Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs im Interview

"Solche Elfmeter bekommen nur die Bayern"

Von Für SPOX in der Allianz Arena: Thomas Gaber
Sonntag, 04.12.2011 | 12:44 Uhr
Klaus Allofs sprach nach der Niederlage gegen Bayern München klare Worte
© Getty
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Der Frust bei Werder Bremen saß nach der deutlichen Niederlage gegen Bayern München tief. Sportdirektor Klaus Allofs spricht im Interview über die Undiszipliniertheiten seiner Spieler, die Schiedsrichterleistung und Werders Ambitionen für die weitere Saison.

Frage: Herr Allofs, 1:4 in München, was hat Werder gefehlt?

Klaus Allofs: Die Bayern hatten nicht diese Sicherheit und haben nicht die Qualität gezeigt, die sie sonst haben. Es wäre für uns deutlich mehr drin gewesen und es ist ärgerlich, dass wir das nicht geschafft haben. Wir hatten zu wenig Mut.

Frage: Es fällt auf, dass Werder gegen die Topmannschaften regelmäßig und teilweise auch hoch verliert wie in Mönchengladbach und in München. Kann Werder mit den Topteams der Liga nicht mithalten?

Allofs: In München stand es immerhin zwischenzeitlich 1:1. Aber es zeigt, dass wir nicht so gefestigt sind und immer noch Naivität in unserem Spiel haben. Dazu kommen die Undiszipliniertheiten. Wir haben uns ja den Luxus erlaubt, bei den Bayern mit zehn Mann zu Ende zu spielen.

Frage: Sie sprechen Aaron Hunt an. Haben Sie eine Erklärung für sein brutales Foul?

Allofs: Er hat die Nerven verloren. Ich bin sehr enttäuscht, dass er so reagiert hat. Wir haben im Verein thematisiert, dass wir uns diese Platzverweise und die damit verbundenen Sperren nicht erlauben können. Wir haben einen gesunden Konkurrenzkampf und können in dieser Saison für Bremer Verhältnisse aus dem Vollen schöpfen, weil wir auch wenige Verletzte haben. Da können wir solche Sachen einfach nicht gebrauchen. Rote Karte Arnautovic, Rote Karte Wiese, Rote Karte Hunt. Ich muss von einem Führungsspieler, der Hunt ist und sein will, erwarten können, dass er sich, auch wenn er frustriert ist, besser unter Kontrolle hat. Er hat sich gehen lassen und wird uns zwei, drei Spiele fehlen. Das schadet uns sehr.

Frage: Wird es intern Konsequenzen geben für Hunt?

Allofs: Da müssen wir erstmal eine Nacht drüber schlafen.

Frage: Hätten Sie auch von Claudio Pizarro erwartet, dass er sich besser unter Kontrolle hat? Es gab einen Ellbogenschlag gegen Holger Badstuber.

Allofs: Erst mal muss man sagen, dass Claudio zuvor klar gehalten wird. Dass sich Claudio da befreien will, ist vielleicht nicht die elegante Art, passiert aber ständig in solchen Spielen. Es sollten auch mal die Stürmer geschützt werden. Das war auch hier in München nicht der Fall. Der Schiedsrichter war ohnehin sehr, sehr gnädig zu den Bayern.

Frage: Denken Sie da an die beiden Elfmeterszenen?

Allofs: Ich denke, wir hätten zumindest den ersten nicht bekommen. Ich will die Schuld für unsere Niederlage nicht beim Schiedsrichter suchen, das waren schon wir selbst mit unserem mutlosen Spiel. Aber beide Elfmeter bekommt wohl nur Bayern München in einem Heimspiel.

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Frage: Nochmal die Frage nach dem Abstand zu den Top-Teams: Kann Werder da nicht mithalten?

Allofs: Wir sind in dieser Saison kein Meisterschaftskandidat und gehören nicht nach ganz oben.

Frage: Sondern? Wohin gehört Werder?

Allofs: Wenn die Saison für uns so weiterläuft, dass wir unsere Heimspiele gewinnen und auswärts unentschieden spielen, auch mal 0:5 oder 1:4 verlieren, dann wird es irgendwas um Platz sechs, sieben, acht. Das ist nicht unser Anspruch. Wir sind nicht konstant genug. Es geht jede Woche hin und her. Nach dem 0:5 in Gladbach sind wir gefragt worden: 'Werdet Ihr jetzt durchgereicht?' Dann haben wir Stuttgart 2:0 geschlagen und wurden gefragt: 'Seid Ihr jetzt auf Augenhöhe mit den Bayern?' Da muss man ganz klar sagen: Nein, sind wir nicht.

Frage: Was fehlt, um wieder dahin zu kommen?

Allofs: Unsere Mannschaft hat Potential, aber wir müssen uns in vielen Bereichen verbessern.

Frage: Können Sie etwas konkreter werden?

Allofs: Ich kann Ihnen jetzt Trainingsübungen zeigen. Es geht darum, dass wir auswärts mutiger auftreten, dass wir ballsicherer werden und dass der Gegner nicht so leicht zu Toren kommt wie die Bayern zum Beispiel vor dem 1:0.

Bayern - Bremen: Daten zum Spiel

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