Andreas Beck im Interview

Beck: "Mich kann nichts mehr schocken"

Von Interview: Haruka Gruber
Freitag, 17.02.2012 | 11:55 Uhr
Andreas Beck spricht in seiner Funktion als Kapitän mit Daniel Williams
© Imago
Advertisement
Premier League
Sa18:30
Liverpool - Chelsea - Der Kampf um die CL-Plätze
Copa Sudamericana
Flamengo -
Junior
Indian Super League
Kerala -
Jamshedpur
Ligue 1
St. Etienne -
Straßburg
Premiership
Dundee -
Rangers
Premier League
West Ham -
Leicester
Primera División
Celta Vigo -
Leganes
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheff Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Crotone
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Premiership
Rangers -
Aberdeen
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)
Copa Libertadores
Lanus -
Gremio
Indian Super League
Goa -
Bengaluru
Copa del Rey
Villarreal -
Ponferradina
Cup
Zulte-Waregem -
Brügge
Coppa Italia
Genua -
Crotone
Copa Sudamericana
Junior -
Flamengo
Indian Super League
Jamshedpur -
Kalkutta
Serie A
AS Rom -
SPAL
Primeira Liga
Sporting -
Belenenses
Ligue 1
Dijon -
Bordeaux
Serie A
Neapel -
Juventus
Championship
Leeds -
Aston Villa
Primera División
Malaga -
Levante
Primeira Liga
Porto -
Benfica
J1 League
Iwata -
Kashima
J1 League
Kobe -
Shimizu
A-League
Newcastle -
Melbourne City
Primera División
Barcelona -
Celta Vigo
Premier League
Chelsea -
Newcastle
Premier League
Lok Moskau -
Kasan
Premier League
Brighton -
Liverpool
Championship
Millwall -
Sheffield Utd
Primera División
Atletico Madrid -
Real Sociedad
Ligue 1
Straßburg -
PSG
Premier League
Arsenal -
Man United
Primera División
Sevilla -
La Coruna
Championship
Bristol City -
Middlesbrough
Ligue 1
Lille -
Toulouse
Ligue 1
Monaco -
Angers
Ligue 1
Nizza -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Amiens
Ligue 1
Troyes -
Guingamp
Premier League
Watford -
Tottenham (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Vitesse
Primera División
Bilbao -
Real Madrid
Serie A
FC Turin -
Atalanta
Premier League
Leicester -
Burnley (Delayed)
Premier League
Everton -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Stoke -
Swansea (Delayed)
Premier League
West Brom -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Leganes -
Villarreal
Serie A
Benevento -
AC Mailand
Premiership
Aberdeen -
Rangers
Eredivisie
PSV -
Sparta
Premier League
Bournemouth -
Southampton
Ligue 1
St. Etienne -
Nantes
Serie A
Bologna -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Sassuolo
Serie A
Inter Mailand -
Chievo Verona
Primera División
Getafe -
Valencia
Ligue 1
Caen -
Lyon
Premier League
Man City -
West Ham
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Inter Zapresic
Primera División
Eibar -
Espanyol
First Division A
Zulte-Waregem -
Gent
Primera División
Las Palmas -
Real Betis
Serie A
Sampdoria -
Lazio
Ligue 1
Montpellier -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Arsenal
Serie A
Crotone -
Udinese
Championship
Birmingham -
Wolverhampton
Primera División
Girona -
Alaves
Serie A
Hellas Verona -
Genua
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Auckland City

Als Kapitän erlebte Andreas Beck das Hoffenheimer Chaos hautnah mit und fordert nach dem Trainerwechsel zu Markus Babbel ein grundsätzliches Umdenken - auch von Mäzen Dietmar Hopp. Der 24-Jährige über fehlende Identität, ein Nationalmannschafts-Comeback und den Sprung in "Dani-Alves-Sphären".

SPOX: Herr Beck, was denken Sie sich, wenn Sie die italienische Tabelle sehen und Juventus in der Spitzengruppe erblicken?

Andreas Beck: Ich nehme das einfach mal so hin.

SPOX: Keine Reue, dass Sie im Sommer in Hoffenheim verlängert und nicht den Kontakt zu Juventus intensiviert haben, das an Ihnen interessiert war?

Beck: An solche Gedanken kann ich keine Zeit verschwenden. Natürlich habe ich mir es anderes vorgestellt, wie das erste Jahr nach meiner Verlängerung läuft, aber die letzten Wochen waren so turbulent, dass mich nur eine Frage beschäftigt: Wie finden wir zurück in die Spur?

SPOX: Das Kapitel Holger Stanislawski haben Sie für sich bereits abgeschlossen?

Beck: Es bleibt einem nichts anderes übrig. Stanislawski ist ein ganz besonderer Mensch. Ein Trainer, der einen emotional so erreicht, wie ich es noch nie erlebt habe. Andererseits muss man der Wahrheit ins Auge schauen: Wir haben es zusammen nicht geschafft, den Ansprüchen gerecht zu werden.

SPOX: Ihre Leistungen in dieser Saison sind ein Abziehbild für die Mannschaft: Nach anfangs guten Leistungen im 4-2-4-System wurden Sie zusehends schwächer. Woher kommt der Umschwung?

Beck: Es ist seltsam: Die ersten Spieltage fühlten sich richtig gut an. Ich hatte die Unruhe wegen der Wechselgerüchte hinter mir gelassen und genoss es, dass meine Zukunft geklärt war und uns so ein extrem guter Saisonstart gelang. Wir gewannen vier der ersten sechs Spiele! Und dann passierte plötzlich etwas Merkwürdiges: Es ging auf einmal bergab - nicht nur für ein paar Wochen, sondern durchgängig. Das hat uns alle etwas in Unruhe versetzt. Als es selbst nach der Winterpause nicht besser wurde, machte sich auch die Mannschaft große Sorgen. Wir verstehen es immer noch nicht, warum wir den Hebel nicht umlegen konnten.

SPOX: Die Mannschaft ist talentiert - doch fehlt ihr der Charakter?

Beck: Der große Teil hat den absoluten Willen, sportlich erfolgreich zu sein. Aber es ist bei uns wie bei vielen anderen Vereinen so, dass es negative Strömungen in der Kabine gibt, wenn es nicht läuft. Man findet dann immer Spieler, die nicht so behandelt werden, wie sie es sich wünschen. Unzufriedenheit, Frust, dazu noch das Aus im Pokal-Viertelfinale gegen einen Zweitligisten zuhause - es summierte sich einiges.

SPOX: Haben Sie sich in den letzten Wochen selbst hinterfragt, ob Sie als Kapitän richtig handeln? Ob Sie vielleicht Tacheles hätten reden sollen, um ein Zeichen zu setzen?

Beck: Natürlich bin ich kritisch mit mir selbst umgegangen. Ich bin in den letzten Jahren in die Führungsrolle hineingewachsen und nehme sie immer besser an. Trotzdem bringt es bei aller Reflexion nichts, sich plötzlich zu verstellen. Ich wäre nicht mehr authentisch, wenn ich mich übertrieben aufgespielt hätte und jedem über den Mund gefahren wäre. Nein, so bin ich einfach nicht. Ich kann auch ohne so ein Gehabe meiner Verantwortung als Kapitän sehr gut nachkommen: Ich beziehe in der Kabine klar und konsequent Stellung und versuche, das Bindeglied zum Trainer zu sein.

SPOX: Was nicht verhindern konnte, dass Stanislawski entlassen wurde.

Beck: Deswegen fühle ich mich mitschuldig.

SPOX: Sie sind in Hoffenheim Leistungsträger, der Kapitän, das Aushängeschild, der Aspirant auf die deutsche Nationalmannschaft. Zu viel für einen 24-Jährigen?

Beck: Zunächst sehe ich es als Zeichen der Wertschätzung, daher komme ich der Verantwortung gerne nach. Ich habe in Hoffenheim schon einiges erlebt und mich kann jetzt so schnell nichts mehr schocken. Ich bin abgehärtet. Allerdings muss jedem klar sein, dass es keine One-Man-Show sein kann. Tom Starke, Marvin Compper, Sejad Salihovic, Ryan Babel und natürlich auch noch andere: Sie verfolgen alle Ambitionen und sind genauso gefragt wie ich.

SPOX: Der neue Trainer Markus Babbel bat Sie nach Amtsantritt sofort zum Gespräch. Ging es vor allem um Sie und Ihre Rolle?

Beck: Nein, vielmehr kam es Markus Babbel darauf an, ein Gefühl für den Verein zu finden und abzugleichen, ob seine Außenwahrnehmung von der Mannschaft zu meiner Einschätzung passt. Es war ein gutes Gespräch. Wir haben in Stuttgart noch zusammengespielt und konnten uns das Kennenlernen sparen. Ich verspreche mir einiges von Markus Babbel.

SPOX: Ist Babbel der Richtige, um Sie zurück in die Nationalmannschaft zu führen?

Beck: Ich hoffe es. Aber es gibt vor der EM-Nominierung nur noch das Testspiel gegen Frankreich, entsprechend realistisch sehe ich die Chancen. Das ändert nichts daran, dass die Nationalmannschaft mein Nahziel bleibt. Ich möchte wieder dahin, dass die Leute sagen: "Andi Beck gehört ins DFB-Team!" Um sich eine Berufung zu verdienen, muss sich die Leistung von mir und Hoffenheim jedoch stabilisieren.

SPOX: Vom Talent her kann man Sie als den komplettesten Rechtsverteidiger Deutschlands bezeichnen.

Beck: Danke für das Kompliment. Und ohne überheblich klingen zu wollen: Ich weiß um meine Qualitäten.

SPOX: Wer ist für Sie die Referenz auf der Rechtsverteidiger-Position?

Beck: Da gibt es nur einen: Barcelonas Dani Alves. Er überragt alle anderen. Jeder Topklub verfügt über einen starken Rechtsverteidiger, trotzdem ist Alves der Inbegriff des modernen Außenverteidigers. Er rennt über 90 Minuten hoch und runter, leitet Offensivaktionen ein und steht defensiv sicher.

SPOX: Ist es möglich, sich irgendwann in diesen Sphären zu bewegen?

Beck: Das klingt jetzt vielleicht schwer vorstellbar, aber ich wünsche es mir. Ich bin noch entwicklungsfähig. Irgendwann möchte ich in Alves' Sphären vorstoßen. Man muss sich hohe Ziele stecken. Ob es reicht, wird man sehen.

SPOX: Würden Sie die These unterschreiben, dass Ihre Karriere in den letzten zwei Jahren stagniert?

Beck: Sportlich ist was dran: Mein Anspruch lautete vor zwei Jahren, am internationalen Wettbewerb teilzunehmen, um mich zu verbessern und zu reifen. Dieser Schritt kam nicht. Dennoch war es keine verlorene Zeit. Ich habe durch die ständigen Auf und Abs menschlich unheimlich viel dazugelernt und meinen Mann gestanden - und das immer als Stammspieler, was nicht selbstverständlich ist.

SPOX: Sie sprachen vom internationalen Wettbewerb. Nach den Verkäufen erst von Carlos Eduardo, Demba Ba sowie Luiz Gustavo und nun von Vedad Ibisevic und Chinedu Obasi scheint der Europapokal so weit entfernt wie nie.

Beck: In den vergangenen eineinhalb Jahren verloren wir viel Qualität. Als Spieler, der hoch hinaus will, findet man das natürlich sehr schade. Vermutlich sollte das aber jeder akzeptieren, weil der Verein erst eine Identität finden muss, bevor größere Ziele angegangen werden können.

SPOX: Wie zeigt sich Hoffenheims fehlende Identität?

Beck: Wir haben kein Maß gefunden zwischen den Extremen. An einem Tag hieß es, dass wir ein junger Verein sind und es okay ist, wenn wir im Mittelfeld stehen. Am anderen Tag klang es so durch, als ob wir plötzlich eine absolute Topmannschaft wären und kurz davor stehen, oben reinzurutschen. Und dann lautete die Devise plötzlich, dass wir froh wären, wenn wir nicht absteigen. Diese Stimmungsschwankungen im Verein färben auf das Team ab und verunsichern es. Wir brauchen eine gesündere Mischung aus Selbsteinschätzung und Selbstbewusstsein.

SPOX: Sprechen Sie damit Mäzen Dietmar Hopp an?

Hopp: Ohne Dietmar Hopp gäbe es den Verein in der Form nicht, dafür müssen wir ihm zutiefst dankbar sein. Deswegen hat er selbstverständlich das Recht, seine Meinung kundzutun und seine Sorgen um Hoffenheim in der Öffentlichkeit zu thematisieren, auch wenn jede seiner Äußerungen hohe Wellen schlägt. Wir Spieler verstehen seine Ängste, weil wir die Situation als ähnlich gefährlich wahrnehmen. Wir hatten nach dem gelungenen Saisonstart ebenfalls daran gedacht, nach den Sternen zu greifen. Nur: Wir alle sollten uns zukünftig nicht mehr so von Emotionen leiten lassen, sondern vernünftig und nüchtern unsere Lage einordnen. Wenn uns das gelingt, sind wir einen deutlichen Schritt weiter.

Der Kraichgau-Capitano: Andreas Beck im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung