TV oder Internet: Sportschau am Scheideweg

SID
Freitag, 10.02.2012 | 18:21 Uhr
DFL-Chef Christian Seifert hat gut lachen - die Bundesliga boomt
© Getty
Advertisement
International Champions Cup
So22.07.
Testspielkracher live im Stream: BVB gegen Liverpool
Club Friendlies
Live
Benfica -
FC Sevilla
Club Friendlies
Live
Marseille -
Villarreal
Club Friendlies
Inter Mailand -
Zenit
J1 League
Kobe -
Shonan
J1 League
Tosu -
Sendai
CSL
Hebei CFFC -
Jiangsu
Allsvenskan
AIK -
Brommapojkarna
International Champions Cup
Liverpool -
Borussia Dortmund
Club Friendlies
Eibar -
Basaksehir
Club Friendlies
Leicester -
Akhisarspor
UEFA Champions League
Ajax -
Graz
Club Friendlies
Huddersfield -
Lyon
Club Friendlies
Marseille -
Real Betis
International Champions Cup
Juventus -
FC Bayern München
International Champions Cup
Borussia Dortmund -
Benfica
International Champions Cup
Man City -
Liverpool
International Champions Cup
AS Rom -
Tottenham
International Champions Cup
AC Mailand -
Man United
International Champions Cup
Atletico Madrid -
Arsenal
Club Friendlies
Blackburn -
Everton
Copa Sudamericana
San Lorenzo -
Temuco
Club Friendlies
Arminia Bielefeld -
SV Werder Bremen
J1 League
Kobe -
Kashiwa
J1 League
Tosu -
Iwata
CSL
Jiangsu -
Shandong Luneng
International Champions Cup
Arsenal -
PSG
Club Friendlies
FC St. Pauli -
Stoke
International Champions Cup
Benfica -
Juventus
International Champions Cup
Chelsea -
Inter Mailand
International Champions Cup
Man United -
Liverpool
International Champions Cup
FC Bayern München -
Man City
International Champions Cup
FC Barcelona – Tottenham
CSL
Guangzhou Evergrande -
Chongqing
Club Friendlies
Groningen -
SV Werder Bremen
Allsvenskan
AIK -
Kalmar
International Champions Cup
PSG -
Atletico Madrid
International Champions Cup
Man United -
Real Madrid
International Champions Cup
Tottenham -
AC Mailand
International Champions Cup
FC Barcelona -
AS Rom
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
UEFA Champions League
Graz -
Ajax
Club Friendlies
Southampton -
Celta Vigo
International Champions Cup
Arsenal -
Chelsea
International Champions Cup
Benfica -
Lyon
Copa Sudamericana
Sao Paulo -
Colon Santa Fe
Club Friendlies
West Ham -
Angers
Club Friendlies
Brighton -
Sporting
Championship
Reading -
Derby County

Der Milliarden-Poker um die Inlands-Medienrechte an der Bundesliga ist endgültig entbrannt. 19 Pakete hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) geschnürt. Auch wenn Christian Seifert, der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung betont, dass es "nicht nur um die Höhe des Ertrages" gehe, so hat die DFL doch ein Konzept entworfen, um auch das letzte Tröpfchen an Ertrag für die Spielzeiten von 2012/13 bis 2016/17 herauszupressen.

Zwei Aspekte stehen beim Bieterverfahren im Vordergrund. Wer die Live-Rechte an allen Spielen erwerben will, muss sich die Pakete Gold, Silber und Bronze sichern. Bei der sogenannten Highlightberichterstattung werden die Szenarien "Klassik" und "Neue Medien" gegeneinander ausgespielt. Es spitzt sich auf die Frage zu: Bleibt die ARD-Sportschau, oder kommt die Internet-Sportschau?

Vieles deutet darauf hin, dass die Höhepunkte der Bundesligaspiele auch in Zukunft zuerst im frei empfangbaren Fernsehen verfolgt werden können. Dies wäre samstags von 18.30 bis 20.15 Uhr sowie sonntags im Zeitfenster von 21.15 bis 23.00 Uhr der Fall. Das Internet wäre mit Verspätung am Zug. Konkurrenten wie Google, Yahoo, oder der Axel-Springer-Verlag scheinen damit gut leben zu können. Sie könnten dann beim nächsten Rechtepoker richtig einsteigen.

Sollten die Rivalen aus dem Internet aber Ernst machen und den Zuschlag für das Szenario "Neue Medien" erhalten, würde die ARD-Sportschau am Samstag um 18.30 Uhr von der Bildfläche verschwinden. Der Zuschauer würde in die Röhre schauen. Der Ball würde im Fernsehen samstags erst zwischen 21.45 und 24.00 Uhr über die Mattscheibe rollen. Die Internet-Sportschau am Samstag von 19.00 bis 20.15 Uhr bekäme den Vorzug.

Seifert: Treiber der Neuen Medien

Seifert forciert die Konkurrenzsituation, die letztlich mehr Profit verspricht. "Wir denken auch an die Möglichkeiten der Zukunft. Die Infrastruktur wird sich in den kommenden Jahren wandeln. Die Bundesliga kann durchaus der Treiber der Neuen Medien sein", sagte Seifert bei der Vorstellung der einzelnen Pakete am Donnerstag und verwies unter anderem auf neue Techniken wie den Hybrid-Fernseher. Der Status quo ist jedoch, dass Millionen Bundesbürger vor allem in ländlichen Gebieten noch immer keinen notwendigen schnellen Internetanschluss besitzen.

Seifert ist ohnehin bemüht, den "klassischen Zuschauern" die Angst zu nehmen: "Die Bundesliga wird ja auf keinen Fall ganz im Internet verschwinden." Seine "persönliche Einschätzung" ist: Beide Szenarien werden am Ende mit ihren Angeboten "nah beieinander liegen".

Sky macht ernst

Spannung verspricht auch die Auktion der Livespiele, denn beim Pay-TV herrscht ebenfalls reichlich Bewegung: Die Deutsche Telekom hat sich positioniert, schmiedet offenbar eine Partnerschaft mit der Vermarktungsfirma Sirius. Sky hält dagegen. Der bisherige Rechteinhaber wird wohl auch für weitere Verbreitungswege bieten, um mobile Rechte zu erwerben und sein Angebot Sky-Go zu stärken.

Wie ernst es Sky ist zeigt die Ankündigung, 71 Millionen neue Aktien auszugeben. Damit könnte Sky über 150 Millionen Euro erlösen. Die Kapitalerhöhung soll frisches Geld für den Kampf um die Liga-Rechte bringen.

Die DFL reibt sich schon jetzt die Hände. Mit einem Zuwachs von 412 auf 460 Millionen Euro pro Jahr und einer Gesamteinnahme von etwa zwei Milliarden Euro in den nächsten vier Jahren darf die DFL rechnen. Dies wäre ein Plus von zehn Prozent gegenüber den vergangenen vier Jahren.

Poker mit verdeckten Karten

Dabei gleicht die Rechte-Auktion einer Partie Poker mit verdeckten Karten. Die DFL legt geheime Preisvorstellungen für jedes Paket fest. Erreicht ein Unternehmen diesen Preis und bietet zugleich über 20 Prozent mehr als der zweithöchste Interessent, wird das Angebot angenommen.

Die Botschaft ist klar: Wer hoch einsteigt bekommt den Zuschlag unabhängig von anderen Kriterien wie technischer Reichweite, Zuschaueranteilen, oder Konzepten. Die Entscheidung über die Vergabe soll Ende April gefallen sein. Die DFL darf sich schon jetzt als Gewinner fühlen.

Der Spielplan und die Tabelle der Bundesliga im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung