshalb beim HSV geredet. In der Mannschaft, mit der Mannschaft, miteinander, gegenüber dem Aufsichtsrat. "Am Freitag wird sich zeigen, ob wir es kapiert haben", sagt Trainer Thorsten Fink.

Wolfsburg: Vier Punkte zum Europacup

Dann sollen Taten folgen. In Wolfsburg, ausgerechnet. Die Fußball-Sparte des VW-Konzerns ist schließlich im Aufwärtstrend. Seit drei Spielen ist man ungeschlagen und das Pokal-Aus von Zweitligist Greuther Fürth dürfte weitere Motivation gegeben haben. Schließlich reicht jetzt Platz sieben für die Teilnahme am Europacup, den die VW-Bosse als Ziel ausgegeben haben. Nur vier Punkte sind es noch dahin.

Nock kürzer ist allerdings der Hamburger Weg in den Abgrund: zwei Punkte bis Relegationsplatz 16. Die letzten vier Spiele wurden nicht gewonnen, drei verloren. "Wir wollen möglichst schnell zeigen, dass wir es weitaus besser können, als zuletzt gezeigt", kündigte Fink deshalb an. Kapitän Heiko Westermann kündigte eine "kämpferische Reaktion" an: "Wir müssen bissiger und leidenschaftlicher sein und uns unserer Verantwortung stellen."

Fink setzt dabei auf die erfahrenen Spieler. Westermann, Dennis Aogo, David Jarolim, Marcell Jansen, Mladen Petric und Jaroslav Drobny - drei von ihnen sind bereits mit anderen Vereinen abgestiegen. Und der Trainer setzt auf die guten Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit: "Wir haben ja schon gezeigt, dass wir es können", sagt er in Erinnerung an die Serie von acht ungeschlagenen Spielen unter seiner Verantwortung vor der Winterpause.

Fink und Arnesen beim Aufsichtsrat

Fink und Arnesen sind zuletzt auch beim mächtigen Aufsichtsrat vorstellig geworden, auch dort steigt die Nervosität. Sie haben ihren Weg aus der Krise aufgezeigt und haben die hohen Herren offenbar überzeugt.

"Es war eine schonungslose Analyse, die uns sehr glaubhaft vorkam", sagte Aufsichtsratschef Ernst-Otto Rieckhoff der "Bild"-Zeitung. Dennoch ist der Verein auch dabei, seine Zahlen für einen Lizensierungsantrag bei der Deutschen Fußball Liga auch für die Zweite Liga aufzubereiten. "Alles andere wäre unverantwortlich", sagt Klubchef Carl Jarchow.

Und trotzdem ist das Undenkbare beim einzigen nie abgestiegenen Gründungsmitglied der Bundesliga noch undenkbar. Niemand will jemals die HSV-Hymne in der zweiten Liga hören. Dortmund, Bayern und Bremen sind bitte schön weiterhin von Lotto King Karl zu besingen: "Hamburg, meine Perle". Der reiche Emporkömmling Wolfsburg kommt übrigens in der Originalversion nicht vor.

VfL Wolfsburg gegen den Hamburger SV: Daten & Fakten

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