Personaldiskussionen bei Bayer und Hoffenheim

SID
Freitag, 02.12.2011 | 10:55 Uhr
Hoffenheim-Trainer Holger Stanislawski hat hart durchgegriffen
© Getty
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Vor dem Freitagsspiel zwischen Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim (20.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei Sky) rückt das Sportliche in den Hintergrund. Während bei Bayer nur das Ende der Ära von Ex-Nationaltorhüter René Adler diskutiert wird, brennt in Hoffenheim wegen der Suspendierung von Firmino und Chinedu Obasi der Baum.

Doch 1899-Trainer Holger Stanislawski, der seinen phlegmatischen Kader nach der Saison wohl richtig ausmisten wird, will vor dem richtungweisenden Spiel in Leverkusen noch nicht den Stab über alle seine Profis brechen. "Ich werde nicht zulassen, dass alle meine Spieler auf die beiden Vorfälle reduziert werden. Um in Leverkusen etwas mitzunehmen, müssen wir 90 Minuten konzentriert arbeiten, brauchen 100 Prozent auf allen Positionen", sagte Stanislawski, der nach vier Spielen in Serie ohne Sieg zuletzt selbst in die Kritik geraten war.

Größtes Problem des aktuellen Tabellenneunten war in den vergangenen Wochen neben der fehlenden Disziplin die mangelnde Chancenauswertung. Da schmerzt das Fehlen der Offensivspieler Obasi und Firmino, die einmal mehr verspätet zum Training erschienen waren, ganz besonders. Doch Stanislawski bleibt derzeit keine andere Wahl, als die Disziplinlosigkeiten in seiner Mannschaft mit aller Härte zu ahnden.

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Erst ein Erfolg gegen Bayer

Ob die Wende zum Guten ausgerechnet bei Bayer gelingt, ist jedoch äußerst fraglich. Denn der 2. Dezember 2003 ist für die Kraichgauer fast schon ein historisches Datum. Vor genau acht Jahren gelang der erste und einzige Erfolg der Hoffenheimer gegen Bayer Leverkusen. Unter Trainer Hansi Flick warf 1899 als Regionalligist den Bundesligisten dank eines 3:2 aus dem DFB-Pokal. Insgesamt hat Hoffenheim gegen keinen Verein einen so niedrigen Punkteschnitt wie gegen Leverkusen (0,17).

Mit großem Interesse dürfte Flick, Assistenzcoach von Bundestrainer Joachim Löw, mit Blick auf die EURO 2012 auch die jüngsten Entwicklungen bei Bayer Leverkusen verfolgen. Denn die endgültige Verpflichtung von Keeper Bernd Leno bedeutet in Leverkusen das Aus von Nationaltorwart Adler, der damit in dieser Spielzeit voraussichtlich nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Damit hat Adler auch keine Chance mehr, in der Nationalmannschaft noch auf den EURO-Zug zu springen.

Leno im Blickpunkt

Bei Leverkusens Trainer Robin Dutt, dessen Ansehen bei Bayer nach dem Einzug in das Achtelfinale der Champions League deutlich gestiegen ist, sorgte das Ende des Transferpokers um Leno für große Freude. Dass nach der Verpflichtung von Nürnbergs Verteidiger Philipp Wollscheid auch der Deal mit Leno über die Bühne ging, sorgte bei Dutt für Erleichterung. "Eine tolle Nachricht mehr", sagte Dutt. Der erst 19-jährige Leno unterschrieb bei Bayer einen Vertrag bis 2017. Leverkusen überweist dafür knapp acht Millionen Euro an den VfB Stuttgart.

Mit Hilfe von Torwart Leno, Teamleader Michael Ballack und dem zuletzt so treffsicheren Eren Derdiyok wollen die Leverkusener gegen Hoffenheim gewinnen und sich damit nach dem wilden 3:3 in Berlin ein wenig den Frust von der Seele schießen.

Ein Erfolg im Duell der Retortenklubs könnte Bayer, das sich nach durchwachsenem Saisonstart mittlerweile auf den sechsten Platz hochgearbeitet hat, wieder einen Schritt näher Richtung Tabellenspitze bringen. "Wir wollen uns oben in der Tabelle festsetzen", sagte Derdiyok, der vier der letzten fünf Leverkusener Pflichtspieltore erzielte.

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