Ralf Rangnick meldete sich nach fünf Monaten wieder im Fernsehen zu Wort
Ralf Rangnick meldete sich nach fünf Monaten wieder im Fernsehen zu Wort
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Ralf Rangnick: Erster Auftritt nach Burnout

Sonntag, 19.02.2012

Rangnick: "Ein totaler körperlicher Breakdown"

Ende September 2011 zog sich Ralf Rangnick aufgrund einer Burnout-Erkrankung aus der Öffentlichkeit zurück. Fünf Monate nach seinem überraschenden Rücktritt als Trainer des FC Schalke 04 meldete sich der 53-Jährige wieder zu Wort. Im "Aktuellen Sportstudio" sprach Rangnick am Samstagabend über seinen Gesundheitszustand, seine Zukunft als Trainer und seine Erfahrungen mit der Krankheit.

Ralf Rangnick über...

...seinen Gesundheitszustand: "Ich kann sagen, mir geht es deutlich besser. Die letzten fünf Monate haben auf eine gewisse Art und Weise richtig gut getan."

...über die Gerüchte, er werde im Sommer Trainer in Berlin: "Wenn Trainer gesucht werden, dann werden auch immer Namen diskutiert. Dass meiner nun auch genannt wurde, konnte ich nicht verhindern. Aber ganz ehrlich: Über Zeit und Ort meiner Rückkehr, ob in Deutschland oder im Ausland, darüber habe ich mir noch keine konkreten Gedanken gemacht. Das lasse ich in aller Ruhe auf mich zukommen."

...über seine Erkrankung: "Nach den viereinhalb Jahren in Hoffenheim hatte ich mir eigentlich fest vorgenommen, noch ein halbes Jahr mit einer neuen Aufgabe zu warten. Dann kamen aber die Anfragen, unter anderem aus Schalke. Und da musste ich mich entscheiden: Entweder gleich oder gar nicht. Sportlich war das die richtige Entscheidung, aber ich habe in den letzten Spielen und dann auch in der Sommerpause gemerkt, dass ich den Akku nicht mehr aufladen konnte. Ich war immer ein Trainer, der eher zu viel Energie hat, ich lebe auch davon, meine Energie weiterzugeben. Wenn man dann merkt, dass man sich fühlt, als hätte einem jemand den Stecker gezogen, ist das sehr kritisch."

...seinen Rücktritt: "Das war natürlich eine brutale Entscheidung. Aber ich hatte das Feuer und die Freude nicht mehr in der Form. Und man kann in der Bundesliga nicht ein bisschen Trainer sein. Es geht nur ganz oder gar nicht. Ich war anfangs ja selbst überrascht, dass ich keine Energie mehr hatte und habe mir gesagt: 'Reiß' dich zusammen, stell dich nicht so an!' Aber ich konnte den Beruf in der Form nicht mehr guten Gewissens machen. Meine Entscheidung war richtig und notwendig."

...die Tage nach dem Rücktritt: "Ich bin im Anschluss ein paar Tage weggefahren, um Abstand zu bekommen. Für mich war das sehr irritierend, weil ich es nicht gewohnt war, keine Energie zu haben. Ich wollte dann erstmal eine genaue Diagnose bekommen. Tatsächlich waren auch meine Blutwerte katastrophal, dazu kam ein Virus aus einer älteren Drüsenfieber-Erkrankung, der wieder chronisch aktiv war und auch die hormonellen Werte waren total aus dem Gleichgewicht. Es ein totaler körperlicher Breakdown. Ich habe einfach nicht gut genug auf mich selber geachtet, dazu kamen auch Dinge wie schlechte Essgewohnheiten."

...seine Zukunft: "Ich bin überzeugt, dass ich wieder als Trainer arbeiten werde. Ich fühle mich wieder in der mentalen und körperlichen Verfassung zu sagen, ich könnte jetzt wieder eine Mannschaft übernehmen. Ich werde allerdings auf einige Dinge achten, mir selber wieder ein paar mehr Auszeiten nehmen, zum Beispiel selbst auch mehr Sport trieben. Das habe ich mir für die Zukunft fest vorgenommen."

...konkrete Pläne: "Ich habe mir selbst noch keine Gedanken gemacht, insofern macht es auch keinen Sinn sich zu äußern. Entscheidend ist, dass es wieder passt wie auf Schalke oder in Hoffenheim. Wie weit oben der Verein in der Tabelle steht, spielt nicht die entscheidende Rolle."

Ralf Rangnick im Steckbrief

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Fünf Monate nach seinem Rücktritt sprach Ralf Rangnick über seine Burnout-Erkrankung und die Gründe für seine Entscheidung. Die beste Nachricht: Er fühlt sich bereit für eine Rückkehr.

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