Image des "harten Knochens" passt nicht mehr

Huub Stevens tut Schalke gut

SID
Donnerstag, 02.02.2012 | 15:52 Uhr
Trainer Huub Stevens hat Spaß bei Schalke 04
© Getty
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Huub Stevens tut Schalke 04 gut. Die Skepsis, die zu Beginn seiner zweiten Amtszeit beim königsblauen Traditionsklub im September herrschte, ist schon lange in Begeisterung umgeschlagen. "Er besitzt enorme Qualitäten als Mensch und als Trainer, die er genauso einsetzt, wie es die Mannschaft braucht", sagt Manager Horst Heldt.

Heldt hatte vor vier Monaten überraschend Stevens als Nachfolger des wegen eines Erschöpfungssyndroms zurückgetretenen Ralf Rangnick verpflichtet.

Während damals noch große Ungewissheit über den Saisonverlauf herrschte, ist die Stimmung in Gelsenkirchen inzwischen so gut wie in besten Tagen.

Mit Heimsieg zum Vereinsrekord

Am Samstag kann Schalke mit einem Heimerfolg gegen Mainz 05 einen Klubrekord einstellen. Sechs Siege nacheinander konnten vor Stevens als Trainer nur Rangnick (2004/05) und Mirko Slomka (2006/07) feiern.

Möglich wäre sogar der Sprung an die Tabellenspitze, wenn Dortmund in Nürnberg und Bayern München beim Hamburger SV Punkte liegen lassen würden. Dies würde Stevens aber nicht davon abbringen, die erste Meisterschaft für die "Knappen" seit 54 Jahren ins Auge zu fassen.

"Die Mannschaft ist in der Entwicklung. Wir lassen uns die Favoritenrolle nicht einreden", sagt er. Doch die Bundesliga-Bilanz des Teams unter seiner Regie mit neun Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen ist hervorragend. Die Vorsicht beim Formulieren von Saisonzielen hat Stevens beibehalten, ansonsten präsentiert er sich im Vergleich zu seiner ersten Ära in Schalke von 1996 bis 2002 fast wie ein anderer Mensch.

Heldt: "Er ist feinfühlig"

Er ist aufmerksamer, herzlicher und viel seltener schlecht gelaunt. Dem Image des "harten Knochens" und "Knurrers" entspricht er nicht mehr. "Er ist sehr feinfühlig, dabei aber klar und leistungsorientiert. Dazu ist er ein absoluter Teamplayer, der sich nicht wichtig nimmt", sagt Heldt.

Die Spieler erzählen, teilweise mit fast noch ungläubigen Unterton, jedem im Kader begegne Stevens mit großem Respekt. Ersatzspieler oder junge Profis erhalten die gleiche Zuwendung wie die Topstars Klaas-Jan Huntelaar oder Raul, der nach dem Abklingen einer Wadenverhärtung gegen Mainz wieder in das Team zurückkehrt.

Nach dem 4:1 in Köln am Samstag berichteten die Spieler von einer beeindruckenden Ansprache des Trainers, in der er an den Teamgeist appellierte. Nach dem Ausfall der Stammspieler Raul, Farfan, Höwedes, Jones, Fährmann und Holtby hat Stevens es geschafft, die normalerweise in der zweiten Reihe stehenden Profis ausgezeichnet zu integrieren.

Ein persönliches Meisterwerk

Während Rangnick oft über das komplizierte Innenleben des schwierig zu führenden Kaders klagte, verliert Stevens darüber kein Wort. Schalke ist ein Jahr nach der turbulenten Ära Magath wieder ein Team mit einem normalen Sozialleben.

Der Holländer, der Schalke zum UEFA-Pokal-Triumph 1997 und zu den DFB-Pokal-Siegen 2001 und 2002 führte, scheint sich vorgenommen zu haben, seine ganze Erfahrung für ein persönliches Meisterwerk einzubringen. "Verändert habe ich mich eigentlich nicht", sagt er, "ich bin vielleicht gelassener und reifer geworden."

Auch im taktischen Bereich hat Stevens die Mannschaft, die Vereinsführung und die Fans überrascht. Den einst von ihm geprägten Leitspruch "Die Null muss stehen" hat er abgewandelt: "Wir müssen ein Tor mehr schießen als der Gegner."

Schalke hat mit 45 Toren die meisten Treffer nach den Bayern erzielt, allerdings hat die Abwehr auch die meisten Gegentoren von den vier Spitzenteams kassiert, auch weil Stevens geht höhere Risiken eingeht als früher. In Köln nahm er nach dem 0:1 zur Halbzeit Verteidiger Atsuto Uchida raus und brachte in Jose Manuel Jurado nach Huntelaar, Chinedu Obasi und Ciprian Marica eine vierte Offensivkraft. "Das war der Schlüssel zum Sieg", sagte Stevens. Das er sich so deutlich einmal selbst lobt, war auch neu.

Der FC Schalke 04 im Steckbrief

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