Fussball

Der feine Unterschied

Von Florian Bogner
Thomas Müller oder Arjen Robben: Wer passt beim FC Bayern besser auf den rechten Flügel?
© Getty

Zweikämpfe: Erstaunlicherweise ist Individualist Robben auch der bessere Zweikämpfer, dazu gewinnt er im Schnitt mehr Kopfballduelle als Müller, der allerdings öfter in Zweikämpfe verwickelt ist.

Als Rechtsaußen kommt Müller im Schnitt auf 26 Zweikämpfe pro 90 Minuten, von denen er durchschnittlich 45,3 Prozent gewinnt. Robben bestreitet hingegen nur 20,3 Zweikämpfe pro 90 Minuten, gewinnt davon aber 47,2 Prozent.

Bei Luftduellen ist Robben im Schnitt ein klein wenig erfolgreicher als Müller (41,0 Prozent gewonnene Kopfballduelle gegenüber 39,2 bei Müller). Dafür ist der Deutsche der aufmerksamere Spieler und fängt pro 90 Minuten 2,43 Zuspiele ab - Robben kommt nur auf 1,79 abgefangene Bälle.

Zusammenspiel: Schaut man sich die Passstatistiken der beiden diese Saison an, kann man mehrere Dinge feststellen. Zum einen wird Robben als Rechtsaußen vom Zehner Toni Kroos deutlich öfter mit einem langen Pass (= mehr als 30 Meter) in Szene gesetzt als Müller, wenn er rechts spielt (13:2). Dafür wird Robben von Kroos deutlich seltener mit einem Kurzpass gesucht als Müller (13:47).

Für Rechtsverteidiger Rafinha macht es hingegen keinen Unterschied, wer vor ihm spielt - er bedient beide Spieler in etwas gleich oft (111 Pässe auf Robben, 115 auf Müller). Anatolij Tymoschtschuk hat als rechter Sechser hingegen einen besseren "Draht" zu Robben (44:30). Interessant ist die Tatsache, dass Stürmer Mario Gomez wesentlich öfter auf Müller ablegt (32-mal) als auf Robben (17-mal).

Holger Badstuber wählt in der Spieleröffnung hingegen lieber den Diagonalball auf Rechtsaußen, wenn Müller diese Position spielt (12 lange Bälle auf Müller, 8 auf Robben). Der Niederländer ist dafür im Allgemeinen der aktivere Spieler und kommt als Rechtsaußen im Schnitt auf zehn Ballkontakte mehr als Müller pro 90 Minuten (64,3 gegenüber 54,6) - beide erreichen dabei in dieser Saison ihren persönlichen Top-Wert.

Interessant ist eine Statistik, wenn Robben und Müller gemeinsam auf dem Platz stehen: In diesem Fall spielte Müller diese Saison schon 35 Pässe auf Robben, der Niederländer gab den Ball selbst aber nur zweimal wieder an Müller ab.

Fazit: Arjen Robben sucht in einer von Verletzungen durchzogenen Spielzeit noch nach der Effektivität früherer Tage. In der Rückrunde der Vorsaison hat der Niederländer jedoch bewiesen, dass er auch nach einer längeren Pause sofort Leistung abrufen kann.

Statistisch ist Robben nämlich bei weitem nicht so schlecht, wie er in dieser Spielzeit schon gemacht wurde - in Zahlen ausgedrückt lässt sich auch Robbens proklamierter Eigensinn höchstens bei der Anzahl der Dribblings nachweisen.

Sollte Jupp Heynckes bald wieder auf Robben setzen, wird dieser auch wieder für Tore sorgen - dafür steht seine starke Torquote von 33 Treffern in 51 BL-Spielen Pate. Diese Quote erreicht Müller mit 28 Toren in 90 Spielen nicht.

Der deutsche Nationalspieler hat in dieser Saison dramatisch an eigener Torgefahr eingebüßt - als rechter Mittelfeldspieler verwandelte er gar nur zwei der letzten zehn Großchancen. Als Assistgeber ist er in dieser Spielzeit aber immerhin noch genauso wertvoll wie in früheren Tagen.

Der Kader des FC Bayern München im Überblick

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