Kritik an Kölner Vereinspolitik

Nach Kritik am Verein: Poldi droht Geldstrafe

SID
Sonntag, 12.02.2012 | 15:50 Uhr
Lukas Podolski äußerte öffentlich seine Unzufriedenheit über die Entwicklung beim 1. FC Köln
© Getty
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Nach seinen kritischen Äußerungen in einem Zeitungsinterview hat Kölns Geschäftsführer Sanktionen für Lukas Podolski angekündigt. Podolski hatte zuvor deutliche Kritik an der Klubpolitik beim 1. FC Köln geübt und seine Enttäuschung über falsche Versprechungen geäußert.

Lukas Podolski erntet nach seiner Kritik an der Vereinspolitik heftigen Gegenwind: "Das ist ein Affront gegen den Verein. Zeitpunkt und Inhalt dieses Interviews kommen für mich sehr überraschend. Wenn man selbst immer Ruhe einfordert in dieser Situation als verletzter Spieler ein solches Interview zu geben - dieses Selbstverständnis erschließt sich mir nicht", sagte FC-Geschäftsführer Claus Horstmann dem "Express".

Nun droht dem Publikumsliebling womöglich eine Geldstrafe: "Die Aussagen kommen ja nicht zum ersten Mal, aber zu einer für den Spieler und für den Verein denkbar ungünstigen Zeit. Mir ist nicht ganz klar, welche Absicht dahinter steckt. Aber das ist zum wiederholten Mal ein klarer arbeitsvertraglicher Verstoß, den wir sanktionieren werden", so Horstmann weiter.

"Viel versprochen - wenig gehalten"

"Christoph Daum hat mal gesagt, dass viel versprochen und wenig gehalten wurde. Ich sehe mich darin bestätigt", sagte der 26 Jahre Stürmer in einem Interview mit der "Bild am Sonntag".

Podolski sagte, dass ihm 2009 erklärt worden sei, dass man "um mich herum ein Team aufbauen will, dass sich unter den Top 8 und später unter den Top 6 etablieren soll".

Seit seinem Wechsel hat der FC in jedem Jahr um den Klassenerhalt gekämpft. "Wenn man schaut, welche Perspektiven aufgezeigt wurden und was am Ende dabei rausgekommen ist, ist das enttäuschend", erklärte Podolski. Der Publikumsliebling kritisierte die fehlende "Kontinuität" im Verein.

"Regelmäßig werden Trainer, Sportdirektor und jetzt auch das Präsidium ausgetauscht. So kann langfristig nichts entstehen", sagte Podolski mit Blick auf die Trainerwechsel von Christoph Daum über Zvonimir Soldo und Frank Schaefer zu Stale Solbakken.

Das Ausland würde Poldi reizen

Manager Michael Michael Meier wurde entlassen und Volker Finke Sportdirektor. Und Wolfgang Overath hatte am 14. November 2011 seinen Rücktritt vom Amt des FC-Präsidenten erklärt.

Ein Wechsel, auch ins Ausland, würde ihn reizen, sagte Podolski. "Ich spreche Deutsch, Polnisch, Englisch und Kölsch, damit kommt man überall zurecht. Außerdem spielt man Fußball nicht wegen der Sprache, sondern weil es einen Ball gibt."

Doch auch eine Rückkehr zu Bayern München scheint für Podolski vorstellbar und verwies auf sein gutes Verhältnis zum Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß: "Von den Leuten im Fußballgeschäft schätze ich ihn am meisten in Deutschland. Wenn es wirklich Interesse gibt, wird er sich bestimmt melden. Ausschließen werde ich gar nichts."

Lukas Podolski im Steckbrief

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