Donnerstag, 05.01.2012

Eberl kündigt Hochkaräter an - Verwirrung um Neustädter

"Versuchen, Reus mit viel Geld zu ersetzen"

Nachdem feststeht, dass Marco Reus und Roman Neustädter den Bundesliga-Vierten Borussia Mönchengladbach zum Saisonende verlassen werden, kündigt Sportdirektor Max Eberl hochkarätigen Ersatz an. Während es Reus für die festgeschriebene Ablösesumme von 17,5 Millionen Euro zu seinem Ex-Verein Borussia Dortmund zieht, ist Neustädters neuer Verein noch unklar: nachdem zunächst Bayer Leverkusen die Favoritenrolle zugeschrieben wurde, ist nun der FC Schalke 04 der heißeste Kandidat.

17,5 Millionen Euro wird Dortmund für Marco Reus nach Gladbach überweisen
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17,5 Millionen Euro wird Dortmund für Marco Reus nach Gladbach überweisen

Einen Tag nach der doppelten Hiobsbotschaft für Borussia Mönchengladbach hat Sportdirektor Max Eberl Stärke demonstriert.

"Wir werden versuchen, Marco Reus mit viel Geld zu ersetzen und den Kader damit zu unterfüttern, um nachhaltig in den Regionen zu spielen, die wir uns vorstellen", sagte er am Donnerstag.

Meinungen zum Reus-Wechsel: Ribery findet's schade

Eberl stellte damit Trainer Lucien Favre adäquaten Ersatz für die abgewanderten Profis in Aussicht. Es sei Aufgabe der sportlichen Leitung, die Spieler "bestmöglich zu ersetzen", hatte Eberl schon am Mittwochnachmittag gesagt.

"Die Großen fressen die Kleinen"

"Jede Entscheidung, auch eine negative, bietet eine neue Chance", sagte er. "Wir müssen weiter unseren Weg gehen und vielleicht irgendwann dahin kommen, dass wir mit Vereinen wie Borussia Dortmund oder Bayern München konkurrieren können."

Man dürfe dabei nicht vergessen, dass Gladbach "selbst in glorreichen Zeiten" Spieler wie Günter Netzer, Allan Simonsen oder Lothar Matthäus ziehen lassen musste.

"Weltklassespieler wollen bei Weltklasseklubs spielen, und Marco Reus ist für mich ein Weltklassespieler", sagte Eberl. "Es ist im Profifußball so, dass die Großen die Kleinen fressen", fügte er am Donnerstag hinzu.

Neustädter: Leverkusen oder Schalke?

Der Sportdirektor bleibt dennoch optimistisch: "Die Mannschaft bricht nicht auseinander, nur weil ein Spieler den Verein verlässt." Sein Credo: "Die Welt wird sich weiter drehen."

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Ebenfalls Platz 7: 30 Millionen Euro überwies der FC Bayern 2009 nach Stuttgart für Mario Gomez
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Platz 4: Für Mario Götze überwiesen die Münchner 37 Millionen Euro im Sommer 2013 an Borussia Dortmund
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Geteilter Platz 2: 36? 37? 38? Irgendwo zwischen 35 und 40 Millionen Euro dürfte die Summe liegen, die die Bayern im Sommer 2016 nach Dortmund für Mats Hummels überweisen
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In welchen Gefilden sich die Welt von Roman Neustädter weiterdrehen wird, ist derweil noch unklar. Am Dienstag hatte der 23-Jährige die Borussia darüber informiert, dass er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird.

Während die "Bild"-Zeitung berichtet, Neustädter wechselt im Sommer zu Bayer Leverkusen, berichtet "Sky Sport News HD" unter Berufung auf eine "sehr gute Quelle" von einem Wechsel zum FC Schalke 04. Dort soll der 23-Jährige einen Vier-Jahres-Vertrag bekommen.

"Wir haben Interesse - so viel kann man sagen", sagte Schalke-Manager Horst Heldt am Donnerstag. Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser wies hingegen gegenüber der "dpa" ein Interesse an Neustädter von sich: "Da ist nichts dran. Ich dementiere das. Das war nie ein Thema bei uns."

Neustädter selbst wollte sich allerdings noch nicht über seinen kommenden Arbeitgeber äußern: "Es wird viel spekuliert. Ich sage dazu noch nichts und werde in den nächsten Tagen bekannt geben, wohin mein Weg führt."

Blog: Reus wechselt - die Folgen

Neustädter will herausfinden, "wie gut ich wirklich bin"

Eberl hatte sich zuvor enttäuscht über Neustädters Entscheidung geäußert. "Wir wollten mit ihm verlängern, weil er sich zu einem wichtigen Spieler entwickelt hat. Mit dem Angebot, das wir ihm gemacht haben, hätte sich sein Gehalt vervielfacht", sagte Eberl am Mittwoch.

Und: "Ich weiß, dass er woanders deutlich mehr Geld verdienen kann, auch in diesem Fall müssen wir das leider so hinnehmen." Neustädter selbst sprach von einem "super Angebot" der Borussia, habe sich aber dennoch entschieden, eine neue Herausforderung zu suchen.

"Ich will mich neu beweisen und habe deswegen die Entscheidung gefällt und nicht nur auf das Geld geschaut", sagte er. "Es ist eine rein sportliche Entscheidung, um mich bei einem anderen Verein zu beweisen und um herauszufinden, wie gut ich wirklich bin."

Alexander Ring kommt

Derweil steht ein weiterer Neuzugang fest: Der finnische Nationalspieler Alexander Ring kommt von HJK Helsinki auf Leihbasis zum Bundesliga-Vierten.

Der 21-Jährige wird zunächst bis 2013 ausgeliehen, die Borussiand sicherte sich jedoch eine anschließende Kaufoption für den Mittelfeldspieler. Der fünfmalige Nationalspieler ist mit den Gladbachern bereits ins Trainingslager ins türkische Belek gereist und absolvierte am Freitag die erste Einheit mit der Mannschaft.

"Alexander Ring ist ein technisch starker, vielseitig einsetzbarer Mittelfeldspieler, der im vergangenen Jahr in Finnland in seinem Verein und in der Nationalmannschaft mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hat und wir freuen uns, dass wir ihn verpflichten konnten", sagte Sportdirektor Max Eberl.

Gladbach hatte zuvor schon Tolga Cigerci vom VfL Wolfsburg bis 2013 (inklusive Kaufoption) ausgeliehen.

Borussia Mönchengladbach: Der Kader 2011/12 im Überblick

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