Signal an Bayern und den Rest der Konkurrenz

Reus zum BVB: Wichtiger Hinweis an alle

Von Stefan Rommel
Donnerstag, 05.01.2012 | 14:06 Uhr
Zufriedene Dortmunder Troika: Geschäftsführer Watzke, Trainer Klopp und Manager Zorc (v.l.)
© Getty
Advertisement
International Champions Cup
Di13:35
Der Härtetest für den FC Bayern München
International Champions Cup
SoLive
Juventus -
Barcelona
International Champions Cup
SoLive
PSG- Tottenham
CSL
So13:35
Shanghai Shenhua -
Beijing Guoan
Superliga
So18:00
Midtjylland -
Silkeborg
Super Liga
So19:00
Roter Stern -
Radnicki
Serie A
So21:00
Fluminense -
Corinthians
International Champions Cup
So23:05
Real Madrid -
Man United
Serie A
Mo00:00
Atletico Mineiro -
Vasco Da Gama
International Champions Cup
Mo14:05
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Defensa y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Sport Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar
First Division A
Fr20:30
Lüttich -
Genk
Championship
Fr20:45
Sunderland -
Derby
J1 League
Sa12:00
Kashiwa -
Kobe
Premiership
Sa13:30
Celtic -
Hearts
Championship
Sa16:00
Fulham -
Norwich
Ligue 1
Sa17:00
PSG -
Amiens
Club Friendlies
Sa18:30
Tottenham -
Juventus
Championship
Sa18:30
Aston Villa -
Hull
Ligue 1
Sa20:00
Lyon -
Straßburg
Ligue 1
Sa20:00
Montpellier -
Caen
Ligue 1
Sa20:00
Troyes -
Rennes

Marco Reus' Wechsel zu Borussia Dortmund ist nicht nur ein deutliches Signal des BVB an die Bayern, sondern auch an den Rest der Liga - und nicht zuletzt auch an die eigene Belegschaft. Der FC Bayern bleibt dieses Mal in der Rolle des Verlierers zurück, kann sich aber immerhin trösten: Auch andere Klubs sind vor kostspieligen Fehleinschätzungen nicht gefeit.

Die heißeste Transfergeschichte des Winters ist vom Tisch: Marco Reus' Wechsel zu Borussia Dortmund beendet einen möglichen Zweikampf außerhalb des Platzes zwischen dem BVB und den Bayern, noch bevor der richtig begonnen hatte.

Die Ablösesumme war festgeschrieben, die Bayern hatten zumindest Interesse am 22-Jährigen. Der hat sich aber gegen den Rekordmeister und für den amtierenden Meister entschieden.

Für den BVB ist es der erste wirklich große und riskante Transfer nach der Beinahe-Pleite im Jahr 2004. Die Beweggründe für den Deal liegen aber auf der Hand.

Ansage an die Konkurrenz: Nicht nur die Bayern wurden vom BVB ausgestochen - vor allen Dingen ist der Transfer von Reus auch ein Signal an den Rest der ambitionierten Bundesligisten: Hier gibt es neben den Bayern wieder einen zweiten Klub, der sich einen Deal in dieser Größenordnung leisten kann.

Dortmund geht damit nach einem großen Triumph den Weg, den viele davor so nicht gehen wollten. Werder, der VfB Stuttgart und selbst der großzügig alimentierte VfL Wolfsburg waren bei ihren Top-Transfers weit von den 17,5 Millionen entfernt, die Dortmund jetzt für Reus bezahlen muss.

Sicherlich hat auch das ernüchternde Ausscheiden in der Champions League dazu geführt, dass sich der BVB jetzt mit dem Reus-Transfer finanziell weit aus dem Fenster lehnt.

Aber: Es bleibt auch die Erkenntnis, dass die jungen Toptalente des Landes nicht mehr Bremen, Hamburg, Stuttgart oder Schalke als erste Anlaufstelle sehen - sondern die allgegenwärtigen Bayern oder eben den BVB, der sich konzeptionell so stark positioniert hat, um die Kluft zu den finanziell immer noch unerreichbaren Bayern über andere Kanäle im Einzelfall auch mal schließen zu können.

Für die Konkurrenz ist es eine niederschmetternde Tatsache und ein neuerlicher Beweis dafür, dass es in Zukunft im Werben um junge, entwicklungsfähige Spieler nicht mehr nur die Bayern als Übermacht zu schlagen gilt, sondern auch den BVB.

"Ein solcher Transfer ist für uns sicher nicht 20-mal möglich. Aber wenn man von einem Spieler überzeugt ist, kann man auch mal tief in die Tasche greifen", sagte Trainer Jürgen Klopp, dessen Überzeugungskraft die Triebfeder der vielen gelungenen Transfers in den letzten drei Jahren war und der natürlich auch beim Reus-Coup eine entscheidende Figur war.

Eine verpasste Bayern-Chance? Ob die Münchener nur generell interessiert waren an Reus oder sich hinter den Kulissen intensiv um den Nationalspieler bemüht hatten, ist weiter unklar. Zu unterschiedlich waren die Aussagen der Verantwortlichen in den letzten Wochen.

Uli Hoeneß beschied zuletzt, dass er keine dringende Notwendigkeit für einen Offensiv-Transfer sehe, eher werde die Defensive in der Sommerpause verstärkt. Hoeneß ist dafür zu sehr ein glühender Befürworter Arjen Robbens, dessen Vertrag er gerne über 2013 hinaus verlängern würde.

Sein Kollege Karl-Heinz Rummenigge dagegen ist da eher zurückhaltend, stellt Robben nicht mehr so exponiert dar, wie der Niederländer es noch vor anderthalb Jahren bei den Bayern war.

Sportdirektor Christian Nerlinger sagte in der Diskussion um Reus noch vor drei Wochen im "Sport1 Doppelpass", dass der FC Bayern jeden Spieler auch bekomme, wenn er ihn nur haben wolle. Nach dieser Fasson gingen die Bayern bei Reus nicht aufs Ganze.

Das wiederum widerspräche dann aber Jupp Heynckes' Forderung, die der Trainer seit seinem Amtsantritt im Sommer immer wieder bekräftigte. Heynckes verweist immer wieder auf die Topklubs in Spanien, wo sowohl der FC Barcelona als auch Real Madrid quasi jede Position mit einem Ergänzungsspieler besetzen können, ohne dabei an Qualität zu verlieren.

Robben und Ribery sind auf den Flügeln schwer zu ersetzen, ein Spieler wie Reus hätte zumindest die Anlagen, der Mannschaft vielleicht kurzfristig, ganz sicher aber auf mittelfristige Sicht weiterzuhelfen.

Das von Nerlinger formulierte Selbstverständnis der Bayern ist leicht angekratzt, ein Prestigekauf eines deutschen Talents in naher Zukunft nicht mehr möglich. Der früher gerne formulierte Vorwurf an die Bayern, Spieler nur aufzukaufen, um die Konkurrenz zu schwächen, greift diesmal ins Leere.

Meinungen zum Wechsel von Marco Reus

Dortmund geht seinen Weg weiter: Subotic, Hummels, Barrios, Piszczek, Sven Bender, Lewandowski, Kagawa, Gündogan, Perisic, Leitner, bald Bittencourt und Reus; dazu noch Götze, Großkreutz, Koch und Schmelzer aus dem eigenen Stall - kein einziger Spieler war zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung älter als 24 Jahre.

Dortmund mag mit Reus jetzt ein großes Risiko gehen, vielleicht erinnert der Transfer einige auch an die dunklen Zeiten der Niebaum-Meier-Ära. Die Gegebenheiten dafür sind aber nicht nur in den Bilanzen völlig andere, sondern spiegeln sich auch auf dem Platz wider.

Der Buchwert der Mannschaft, wie sie ab Juli 2012 geführt wird, ist fantastisch, dabei ist das Ende der Fahnenstange noch nicht mal im Ansatz erreicht. Es ist bei fast allen Spielern noch genug Luft nach oben, jederzeit kann jeder Spieler für deutlich mehr Geld wieder abgegeben werden, als er eingekauft wurde.

Wie derzeit Lucas Barrios, für den der BVB zehn bis zwölf Millionen aufrufen soll, nachdem er vor zwei Jahren für rund 4,5 Millionen nach Dortmund gewechselt war.

Hans-Joachim Watzke bestätigte am Mittwoch auch noch einmal, dass das Geschäft wirtschaftlich vernünftig kalkuliert sei. "Der Transfer ist aus unseren Rücklagen der letzten Jahre solide finanziert. Wir haben jahrelang Transferüberschüsse erzielt, genau für eine solche Situation. Für Reus sind wir bereit gewesen, auch mal etwas Außergewöhnliches zu tun."

Sportlich und charakterlich passt der 22-Jährige perfekt ins Beuteschema: jung, wendig, schnell, spielerisch ausgezeichnet ausgebildet, variabel einsetzbar. "Marco Reus ist ein Spieler, der den Unterschied ausmacht, und dazu ein echter Dortmunder Junge", so Watzke weiter.

Der Reus-Deal als strategischer Schachzug: "Mit Marco Reus verpflichten wir unseren absoluten Wunschspieler für die Offensive. Wir freuen uns, dass sich Marco trotz hochkarätiger Konkurrenz für den BVB entschieden hat", sagte Sportdirektor Michael Zorc am Mittwoch.

Für den Rest der umworbenen Belegschaft bleibt die Gewissheit, dass sich der BVB auch im Rennen um begehrte Spieler - neben den Bayern waren auch Topklubs aus England und Spanien interessiert - auch durchsetzen und seine Strategie weiter verfolgen kann, obwohl der Klub finanziell noch weit entfernt ist vom europäischen Spitzenniveau.

Spieler wie Hummels, Kagawa, Götze oder Lewandowski dürften sich daran erinnern, wenn ihnen die eine oder andere Anfrage ins Haus flattert und dass der BVB sehr wohl in der Lage zu sein scheint, Topspieler zu halten beziehungsweise zu verpflichten. Und selbst für Trainer Klopp, über dessen mögliche Vertragsverlängerung auch in den nächsten Monaten geredet werden soll, ist der Transfer ein Fingerzeig.

Kaum zufällig verkündete Zorc ein paar Stunden vor Bekanntwerden des Reus-Transfers: "Wir sind uns mit Mario Götze einig, dass er auch in der nächsten Saison in Dortmund spielt. Er hat Vertrag bis 2014 - wir haben keinen Grund, ihn zu verkaufen."

Der Nationalmannschaftsblock beim BVB bekommt mit Reus seinen siebten Zugang. Hier entwickelt sich die 1B-Nationalmannschaft. Die Planstellen für die kurzfristige Zukunft sind mit den Mitzwanzigern der Bayern besetzt, dahinter lauert der etwas jüngere BVB-Block aber auf seine Chance.

Ein Makel bleibt: Als Spieler der Dortmunder U 17 hat Marco Reus den BVB verlassen. Auf eigenen Wunsch, um sich in Ahlen neu auszurichten und die Karriere zwei Stufen tiefer in Angriff zu nehmen. Dortmund hat damals wenig unternommen, um den für zu schmächtig eingestuften Reus zu halten.

Mit fünf Jahren Verzögerung erfolgt jetzt im Sommer die Rückkehr, die sich der BVB aber enorm viel Geld kosten lässt. Kevin Großkreutz, der Reus damals aus der BVB-Jugend nach Ahlen folgte, war vor zwei Jahren noch zum Nulltarif zurückzubekommen.

Den Bayern ist das mit Mats Hummels in ähnlicher Form passiert, nur dass der Innenverteidiger immer noch bei einem anderen Verein spielt und stattdessen Jerome Boateng für deutlich mehr Geld als Hummels damals eingebracht hatte, verpflichtet wurde. Immerhin ein kleiner Trost für den Rekordmeister, dass es auch anderen ähnlich ergehen kann.

Borussia Dortmund im Steckbrief

 

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung