X-Factor vs. Gesetz der Serie

Von SPOX
Die große Frage beim FC Bayern: Bleibt Superstar Arjen Robben (r.) schmerzfrei?
© Getty

Nikolaus steht vor der Tür, Zeit für den Herbstmeistercheck: Der FC Bayern München liegt mit Arjen Robben als X-Factor nach dem 15. Spieltag in Pole Position, Borussia Dortmund hat aber fast noch bessere Chancen auf den Halbzeittitel. Borussia Mönchengladbach kann sich aufs Überwintern im Champions-League-Bereich einstellen, der FC Schalke 04 muss dagegen nach hinten schielen. Die Anwärter im Überblick.

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1. FC Bayern München (38:9 Tore, 31 Punkte)

Aktuelle Form: Ansteigend. Nach zwei Buli-Pleiten und einem 1:1-Zwischenstand gegen Bremen kriegte Bayern in der letzten halben Stunde die Kurve und schickte Werder mit einer mittelschweren Packung nach Hause. Allerdings ist der FCB ohne Bastian Schweinsteiger weiter auf der Suche nach der rechten Mittelfeld-Balance und hat in keinem Spiel nach Rückstand gepunktet. Mario Gomez hat zudem in den letzten drei Ligaspielen nicht getroffen.

Restprogramm 2011: Manchester City (A, 7.12., CL), VfB Stuttgart (A, 11.12.), 1. FC Köln (H, 16.12.), VfL Bochum (A, 20.12., DFB-Pokal)

So wird's in München gesehen: Mit Genugtuung. Platz eins gehört zum bayerischen Selbstverständnis, insofern wurde die Rückkehr an die Tabellenspitze von Gladbachs Gnaden am Samstag wie ein zweiter Sieg gefeiert.

"Wir haben unseren Platz zurück", sagte Daniel van Buyten zufrieden. Franck Ribery meinte mit Blick auf das Jahresfinish: "Die Herbstmeisterschaft bedeutet mir sehr viel. Der erste Platz ist für den Kopf sehr wichtig." Andersrum betrachtet wäre alles andere als Platz eins zur Winterpause eine kleine Enttäuschung für die Münchner.

Prognose: Herbstmeisterschaft nur unter Vorbehalt. Laut Trainer Jupp Heynckes haben die Niederlagen gegen Dortmund und Mainz gezeigt, dass man "nur mit hundertprozentigem Einsatz und Motivation" bestehen könne. Beim Spiel in Manchester City kann Heynckes aus Prestigegründen und der gebotenen Fairness gegenüber dem SSC Neapel allerdings nicht groß rotieren lassen, die Aufgabe beim VfB wird dadurch nicht leichter. Am 17. Spieltag wartet zudem der Angstgegner, gegen den 1. FC Köln hat man in der Allianz Arena noch nie gewonnen. Arjen Robben könnte dafür in den letzten vier Spielen sowas wie der X-Factor werden, wenn der Niederländer schmerzfrei bleibt.

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2. Borussia Dortmund (30:10 Tore, 30 Punkte)

Aktuelle Form: Stark. Die Borussia hielt sich in beiden Top-Four-Duellen der letzten Wochen (FC Bayern, M'gladbach) auswärts mehr oder weniger schadlos, holte vier Punkte. Insgesamt ist Dortmund seit neun Liga-Spielen ungeschlagen (sieben Siege, zwei Remis) - und das trotz Verletzungssorgen (Subotic, Bender). Will man einen Kritikpunkt finden, dann in der Offensive: Lässt man das 5:1 gegen Wolfsburg außer Acht, gab es in den anderen sechs der letzten sieben Spiele "nur" sieben BVB-Tore. Die Null stand bei Dortmund in dieser Saison offensiv allerdings erst dreimal, zuletzt am 28. September beim 0:3 in Marseille.

Restprogramm 2011: Olympique Marseille (H, 6.12., CL), 1. FC Kaiserslautern (H, 11.12.), SC Freiburg (A, 17.12.), Fortuna Düsseldorf (A, 20.12., DFB-Pokal)

So wird's in Dortmund gesehen: Den Ball unter allen Umständen flach halten. "Wir haben uns eben entschieden, den Verein nicht aufzulösen, nachdem wir Unentschieden gespielt haben", meinte BVB-Coach Jürgen Klopp sarkastisch und fügte an: "Jetzt ist es wieder so, wie es sein soll: Bayern ist vorne und wir sind auch vorne dabei." Außerdem habe man sich ja sowieso nie im direkten Zweikampf mit den Bayern gesehen.

"Anfang Dezember wird noch keine Meisterschale vergeben", ergänzte Sebastian Kehl. Etwas viel Understatement angesichts der Tatsache, dass Dortmund gegen die aktuelle Top Sieben der Tabelle nicht verloren hat und der BVB in der Rückrunde gegen Bayern, Gladbach, Bremen, Leverkusen, Stuttgart und Hannover zuhause spielt.

Prognose: Die Chance auf die Herbstmeisterschaft ist fast größer als bei den Bayern. Kaiserslautern zuhause und Freiburg auswärts bedeuten das vermeintlich leichteste Restprogramm aller Kandidaten.

 

3. Borussia Mönchengladbach (24:10 Tore, 30 Punkte)

Aktuelle Form: Äußerst beständig. Siege gegen Hannover, in Berlin, gegen Bremen und in Köln waren zuletzt mehr als achtbar, das Remis gegen Dortmund nach 0:1-Rückstand ohne die Hilfe von Marco Reus ist allerdings fast noch höher zu bewerten. Die Defensive kann sich mit nur einem Spiel mit mehr als einem Gegentor (2:2 vs. Leverkusen) durchaus mit den Abwehrabteilungen von FCB und BVB messen, offensiv findet die Borussia mittlerweile auch Lösungen, wenn sie das Spiel machen muss, und hat bewiesen, dass sie nicht zu Unrecht oben mitmischt.

Restprogramm 2011: FC Augsburg (A, 10.12.), FSV Mainz 05 (H, 18.12.), FC Schalke 04 (H, 21.12., DFB-Pokal)

So wird's in Mönchengladbach gesehen: Kein Wort vom Titel. Die Borussia sieht sich weiter als krasser Außenseiter und fühlt sich in dieser Position trotz Lobeshymnen der Konkurrenten pudelwohl. Das Wort "Herbstmeisterschaft" kommt niemandem über die Lippen.

Trainer Lucien Favre meinte nur: "30 Punkte nach 15 Spielen, das ist nicht schlecht." Sportdirektor Max Eberl, von Natur aus ein eher zugeknöpfter Zeitgenosse, eröffnete jedoch schon ein kleines "Hätte-Wäre-Wenn"-Spielchen, indem er äußerte: "Die Spiele, die wir verloren haben, hätten wir nicht verlieren müssen."

Prognose: Herbstmeisterschaft, why not? Augsburg und Mainz sind bei weitem keine Schwergewichte vor der Winterpause, mit sechs Punkten spräche Gladbach ein gewichtiges Wort um den Wintertitel mit, wenn die Konkurrenz schwächelt. Wahrscheinlich wäre den Verantwortlichen ein Überwintern auf Platz zwei oder drei in Schlagdistanz aber fast lieber...

 

4. FC Schalke 04 (31:21 Tore, 28 Punkte)

Aktuelle Form: Unbeständig. Zuhause ist Schalke seit den Ausrutschern gegen Kaiserslautern und Larnaca eine Bank, dafür spielt S04 auswärts zu inkonstant und streut immer mal wieder unerklärlich blutarme Leistungen ein wie beim Derby gegen Dortmund. Das kommende Spiel bei der Hertha ist also mit Vorsicht zu genießen, auch wenn Trainer Huub Stevens langsam aber sicher vermittelt bekommt, wie er sich das Offensivspiel der Königsblauen vorstellt.

Restprogramm 2011: Hertha BSC (A, 9.12.), Maccabi Haifa (H, 14.12., EL), Werder Bremen (H, 17.12.), Borussia Mönchengladbach (H, 21.12., DFB-Pokal)

So wird's auf Schalke gesehen: Gelassen. "Wir bleiben ganz bescheiden, wollen solange wie möglich oben mitspielen", meinte Christian Fuchs nach dem Sieg über Augsburg beinahe fad. Huub Stevens sah immerhin Verbesserungen: "Wir bekommen zu viele Gegentore, aber wir steigern uns von Spiel zu Spiel, auch wenn mich die Art und Weise des Gegentors ärgert."

Prognose: Die Herbstmeisterschaft liegt aufgrund der derzeitigen Form der Top Drei nur im theoretischen Bereich. Schalke wird froh sein, wenn es auf einem internationalen Platz überwintern darf - immerhin sitzen Bremen (26 Punkte) und Leverkusen (25) S04 im Nacken.

 

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