FC Bayern: Volle Kraft voraus

Von Florian Bogner
Sonntag, 08.01.2012 | 23:00 Uhr
Äußerlich gezeichnet: Bastian Schweinsteiger schuftete in Doha hart für sein Comeback
© Getty
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Schenkt man Jupp Heynckes Glauben, dann hat der FC Bayern München das Maximum aus seinem Trainingslager in Katar herausgeholt. Wie schlägt sich Breno, wie verläuft der Formaufbau von Bastian Schweinsteiger? Warum ist Ivica Olic wie ausgewechselt, wie wurde der Reus-Wechsel aufgenommen und was ist mit den auslaufenden Verträgen der Bayern-Spieler? Ein Blick auf die wichtigsten Themen.

Als Jupp Heynckes ein Fazit über das am Montag zu Ende gehende Trainingslager des FC Bayern München in Doha/Katar ziehen sollte, wurde der 66-Jährige richtig überschwänglich.

"Ich habe in meiner langen Karriere als Spieler und Trainer noch nie eine solch überragende Vorbereitung absolviert", sagte Heynckes. "Wir haben sehr umfangreich und mit hoher Qualität trainiert."

Nun ist es branchenweit bekannt, dass der FCB nichts dem Zufall überlässt und generell immer auf die besten Trainingsbedingungen zurückgreifen kann. Auf dem Platz schuften müssen die Spieler aber immer noch selbst - und diese Aufgabenstellung scheinen die Bayern-Profis in der Wüste hervorragend erledigt zu haben.

"Das Team ist beseelt von einem großen Erfolgshunger", meinte Sportdirektor Christian Nerlinger, die Motivation für die Rückrunde betreffend, formulierte aber im selben Atemzug ein unmissverständliches Ziel: "Wir müssen deutscher Meister werden. Einmal darf eine deutsche Meisterschaft am FC Bayern vorübergehen - aber kein zweites Mal."

Dementsprechend fokussiert ging Heynckes' Kader auch zu Werke und holte sich zwischen den harten Trainingseinheiten auch noch drei Testspielsiege ab, bevor es am Montag auf eine zweitägige Indien-Reise inklusive Test gegen die indische Nationalmannschaft am Dienstagabend geht.

Welche Erkenntnisse können die Bayern aus dem Traininglager ziehen? Welche ersten Antworten gibt es auf die wichtigsten Fragen? Die Themen im Überblick.

 

Ein runderneuerter Breno

In der Woche vor Weihnachten hatte die zwölfte Strafkammer des Landgerichts München die Meldeauflagen für den unter Verdacht stehenden Breno gelockert, sodass der 22-Jährige mit ins Trainingslager reisen konnte. Ein wichtiger Schritt, um den Verteidiger wieder an Einsätze für den FCB heranzuführen - was nach den Ereignissen um den Hausbrand erstmal undenkbar schien.

In Doha zog er nun jedoch gut mit und heimste sich ein Lob von Heynckes ein. "Er blüht hier auf, ist voll integriert und anerkannt in der Mannschaft", sagte der Trainer. Breno sei so bald schon "eine echte Alternative" zum bisherigen Stammpersonal. "Unter meiner Regie kann er es schaffen, Top-Niveau zu erreichen", so Heynckes.

Der Innenverteidiger kam beim 13:0 gegen den Zweitligisten SC Al-Sailiya die zweite Halbzeit zum Einsatz und spielte beim 60-minütigen Test gegen die U 19 der Aspire-Akademie (5:0) durch. Insgesamt wirkt Breno dieser Tage konzentrierter, rein äußerlich ist der Brasilianer sowieso durchtrainierter denn je.

"Ich fühle mich gut. Ich habe keine Schmerzen mehr, mein Körper ist in guter Verfassung, und auch meinem Kopf geht es besser", sagte er der "Sport-Bild". Eine Aussage, die Heynckes gerne hört. "Wenn Breno will und weiter so hart arbeitet, kann er besser werden als je zuvor", meinte der Trainer.

Uli Hoeneß zeigte sich derweil ebenfalls hoch erfreut über Brenos Fortschritte, stellte aber via "Bild" unmissverständlich klar: "Breno hat jetzt eine allerletzte Chance."

In diesem Zusammenhang sind auch Hoeneß' Aussagen in Bezug auf Verstärkung für die Defensive ("Fakt ist, dass wir im Abwehrbereich noch etwas machen und richtig investieren müssen") zu sehen. Die Entscheidung über eine Vertragsverlängerung mit Breno (Vertrag läuft im Sommer aus) soll noch im Frühjahr fallen.

Bastian Schweinsteiger schuftet fürs Comeback

Noch mehr unter Beobachtung als Breno stand in Katar Bastian Schweinsteiger. Der Nationalspieler trägt seit seinem Schlüsselbeinbruch eine lange Narbe spazieren und tastete sich im Trainingslager peu a peu an die nötige Wettkampfhärte heran.

"Bei bestimmten Bewegungen spüre ich ein Knirschen, wenn die Platte auf das Fleisch reibt, aber das passt schon", sagte Schweinsteiger in Doha, legte dort aber nach und nach die Scheu ab und mischte auch schon in zwei der drei Testspiele munter mit (45 und 70 Minuten).

Nach den ersten positiven Eindrücken hofft Schweinsteiger, bald wieder in Top-Form zu sein. "Meine Messlatte liegt sehr hoch im neuen Jahr. Ich erwarte viel von mir", sagte er in einem Pressegespräch. "Ich erkenne keinen Unterschied zum dem Basti, der er vor seiner Verletzung war", stellte Teamkollege Thomas Müller mit einem Lachen fest.

Dass der Vize-Kapitän dennoch nicht auf Anhieb wieder bei 100 Prozent sein wird, ist selbstverständlich. Nach den erstenTestspielen meldeten sich prompt Sehnenprobleme im Knie. "Ich habe mich schon im Spiel nicht ganz frei gefühlt", sagte Schweinsteiger. "Das kommt wohl von der hohen Belastung in dieser Woche." Fazit: Man wird ein wenig Geduld mit ihm haben müssen.

Teil 2: Olic, Reus und die auslaufenden Verträge

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