Donnerstag, 05.01.2012

Heldt verzichtet auf Einspruch

DFB sperrt Jones bis zum 1. März

Nach dem Tritt im DFB-Pokalspiel gegen Marco Reus hat der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eine drastische Strafe für den Schalker Jermaine Jones beantragt. Der 30-Jährige soll für alle Spiele seines Vereins bis zum 1. März gesperrt werden, wie der DFB am Donnerstagmittag in Frankfurt am Main mitteilte.

Jermaine Jones könnte dem FC Schalke 04 bis Anfang März fehlen
© Getty
Jermaine Jones könnte dem FC Schalke 04 bis Anfang März fehlen

Sollte Jones dem Antrag nicht zustimmen, wird sich ein Einzelrichter des Sportgerichts dem Fall widmen, bevor es zu einer mündlichen Verhandlung kommen könnte.

"Wir können das Urteil nicht akzeptieren", sagte Schalkes Manager Horst Manager in einer ersten Stellungnahme am Donnerstag und kündigte einen Einspruch an. Man habe dafür Zeit bis Donnerstagabend 18 Uhr.

Manager Horst Heldt: Strafe ist nicht verhältnismäßig

Nach einem kampfbetonten Pokalspiel erhitzte die Verfehlung von Jones im Dezember die Gemüter. Der 30-Jährige war während einer Spielunterbrechung zu Reus gegangen und hatte dem Stürmer auf den Fuß getreten, an dem gerade ein Zehenbruch verheilt war. Der Kontrollausschuss sah es als erwiesen an, dass Jones den Tritt mit den Stollen "absichtlich" gemacht habe, hieß es in der Begründung am Donnerstag.

Selbst Schalke-Manager Heldt sagte bereits kurz nach dem Tritt von Jones: "Sowas sollte er tunlichst vermeiden". Dabei blieb er am Donnerstag, betonte jedoch, dass die Strafe seiner Meinung nach zu hart sei: "Es ist klar, dass es eine Strafe geben musste. Diese Aktion hat auf dem Fußballplatz nichts verloren, es gibt nichts schönzureden. Aber die acht Wochen finde ich im Vergleich zu anderen Fällen nicht verhältnismäßig", sagte der ehemalige Profi.

Schalke 04 akzeptiert dennoch zähneknirschend das Urteil. Horst Heldt äußerte sich im "Kicker": "So wie die Begründung ausgefallen ist, sehen wir keine Erfolgsaussichten."

Staatsanwaltschaft ermittelt

Jones selbst hatte bereits zuvor Unverständnis für die Kritik an seiner Person gezeigt: "Was ich getan habe, gehört sich nicht. Aber Strafen von sechs Monaten für mich zu fordern, steht in keinem Verhältnis zu dem, was passiert ist. Ich habe keinen bespuckt, keinen rassistisch beleidigt. Es ist sehr populistisch, wenn einige jetzt eine so überzogene Sperre fordern", hatte der 30-Jährige nach seinem Tritt der "Sport-Bild" gesagt.

Jones bereitet sich zurzeit in Doha mit seinen Kollegen auf den Rückrundenstart gegen den VfB Stuttgart am 21. Januar vor. Bleibt es bei der Sperre, verpasst Jones sechs Ligaspiele und die beiden Europa-League-Duelle mit Viktoria Pilsen, bevor er in Freiburg am 3. März wieder in das Geschehen eingreifen darf.

Neben der sportlichen Spere steht Jones weiteres Ungemach bevor. Nach dem Spiel gingen bei der Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft Anzeigen wegen Körperverletzung ein. "Die Ermittlungen in Sachen Körperverletzung dauern an", sagte Oberstaatsanwalt Peter Aldenhoff der dapd am Donnerstag.

Jermaine Jones im Steckbrief


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