"Wir haben keine Chaostage"

Von SPOX
Freitag, 30.12.2011 | 15:02 Uhr
Die Freiburger Chefs: Sportdirektor Dufner (2.v.l.), Trainer Streich und Präsident Keller
© Getty
Advertisement
PDC World Championship
Do14.12.
Wahnsinn im Ally Pally:
Die Darts-WM auf DAZN
La Liga
Sa23.12.
El Clasico auf DAZN:
Real Madrid vs. Barcelona
Primera División
Espanyol -
Girona
Serie A
Lazio -
FC Turin
Championship
Reading -
Cardiff
FIFA Club World Cup
Casablanca -
Urawa
FIFA Club World Cup
Gremio -
Pachuca
Coupe de la Ligue
Toulouse -
Bordeaux
Serie A
Genua -
Atalanta
Coppa Italia
Inter Mailand -
Pordenone
Premier League
Huddersfield -
Chelsea
Coupe de la Ligue
Monaco -
Caen
Premier League
Crystal Palace -
Watford (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Stoke (DELAYED)
Super Liga
Partizan -
Roter Stern
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Real Madrid
Eredivisie
Groningen -
PSV Eindhoven
Coupe de la Ligue
Rennes -
Marseille
Coppa Italia
AC Mailand -
Hellas Verona
Eredivisie
Feyenoord -
Heerenveen
Premiership
Hibernian – Glasgow Rangers
Premier League
West Ham -
Arsenal
Coupe de la Ligue
Straßburg -
PSG
Premier League
Liverpool -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Everton (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Man United -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Man City (DELAYED)
Premier League
Tottenham -
Brighton (DELAYED)
Copa Sudamericana
Flamengo -
Independiente
Indian Super League
Pune -
Bengaluru
Coppa Italia
Lazio -
Cittadella
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo Funchal
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Napoli -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
Saint-Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Strasbourg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennaiyin -
Kerala Blasters
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Championship
Aston Villa -
Sheff Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
Roma
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II

Nach Jahren der Kontinuität herrschen beim SC Freiburg chaotische Zustände. Nachdem der Verein zuletzt sechs Spieler, darunter Kapitän Heiko Butscher, aussortiert hatte, musste auch Trainer Marcus Sorg gehen. Nachfolger wird sein bisheriger Co-Trainer Christian Streich. Eine Entscheidung, die Fragen aufwirft.

Mit der Ruhe ist es im Breisgau vorbei. Nachdem der SC Freiburg wenige Tage vor Weihnachten bereits mit der Freistellung von sechs Spielern aus dem Profi-Kader für Irritationen gesorgt hatte, hat der Verein nun auch seinen Trainer Marcus Sorg vor die Tür gesetzt. Angesichts von Tabellenplatz 18 und fünf Punkten Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz sieht der Verein das Saisonziel Klassenerhalt gefährdet.

Das Bild des einst so beschaulichen Badener Klubs ist kurz vor Jahresfrist einem heillosen Durcheinander gewichen, die Hintergründe sind komplex. Was steckt hinter der scheinbaren Kurzschlussreaktion und wie geht es mit dem neuen Cheftrainer Christian Streich weiter?

1. Woran ist Marcus Sorg gescheitert? Das Bild des jubelnden Papiss Demba Cisse war das Bild des SC Freiburg 2010/2011. Der Senegalese hatte mit 22 Ligatreffern den Löwenanteil an der starken Saison der Breisgauer, die mit Platz neun in der Tabelle endete. Trainer Robin Dutt hatte aus seiner Mannschaft das Maximale herausgeholt.

Als Nachfolger für den nach Leverkusen abgewanderten Coach wurde Marcus Sorg präsentiert. Ein Mann mit Stallgeruch, der Erfolge in der Jugendarbeit vorzuweisen hatte. Ein anerkannter Fachmann, sachlich in der Analyse, zurückhaltend in der Öffentlichkeit.

Obwohl die Erwartungen für die neue Saison seitens der Klubführung nach Dutts Weggang umgehend heruntergeschraubt wurden und der Klassenerhalt als Saisonziel angegeben wurde, ist Sorg gescheitert. Seine Idee, offensiven Fußball spielen zu lassen, ging nach hinten los. Mit 39 Gegentoren stellt der SC die schlechteste Abwehr der Liga; 14 Gegentore mehr als in der Saison 2010/11 nach 17 Spieltagen.

Einige Spieler kritisierten öffentlich Sorgs Trainingsmethodik und taktische Vorgaben. Ein Unding, doch Sorg verzichtete auf disziplinäre Maßnahmen. Er stellte sich stets vor seine Spieler, die dies als "Schwäche" des Trainers deuteten und schamlos ausnutzten.

Cisse, mit neun Treffern erneut mit Abstand bester Torschütze der Freiburger, ließ sich nach dem geplatzten Wechsel im Sommer wochenlang hängen und störte den Betriebsfrieden.

"Es ist belastend für die Mannschaft, wenn sich die ganze Vorbereitung und auch die ersten Saisonspiele immer nur um einen Spieler drehen", sagte Sportdirektor Dirk Dufner nach dem 0:7 beim FC Bayern am 10. September zu SPOX. Sorg war auch in der Personalie Cisse nicht bereit, maßregelnd einzuwirken.

Der SC Freiburg war am Ende ein zerstrittener Haufen. Nach dem 1:4 gegen Dortmund zum Hinrunden-Kehraus sagte Jan Rosenthal auf die Frage, wie der Klassenerhalt zu realisieren sei: "Keine Ahnung. Ich bin nicht der Trainer. Ich weiß, wie wir spielen. Wir müssen einfach mal ein bisschen länger zu Null spielen und dann mit ein bisschen Vertrauen wieder miteinander spielen."

2. Welche Rolle spielt die Klubführung? Eine fragwürdige. Kurz vor Weihnachten sprangen Dufner und Präsident Fritz Keller Sorg an die Seite. In Absprache mit dem Trainer wurden sechs Spieler, darunter Kapitän Heiko Butscher, dem eine Führungsrolle als "Revoluzzer" gegen Sorg vorgeworfen wurde, aussortiert.

Dadurch wurden laut Dufner "Revolten im Eigeninteresse im Keim erstickt". Der Weg für einen Neuanfang mit dem Trainer Sorg schien frei, zumal Dufner die Verpflichtung zwei, drei neuer Spieler für den Januar ankündigte. Kurz vor Jahresende dann die Kehrtwende: Sorg wird entlassen.

"Wir hatten das Gefühl, dass der Glaube daran, enge Spiele zu gewinnen, in der Mannschaft nicht mehr vorhanden war", sagte Dufner. Keller fügte hinzu, dass es eben Zeit brauche, "schmerzhafte Entscheidungen vorzubereiten."

Zudem wehrte sich Keller gegen die Darstellung, in Freiburg herrsche ein Durcheinander. "Wir haben keine Chaostage. Es ist ruhig und nachdenklich gehandelt und die richtige Entscheidung getroffen worden", sagte er der "Badischen Zeitung".

Die "Bild"-Zeitung spekuliert, dass Keller auf die Kritik der Fans an Sorg reagiert habe. Der Präsident sei ein Internet-Fan und habe sich intensiv mit den Einträgen der Freiburger Fans in verschiedenen Foren beschäftigt. "1. Internet-Rauswurf der Bundesliga", schrieb "Bild".

3. Wer ist Christian Streich? Immerhin beweist der SC Freiburg hinsichtlich der Nachfolgeregelung auf der Trainerposition Kontinuität. 16 Jahre lang trainierte Christian Streich die Freiburger U 19, dreimal gewann er mit seiner Mannschaft den DFB-Junioren-Vereinspokal und 2008 die A-Junioren-Meisterschaft.

Auf der Pressekonferenz legte Streich offen, wie schwer ihm die Entscheidung, Nachfolger von Sorg zu werden, gefallen sei: "Gegenüber Marcus war es vielleicht die schwierigste Entscheidung in meinem Leben." Präsident Keller bestätigte, dass es viel Überzeugungsarbeit bedurfte, Streich den Job schmackhaft zu machen. "Er wollte es eigentlich nicht machen, aber jetzt sind wir froh, dass er da ist", sagte Keller.

Streich verlangt von seinen Spielern vor allem eines: Fleiß. "Wir müssen arbeiten, arbeiten, arbeiten und alles aus der Mannschaft holen", sagte er am Donnerstag.

Wie Sorg ist Streich ein eher ruhiger Typ. Öffentliche Kritik der Spieler an seiner Arbeit würde er nie dulden: "Das wird es bei mir nicht geben. Wer Charakter hat, wird darauf auch verzichten." Heißt: Störenfriede werden umgehend aussortiert.

4. Welche Auswirkungen hat der Trainerwechsel auf den Kader? Die fristlose Kündigung für Yacine Abdessadki sowie die Entscheidung, Felix Bastians, Maximilian Nicu, Manuel Salz, Kisho Yano und Kapitän Heiko Butscher künftig nicht mehr zu berücksichtigen, haben weiterhin Bestand.

Neuzugänge werden vor allem im Defensivbereich in Erwägung gezogen, fieberhaft gesucht werden ein Innenverteidiger und ein Mann für die linke Außenbahn. "Wir wollen zwei Spieler verpflichten, vielleicht auch drei. Wir arbeiten mit Hochdruck, aber noch gibt es nichts zu vermelden", sagte Dufner.

Neben Ricardo Rodriguez vom FC Zürich gelten laut "Badischer Zeitung" auch Thorben Marx (Mönchengladbach) und der algerische Mittelfeldspieler Djamel Mesbah vom italienischen Erstligisten US Lecce als Kandidaten.

Doch es ist auch möglich, dass Streich zunächst Spieler einbaut, die er aus der U 19 kennt. Als aussichtsreichster Kandidat für die Linksverteidigerposition gilt nach der Freistellung für Felix Bastians der 19-jährige Nicolai Lorenzoni.

Im Sommer hatte Sorg den Nachwuchsspieler bereits mit ins Trainingslager genommen, wo er einen guten Eindruck hinterließ. Unter Streich stehen die Chancen gut, dass er sich künftig in der Bundesliga beweisen kann. Weitere Hoffnungsträger sind Innenverteidiger Immanuel Höhn und Alexander Schwolow, der als dritter Torwart ins Profi-Team rücken wird.

5. Wie geht es weiter? Dem SC Freiburg sind nach der Ära Finke und vor allem nach dem Ableben des langjährigen Präsidenten Achim Stocker im Herbst 2009 das Bild vom idyllischen Kleinverein und die interne Kontinuität abhanden gekommen. Davon konnte die erfolgreiche Saison 2010/2011 zwar ablenken, doch nach der katastrophalen Hinrunde der neuen Serie herrscht mehr denn je Ratlosigkeit.

Langfristig muss Freiburg gar nicht in der Bundesliga spielen. Präsident Keller: "Wir wollen in den nächsten Jahren zu den 25 besten Vereinen in Deutschland gehören." Mit der Maßnahme, sechs Spieler und den Trainer rauszuwerfen, versucht der Sportclub dennoch mit Macht, den Klassenerhalt zu realisieren.

Die Idee, noch mehr Spieler aus der eigenen Jugend in den Profikader einzubinden, die Streich selbst schon erfolgreich betreut hat, könnte sich langfristig als nützliches und tragbares Konzept erweisen. Um auch in der Saison 2012/13 in der Bundesliga spielen zu dürfen, muss der Kader aber zwingend auch mit erfahrenen Spielern bestückt werden.

Christian Streich im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung