Die Stimmen zum 22. Spieltag

Magath: "...dann stimmt hier etwas nicht!"

SID
Sonntag, 19.02.2012 | 20:22 Uhr
Felix Magath war nach der Niederlage an seiner alten Wirkungsstätte auf Schalke enttäuscht
© Getty
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Felix Magath regt sich über die Niederlage des VfL Wolfsburg beim FC Schalke 04 auf. Fredi Bobic moniert nach der Niederlage in Hannover das Abwehrverhalten des VfB Stuttgart. Andre Schürrle ist über die Unruhe bei Bayer Leverkusen überrascht. Thorsten Fink sieht ein, dass der Hamburger SV noch nicht um die internationalen Plätze spielt. Und Kevin Großkreutz weiß: Man muss auch mal dreckige Siege einfahren. Die Stimmen zum 22. Spieltag von "Sky" und "Liga Total!".

Hannover 96 - VfB Stuttgart 4:2

Fredi Bobic (Sportdirektor VfB Stuttgart): "Es hört sich blöd an, wenn man 2:4 verliert und 0:4 hinten lag: Die Jungs haben über 90 Minuten vieles gar nicht so schlecht gemacht. Wenn man nach 15 Minuten drei Standardsituationen drei Tore bekommt, kann man kein Spiel gewinnen. Da muss man sich konzentrieren. Wir müssen die Standards in den Griff bekommen."

Mirko Slomka (Trainer Hannover 96): "Nach einem 4:0 schaltet man per se einen Gang zurück, erst Recht, wenn man weiß, dass man am Donnerstag ein schweres Spiel hat in der Europa League in Brügge. Zudem haben wir von der Bank reagiert und zweimal gewechselt und damit die Stammformation auseinandergenommen. Das haben die Spieler wahrscheinlich auf dem Platz so wahrgenommen: Wir können einen Gang zurückschalten. Dann kommt so eine starke Mannschaft wie der VfB Stuttgart natürlich noch einmal zurück. Insofern war es noch ein bisschen spannend."

 

FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg 4:0

Felix Magath (Trainer VfL Wolfsburg): "Die Mannschaft darf sich so nicht präsentieren. Wir dürfen ein Spiel nicht so herschenken, wie wir es heute getan haben. Nach dem 0:1 haben wir aufgehört, mitzumachen. Das geht nicht! Das Problem ist, dass wir dasselbe Verhalten gezeigt haben wie in der Vorrunde. Von daher muss man langsam die Frage stellen, was die etablierten Spieler hier für eine Rolle spielen. Ich hatte auf Grund der Stärken auf den Außenpositionen von Schalke zwei rechte und zwei linke Verteidiger gehabt. Wenn beide Seiten nicht in der Lage sind, so einen Gegner zu kontrollieren, dann stimmt hier etwas nicht."

...über die Perspektive: "Selbstverständlich brauchen wir keine neue Zielsetzung ausgeben, nachdem wir heute so desolat aufgetreten sind. Wir müssen daran arbeiten, dass die Spieler lernen, mehr Verantwortung zu übernehmen für ihr Tun."

Diego Benaglio (VfL Wolfsburg): "Wir haben phasenweise ganz schlecht verteidigt und es dem Gegner so unheimlich leicht gemacht. Es ist uns überhaupt nicht gelungen, das in der zweiten Hälfte zu korrigieren, was wir in der ersten Halbzeit schlecht gemacht haben. Wenn wir so auftreten, reißt unsere Auswärtsserie nie."

Huub Stevens (Trainer Schalke 04): "Wolfsburg war ein dankbarer Gegner heute. Wir haben die Wolfsburger Fehler ausgenutzt. Das einzige, mit dem man heute kritisch sein kann, war die Chancenverwertung. Timo Hildebrand hat Ruhe ausgestrahlt. Wir hatten einige Momente in der zweiten Halbzeit, in denen wir nicht so konzentriert waren. Da hat er super gehalten. Wir haben ihn nicht umsonst geholt."

Raul (Schalke 04): "Für mich war der Sieg wichtig und die Art und Weise, wie wir gespielt haben. Ich wusste gar nicht, dass es mein 400. Tor war. Ich hatte in den letzten Wochen einige gesundheitliche Probleme, habe mich aber für die Mannschaft aufgeopfert."

...über seinen Verbleib auf Schalke: "Wir müssen die Gespräche abwarten. Natürlich ist die Wärme der Fans etwas, das in meine Entscheidung einfließt."

 

SC Freiburg - FC Bayern München 0:0

Christian Nerlinger (Sportdirektor Bayern München): "Wir gehen sehr kritisch mit der Leistung um. Wenn wir die individuelle Klasse der beiden Mannschaften vergleicht, muss man aus objektiver Sicht sagen, dass wir heute die bessere Mannschaft waren, aber man konnte das heut nicht sehen. Wir werden in Ruhe analysieren, was möglich ist. Nur wenn wir so weitermachen, haben wir mit der deutschen Meisterschaft nichts zu tun."

Juppy Heynckes (Trainer Bayern München): "Ich hatte in der Spielbesprechung darauf hingewiesen, wie Freiburg spielt. Das haben wir besonders in der 1. Hälfte zu spüren bekommen. Wir waren viel zu pomadig und haben gedacht, wir kommen mit unseren spielerischen Mitteln zum Erfolg. Da muss man energisch dagegen halten, die Gangart mitgehen, das Tempo mit aufnehmen."

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Wir haben in den letzten Wochen sehr ordentlich gespielt und nicht gewonnen. Auch heute haben wir eine Menge Aufwand betrieben und doch nur einen Punkt. Aber er ist schön, dass die Mannschaft sich wenigstens mit diesem Punkt belohnt hat. Die Spieler haben alles gegeben und dem Druck standgehalten. In der ersten Halbzeit war schon vieles so, wie wir uns das gewünscht haben. Wir hätten auch in Führung gehen können. Dann hält Olli Baumann kurz vor der Pause den Ball, den die Bayern normalerweise nutzen. In der zweiten Halbzeit wurde es dann schwieriger, aber wir haben trotzdem versucht, den ein oder anderen Konter zu setzen. Am Ende war es ein verdienter Punkt. Wenn man gegen so eine klasse Mannschaft spielt, ist das gut für uns."

 

Bayer Leverkusen - FC Augsburg 4:1

Andre Schürrle (Bayer Leverkusen): "Als ich nach Leverkusen gewechselt bin, hieß es, das ist ein ruhiger Verein. Ich dachte, hier würde Ruhe herrschen - aber es das krasse Gegenteil im Moment. Die Zeitungen stürzen sich auf uns und erfinden immer neue Geschichten außen herum um den Fußball. Das nervt die Mannschaft, das bringt Unruhe rein und die Fans werden unzufrieden. Hier muss schleunigst wieder Ruhe einkehren."

Robin Dutt (Trainer Bayer Leverkusen): "Die Ansprüche sind hoch. Wenn die Leute nicht zufrieden sind, müssen wir uns hinterfragen, was wir besser mache können. Das tun wir und so gilt es zu bewerten und nicht anders."

Hamburger SV - Werder Bremen 1:3

Thorsten Fink (Trainer Hamburger SV): "Wir sind noch nicht so weit, dass wir um einen UEFA-Cup-Platz mitspielen können - das hat man heute gesehen. Wenn man das Derby verliert, ist man natürlich nicht glücklich. Ich war aber mit der Gesamtleistung der Mannschaft zufrieden, es war ein rassiges Derby, meine Spieler haben einen großen Kampf geliefert, Chancen gehabt, aber leider Fehler in der Vorwärtsbewegung gemacht. Die wurden dann bestraft, denn Werder hat seine Chancen gut ausgespielt und verdient gewonnen. Wir wollen ins gesicherte Mittelfeld - und da ist meine Mannschaft auf einem guten Weg. Nach unten müssen wir immer aufpassen, schauen aber optimistisch nach vorn, um unser Ziel, einen Platz in den Top 10, zu erreichen."

Thomas Schaaf (Trainer Werder Bremen): "Bei Otto Rehhagel bin ich nicht überrascht. Wenn er zusagt und das macht, dann weiß er, was er macht und dann ist er überzeugt, dass es funktioniert."

 

1. FC Kaiserslautern - Borussia Mönchengladbach 1:2

Marco Kurz (Trainer 1. FC Kaiserslautern): "Das ist insofern bitter, weil die Einstellung der Mannschaft heute in Ordnung war - die Qualität muss besser werden."

Lucien Favre (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Mit dem Sieg bin ich sehr zufrieden."

Dante: "Ich bleibe hier mit meinen Kollegen sehr konzentriert und was ich im Sommer mache, interessiert mich nicht jetzt."

Marco Reus (Borussia Mönchengladbach): "Es war sehr schwer. Bei den Platzverhältnissen konnte man nicht so guten Fußball spielen. Für Kaiserslautern war das genauso. Aber letztendlich haben wir das Spiel gewonnen und das zählt."

Sandro Wagner (1.FC Kaiserslautern): "Ich denke, man muss sowohl der Mannschaft als auch den Fans ein Kompliment machen. Wir waren eine Wand - alle zusammen. Leider hat es trotzdem nicht gereicht. Es war eine vermeidbare Niederlage, doch wir glauben bis zuletzt an den Klassenerhalt. Wir haben einen langen Atem und stehen alle zusammen."

 

Hertha BSC - Borussia Dortmund 0:1

Rene Tretschok (Interims-Coach Hertha BSC): "Im Endeffekt tut mir das für die Mannschaft leid. Sie hat viel investiert. Ich kann mir nichts vorwerfen. Ein Punktgewinn wäre gerechtfertigt gewesen."

Kevin Großkreutz (Borussia Dortmund): "Es muss nicht immer schön sein. Hauptsache wir haben gewonnen. Arbeitssieg ist mir scheißegal. Auch wenn wir was weiß ich gespielt haben: Hauptsache wir haben drei Punkte und das zählt."

 

1. FC Nürnberg - 1. FC Köln

Dieter Hecking (Trainer 1. FC Nürnberg): "Die bessere Mannschaft hat heute gewonnen, es war ärgerlich, dass wir überhaupt den Ausgleich bekommen haben. Wir haben ein wirklich gutes Heimspiel gemacht. Wir waren die bessere Mannschaft. Wir haben es nur nicht verstanden, wieder noch mehr Ruhe hereinzubringen."

Michael Rensing (1. FC Köln): "Wir müssen hart arbeiten und in den nächsten Wochen die Punkte erzwingen - wir sind jetzt im Abstiegskampf angekommen!"

Raphael Schäfer (1 FC Nürnberg): "Wir haben das Spiel so angenommen, wie man ein Abstiegsduell annehmen muss: Wir waren präsent, wir waren in den Zweikämpfen drin - und so muss es weitergehen."

Der 22. Spieltag im Überblick

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