Kapitän verlängert beim BVB

Sebastian Kehl: Der Arschtrittabwehrer

Von Jochen Tittmar
Freitag, 24.02.2012 | 09:20 Uhr
Sebastian Kehl wäre vor seinem Transfer zum BVB beinahe zum FC Bayern München gewechselt
© Imago
Advertisement
Premier League
Sa18:30
Liverpool - Chelsea - Der Kampf um die CL-Plätze
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheffield Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Crotone
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak Moskau -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Premiership
Rangers -
Aberdeen
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)
Copa Libertadores
Lanus -
Gremio
Indian Super League
Goa -
Bengaluru
Copa del Rey
Villarreal -
Ponferradina
Cup
Zulte-Waregem -
Brügge
Coppa Italia
Genua -
Crotone
Indian Super League
Jamshedpur -
Kalkutta
Serie A
AS Rom -
SPAL
Primeira Liga
Sporting -
Belenenses
Ligue 1
Dijon -
Bordeaux
Serie A
Neapel -
Juventus
Championship
Leeds -
Aston Villa
Primera División
Malaga -
Levante
Primeira Liga
Porto -
Benfica
J1 League
Iwata -
Kashima
J1 League
Kobe -
Shimizu
A-League
Newcastle -
Melbourne City
Primera División
Barcelona -
Celta Vigo
Premier League
Chelsea -
Newcastle
Premier League
Lok Moskau -
Kasan
Premier League
Brighton -
Liverpool
Championship
Millwall -
Sheffield Utd
Primera División
Atletico Madrid -
Real Sociedad
Ligue 1
Straßburg -
PSG
Premier League
Arsenal -
Man United
Primera División
Sevilla -
La Coruna
Championship
Bristol City -
Middlesbrough
Ligue 1
Lille -
Toulouse
Ligue 1
Monaco -
Angers
Ligue 1
Nizza -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Amiens
Ligue 1
Troyes -
Guingamp
Premier League
Watford -
Tottenham (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Vitesse
Primera División
Bilbao -
Real Madrid
Serie A
FC Turin -
Atalanta
Premier League
Leicester -
Burnley (Delayed)
Premier League
Everton -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Stoke -
Swansea (Delayed)
Premier League
West Brom -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Leganes -
Villarreal
Serie A
Benevento -
AC Mailand
Premiership
Aberdeen -
Rangers
Eredivisie
PSV -
Sparta
Premier League
Bournemouth -
Southampton
Ligue 1
St. Etienne -
Nantes
Serie A
Bologna -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Sassuolo
Serie A
Inter Mailand -
Chievo Verona
Primera División
Getafe -
Valencia
Ligue 1
Caen -
Lyon
Premier League
Man City -
West Ham
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Inter Zapresic
Primera División
Eibar -
Espanyol
First Division A
Zulte-Waregem -
Gent
Primera División
Las Palmas -
Real Betis
Serie A
Sampdoria -
Lazio
Ligue 1
Montpellier -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Arsenal
Serie A
Crotone -
Udinese
Championship
Birmingham -
Wolverhampton
Primera División
Girona -
Alaves
Serie A
Hellas Verona -
Genua
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Auckland City
Indian Super League
Chennai -
Kalkutta
Indian Super League
NorthEast Utd -
Bengaluru
Ligue 1
Bordeaux -
Strasbourg
Championship
Sheffield Utd -
Bristol City
Primera División
Alaves -
Las Palmas

In den vergangenen sechs Jahren spielte das Schicksal Dortmunds Sebastian Kehl übel mit. Der von dutzenden Verletzungen geplagte Kapitän der Borussia riss sich jedoch jedes Mal zusammen und kam zurück - um dann den nächsten Rückschlag zu erleiden. Seit dieser Saison ist der 32-Jährige gesund und dankt es mit starken Leistungen, die der BVB nun mit einer Vertragsverlängerung honorierte.

Wenn die Jungspunde im Kader von Borussia Dortmund die "Playstation" anschmeißen, gefällt sich Kapitän Sebastian Kehl höchstens in der Rolle des Zuschauers. Mit den flinken Fingern der Jungs, die teilweise mehr als zehn Jahre nach ihm das Licht der Welt erblickten, kann der 32-Jährige nicht mithalten.

Kehls Stärken liegen im Bereich klassischer Sportarten, wie sich zuletzt beim Wintertrainingslager im spanischen La Manga zeigte. Beim Tischtennis mit Bundestrainer Jörg Roßkopf war Kehl der Beste im Team des Meisters und schaffte es sogar, einem der erfolgreichsten deutschen Spieler aller Zeiten ein paar Punkte abzunehmen.

Kehl: "Im Moment kann ich einfach glücklich sein"

Der Fußballer Kehl war zu dieser Zeit verletzt. Er kurierte einen Faserriss aus. Mittlerweile eine Lappalie für einen wie ihn. Um Kehl ernsthaft zu schocken, muss schon deutlich mehr passieren.

"Im Moment kann ich einfach glücklich sein und meinem Beruf nachgehen", sagte er kurz vor den Weihnachtsferien - trotz Verletzung.

Dass Aussprüche wie diese seit der Zeit nach der WM 2006 Seltenheit besaßen, ist eine oft erzählte Geschichte. Das unglaubliche Pech, das Kehl in den letzten sechs Jahren verfolgte, spottet jeder Beschreibung.

Arschtritte des Schicksals

Er werde sich zurückkämpfen, den Rückstand Stück für Stück aufzuholen versuchen, erzählte er jedes Mal fast wortgleich. Nur um körperlich halbwegs wiederhergestellt den nächsten Arschtritt des Schicksals über sich ergehen zu lassen. Eine Endlosschleife an Verletzungen, Reha-Maßnahmen, Arztbesuchen und Comebackversuchen.

Kehl gab nie auf. Er spulte jedes Programm zur Wiedergenesung ab, als ob er es zum ersten Mal absolvieren würde. Und musste immer wieder betonen, dass er an seine Rückkehr glaube, an eine Wendung zum Positiven.

"Es ist das Kreuz, das ich zu tragen habe. Es war immer eine Herausforderung, mich wieder heranzukämpfen. Mir macht es Spaß, den Leuten zu beweisen, dass ich noch nicht zum alten Eisen gehöre", erzählt der 31-malige Nationalspieler rückblickend.

Passt Kehl noch zum Fußball des BVB?

Und Kehl bewies es. Kehrte er nach einer Blessur zurück in die Mannschaft, fiel er nur selten ab und präsentierte sich erstaunlich zügig wieder auf der Höhe des Geschehens. Bis ihn eben die nächste Verletzung erneut zurückwarf.

Obwohl Kehl vor Beginn der aktuellen Spielzeit lediglich 60 von 170 möglichen Partien bestreiten konnte, hatte er teamintern den Status des Führungsspielers, des Wortführers und Kapitäns nie verloren.

Ob diese Eigenschaften aber ausreichen, um in der so jugendlichen Dortmunder Mannschaft dauerhaft einen Platz zu finden? Die Öffentlichkeit hatte Zweifel. Angebrachte Zweifel. Der unter Jürgen Klopp gepflegte Stil des mit physischer Extrembelastung gepaarten Hochgeschwindigkeitsfußballs ließ für einen instabilen Spieler wie Kehl keine günstige Prognose zu.

Kehl: "Wenn ich fit bin..."

Wenn man die Bewegungsabläufe eines Benders oder eines Sahins sieht, wie soll da der "alte" Kehl noch mithalten können, fragten sich viele nicht nur hinter vorgehaltener Hand.

Den Leidgeplagten schien das Gerede nicht wesentlich zu stören. Er war es ja auch gewohnt, aufhalten konnte er es sowieso nicht.

"Wenn ich fit bin, stand ich in der Vergangenheit immer auf dem Platz." Auch einer jener Sätze, die man häufig von ihm vernahm. Und sich wunderte, ob Kehl denn die Zeichen der Zeit nicht erkennen will.

Kehl gesund und Stammspieler

Nun, im Februar 2012, fast sechs Jahre nach dem fatalen Zweikampf mit Hasan Salihamidzicam ersten Bundesligaspieltag nach der WM 2006, hat Sebastian Kehl seinen Vertrag beim BVB abermals verlängert.

Kehl gehört noch nicht zum alten Eisen. Er hat seine fußballerischen Qualitäten ein weiteres Mal in die Gegenwart retten können. Er ist fit. Über einen längeren Zeitraum. In dieser Saison stand er schon öfter auf dem Platz als in den vergangenen beiden Spielzeiten zusammen.

Nicht erst aufgrund seiner irren Krankenakte spielt Kehl derzeit einen bemerkenswert guten Park. Er darf sich Stammspieler nennen. Der 19-jährige Moritz Leitner sowie Ilkay Gündogan (21), zum Start der Spielzeit im Ranking der defensiven Mittelfeldspieler noch deutlich vor Kehl positioniert, müssen sich hinter dem ehemaligen Dauerpatienten anstellen.

Kehl kann man "sehr gut gebrauchen"

Der interpretiert seine Rolle mit all seiner Erfahrung und Ruhe. Kehl koordiniert das Defensivspiel und die Rollenverteilung im Mittelfeld. Er findet die ideale Balance zwischen aggressiver Zweikampfführung im Spiel gegen den Ball und offensiven Vorstößen - und erstaunt durch sein Laufpensum, das sich von dem seiner Mitspieler nicht unterscheidet.

"Ich genieße es, den Rhythmus der Mannschaft mitmachen zu können. Ich fühle mich gerade sehr stabil und voller Kraft. Ich muss mich nicht übermäßig behandeln lassen, habe keine Extratermine mit Reha-Trainern oder irgendwelchen Ärzten. Endlich konnte ich mal wieder kontinuierlich zeigen, dass man mich auch weiterhin sehr gut gebrauchen kann", sagt Kehl in derselben Tonlage, die er auch als Verletzter anschlug.

Die aktuellen Darbietungen im Maschinenraum des BVB-Spiels unterstreichen sein im Krankenstand gezeigtes Selbstbewusstsein: Er ist fit, also spielt er auch.

Neuer Vertrag, zwölfte Saison beim BVB

Kehl hat es geschafft. Der "absolute Leader", wie ihn Klopp nennt, hat ausgezeichnete Chancen, dass der Dortmunder Höhenflug nun auch endlich einmal seine Unterschrift trägt.

Kehl ist jedoch nicht erst aufgrund seiner Vergangenheit geläutert genug um zu wissen, dass es jederzeit zu einem weiteren Rückschlag kommen kann - die Bandbreite an Verletzungen ist für Fußballprofis kolossal. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als den Moment zu genießen. Und genau das tut er auch.

"Alles, was um ihn herum passiert, tut ihm gut. Und er tut uns gut", sagt der Trainer. Ab dem Sommer auch in seiner zwölften Saison bei den Westfalen.

Sebastian Kehl im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung