Schumacher soll es beim 1. FC Köln richten

SID
Donnerstag, 29.03.2012 | 12:04 Uhr
Toni Schumacher (l.) ist bei den Fans nach wie vor sehr beliebt. Nun soll er Vize-Präsident werden
© Getty
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Kaum war der "Tünn" nach 25 Jahren bei seinem 1. FC Köln zurück, übernahm er auch schon gleich das Heft des Handelns. "Ich weiß, wie Erfolg riecht. Und wir müssen Leute hierhin holen, die wissen, wie Erfolg riecht. Für leichte Aufgaben war ich nie zuständig. Es wird ganz viel Arbeit", sagte der frühere Nationaltorhüter Harald "Toni" Schumacher, obwohl er erst noch von den Mitgliedern des Klubs als Vizepräsident gewählt werden muss.

Der zweimalige Vize-Weltmeister soll die sportliche Kompetenz im Team des früheren Top-Managers Werner Spinner sein, den der Verwaltungsrat des Klubs als Präsidentschaftskandidaten für die Mitgliederversammlung am 23. April auserkoren hat.

Auch wenn das Wahlvolk erst noch überzeugt werden muss, nimmt Schumacher wie selbstverständlich auch ohne Amt und Würden die Arbeit schon einmal auf.

Klare Vorstellungen bei der Sportdirektor-Suche

Der frühere Weltklassetorhüter ist bereits in die Suche nach einem neuen Sportdirektor eingebunden, und da hat der 58-Jährige klare Vorstellungen: "Wir brauchen einen Sportdirektor mit Visionen. Er muss gezeigt haben, dass er es kann. So einen Mann haben wir im Auge. Wenn wir den bekommen, ist das ein Hit."

Bereits am Wochenende sollen Gespräche mit Kandidaten geführt werden. Gehandelt werden beim FC unter anderem Jörg Schmadtke, aktuell Sportdirektor bei Hannover 96, und der frühere HSV-Manager Dietmar Beiersdorfer.

Voller Tatendrang präsentierte sich Schumacher am späten Mittwochabend. Und würden es die Knochen noch hergeben, Schumacher würde sich auch noch ins Kölner Tor stellen. Dass alles mit dem Erfolg auf dem Rasen steht und fällt, weiß er nur zu gut.

"Das Wichtigste ist, dass wir Punkte holen", ergänzte Schumacher vor dem Kellerduell beim FC Augsburg am Samstag und sprach dem nicht unumstrittenen Trainer Stale Solbakken das volle Vertrauen aus. Der Norweger könne nicht die Tore schießen oder Elfmeter halten. Das müssten schon die Spieler machen.

Mit Anpfiff kam für Schumacher der Abpfiff

So wie es Schumacher in 422 Spielen, womit er Rekordspieler des Klubs ist, für seinen FC getan hat. Doch mit seinem Buch "Anpfiff" folgte von jetzt auf gleich der Abpfiff für den gebürtigen Dürener.

Schumacher war im März 1987 beim FC entlassen und aus der Nationalmannschaft verbannt worden, nachdem er in seinem Buch über Doping in der Bundesliga sowie über Sex- und Alkoholausschweifungen berichtet hatte.

In einem Kapitel hatte er auch prophezeit, dass er eines Tages erster bezahlter Präsident der Kölner werden würde. "Bezahlt werde ich nicht und Präsident bin ich auch noch nicht, aber zu einem Drittel Präsident. Das ist doch auch ein guter Anfang", scherzte Schumacher. Neben dem 63-jährigen Spinner, dem früheren Vorstand der Bayer AG ("Ich bin kein Messias"), soll Markus Ritterbach, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, als zweiter Vizepräsident fungieren.

Es droht ein Machtkampf mit Thielen

"Das Team steht für die Verbindung aus kölschem Lebensgefühl und Professionalität, für eine lebendige Vereinskultur", urteilte der Verwaltungsratsvorsitzende Werner Wolf über das designierte Triumvirat. Entscheiden müssen allerdings die Mitglieder auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung.

Und da könnte es noch turbulent zugehen. So hat der frühere FC-Manager Karl-Heinz Thielen auch seinen Hut in den Ring geworfen. Sollte das vom Verwaltungsrat vorgeschlagene Präsidium in zwei Wahlgängen nicht die Mehrheit erhalten, käme es zu einer direkten Wahl des Präsidenten.

So haben schon einige FC-Funktionäre auf den hochemotionalen Versammlungen eine unliebsame Überraschung erlebt. Wolfgang Overath weiß davon zu berichten. 2010 war sein Präsidium nicht entlastet worden, im November 2011 trat der Weltmeister von 1974 entnervt zurück. Nun soll also die nächste FC-Ikone zum Zug kommen.

Der 1. FC Köln im Überblick

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