SPOX-Panel zum Supersamstag

Mehr geht nun wirklich nicht...

Von SPOX
Freitag, 18.11.2011 | 23:45 Uhr
Eins von vielen wichtigen Duellen: Dortmunds Piszczek (l.) gegen Bayern-Wirbelwind Ribery
© Getty
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Rekordmeister FC Bayern gegen Titelverteidiger Borussia Dortmund. Erster gegen Zweiter. Ribery, Gomez, Kroos, Lahm auf der einen, Götze, Hummels, Lewandowski, Kagawa auf der anderen Seite. Besser geht es nun wirklich nicht mehr. Aber wie endet das Spiel der Spiele (18.15 Uhr im LIVE-TICKER)? Zwei SPOX-Redakteure und ihre letzten Einschätzungen.

Bayern München - Borussia Dortmund

Bayerns Zentrum: Autobahn oder Bollwerk?

Trainer und Spieler des FC Bayern versuchten das Thema "Revanche" in den letzten Tagen bewusst zu vermeiden. Bis Präsident Uli Hoeneß kam und am Donnerstag sagte: "Die Niederlage hat mir unheimlich gestunken, weil ich vorher das Maul ziemlich aufgerissen hatte."

Diesmal geben sich die Münchner betont zahm und verteilen gütig Komplimente an den amtierenden Meister. Aber man darf sich sicher sein, dass die Demütigung im eigenen Stadion den Bayern noch einen Extra-Schub Motivation geben wird.

Das Selbstvertrauen der Bayern könnte aber ohnehin kaum größer sein. Seit der Niederlage zum Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach ist Bayern zuhause eine Macht: acht Siege mit 34:2 Toren gab es in den restlichen Pflichtspielen.

Was ebenfalls für die Bayern spricht: die Ausgangslage ist eine komplett andere als im Februar. Damals reiste der BVB mit 13 Punkten Vorsprung an, die Meisterchance der Bayern war nur noch theoretischer Natur. Mit einem Sieg hätte man höchstens die eigene Seele balsamieren können und Futter für mögliche Sticheleien gen Dortmund gehabt.

Der Druck des Gewinnenmüssens lähmte die damals nicht gefestigte Mannschaft und das Spiel geriet - vor allem in der zweiten Hälfte - zu einer BVB-Demonstration. Jetzt hat der FCB fünf Punkte Vorsprung, ein Sieg wäre ein wichtiger Schritt Richtung Meisterschaft.

Unter Jupp Heynckes haben die Bayern zu alter Stabilität zurückgefunden. Vor allem im Spiel gegen den Ball sind die Bayern kompakter und aggressiver, ein Ballverlust ist nicht gleichbedeutend mit einer Chance des Gegners. Im letzten Duell war das Zentrum mit einem schwachen Bastian Schweinsteiger und Danijel Pranjic noch eine Autobahn für Dortmunds überfallartigen Gegenstöße.

Auch diesmal wird viel davon abhängen, wie Bayern mit Luiz Gustavo und David Alaba das Spiel im Zentrum bändigen kann. Eine entscheidende Rolle wird dabei auch Toni Kroos zufallen, den Heynckes zwar anders als Joachim Löw in der Nationalmannschaft nicht als 1:1-Ersatz auf der Sechs sieht, der aber mit seiner Ballsicherheit, seinem Passspiel und seiner Auffassungsgabe das Schweinsteiger-Loch teilweise stopfen muss.

Das wird nicht einfach werden gegen das Dortmunder Mittelfeldgestrüpp um Sven Bender. Deshalb lautet mein Tipp: 2:2.

 

Hohes Risiko - jetzt erst recht!

Dortmund ist in München - wieder einmal - der Außenseiter. Daran haben die Meisterschaft in der letzten Saison und auch das letzte Duell in der Allianz Arena nichts geändert, bei dem Jürgen Klopps Männer so glänzten. München ist unglaublich heimstark und überzeugt vor allem in den Topspielen.

Deshalb hat allerdings der Rekordmeister auch den Druck, gewinnen zu müssen. Insofern macht es Sinn, die defensivstarken Bender und Kehl auf der Doppelsechs spielen zu lassen und den zuletzt durchaus gefälligen Leitner zu opfern. Defensiv ist so gewährleistet, dass die Außenpaare Schmelzer (dessen Einsatz nun doch wahrscheinlich ist)/Großkreutz und Piszczek/Götze stets Unterstützung aus der Mitte haben, offensiv bringt vor allem Kehl Ruhe in das Aufbauspiel. Denn Ballverluste im Vorwärtsgang sind genau das, was es gegen die Bayern zu vermeiden gilt.

Auf der anderen Seite sind es genau diese beiden, die den Defensivverbund immer wieder nach vorne schieben müssen, um den FCB in Ballbesitz früh zu attackieren. Kein Team in der Bundesliga kontrolliert Ball und Gegner so exzellent wie die Bayern. Mit Bastian Schweinsteiger fehlt allerdings der entscheidende Stratege.

Luiz Gustavo und David Alaba strahlen mit dem Ball am Fuß längst nicht die gleiche Ruhe aus wie Schweinsteiger und sind vor allem nicht bzw. noch nicht in der Lage, Drucksituationen spielerisch zu lösen und den pressenden Gegner somit kalt zu erwischen.

Zwingt man die Bayern zu Fehlpässen und Befreiungsschlägen, verbessert man die eigene Ballbesitzquote und hat so Chancen, zu Tormöglichkeiten zu kommen und die Gefahr, die von Bayerns Offensive um Ribery, Gomez und Co. ausgeht, zu minimieren.

Der BVB kann es sich leisten, dieses Risiko der hoch stehenden Abwehr auch in München zu gehen.

Denn wenn es in die Hose geht, mag die mögliche Titelverteidigung nahezu außer Reichweite sein, das eigentliche Saisonziel, die Champions-League-Plätze, hat man aber auch bei einer Pleite weiter fest im Blick.

War der Auftritt in Augsburg ein Fingerzeig dafür, wie die Bayern ohne Schweinsteiger spielen, dann darf man in Dortmund durchaus guter Dinge sein. Klopp jedenfalls hält den Rekordmeister für schlagbar und strahlt ein Selbstvertrauen aus, dass es im Vorfeld dieses Spitzenspiels lange nicht mehr von Seiten der Westfalen gab. Auch ich glaube, dass ein Sieg absolut möglich ist und tippe 1:2.

Der 13. Spieltag im Überblick

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