Wesley: Das große Werder-Rätsel

Von SPOX
Mittwoch, 16.11.2011 | 11:15 Uhr
Wesley steckt bei Werder Bremen in der Krise
© Getty
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Er schien eine echte Verstärkung zu werden, inzwischen droht Wesley bei Werder Bremen allerdings zu floppen. In Wolfsburg ist der "neue Diego" schon gescheitert, Kölns Sturm besteht nur aus Lukas Podolski. Und: Thorsten Fink hat in Hamburg nun seine Startelf im Kopf.

Werder Bremen: Seinen ersten Auftritt in Deutschland hatte Wesley gleich auf einer der ganz großen Bühnen der Bundesliga: Im Auswärtsspiel beim FC Bayern feierte der Brasilianer im September 2010 sein Debüt im Werder-Dress. Was Wesley beim 0:0 zeigte, machte Appetit auf mehr. Und der Mittelfeldspieler ließ mehr folgen. Während Bremen in der vergangenen Spielzeit zahlreiche enttäuschende Auftritte hinlegte, war der 24-Jährige meist einer der wenigen Lichtblicke. Inzwischen hat sich die Situation um 180 Grad gedreht: Werder glänzt in dieser Saison wieder deutlich häufiger, Wesley hingegen ist eine einzige Enttäuschung. Zuletzt kritisierte Coach Thomas Schaaf seinen Schützling sogar öffentlich, betonte aber, ihn nicht fallen lassen zu wollen. Im Testspiel gegen Eintracht Braunschweig (1:2) durfte der 7,5-Millionen-Einkauf deshalb mal wieder von Beginn an ran - lieferte dabei allerdings eine katastrophale Vorstellung ab und wurde folgerichtig vorzeitig ausgewechselt. Chance bekommen, Chance vertan: Wesley wird mehr und mehr zum großen Werder-Rätsel.

1. FC Nürnberg: So häufig wie in dieser Saison hat Alexander Stephan für die Profimannschaft des FCN in einer Spielzeit noch nie gespielt. Das Komische daran: Obwohl der Torhüter mehr denn je zum Einsatz kommt, wird er in der kommenden Saison wohl nicht mehr beim Club spielen. Im Sommer 2012 läuft sein Vertrag bei den Franken aus und wird, Stand jetzt, auch nicht verlängert werden. Raphael Schäfer ist, wenn er fit ist, als klare Nummer eins gesetzt. Dahinter plant der Club mit den beiden 18-Jährigen Patrick Rakovsky, der Schäfer bis zu seiner eigenen Verletzung vertrat, und Benjamin Uphoff. Stephan muss sich deshalb nach anderen Alternativen umschauen. Immerhin hatte er bereits acht Gelegenheiten, sich anderen Klubs zu präsentieren. Sein persönliches Fazit: "Ich habe das Zeug für die Bundesliga."

Hamburger SV: "Ich möchte nicht mehr viel rotieren. Jetzt ist es am wichtigsten, dass sich das Team einspielt." Einen Monat nach seinem Amtsantritt hat Trainer Thorsten Fink nun seine erste Elf im Kopf: Diekmeier, Westermann, Bruma und Aogo in der Viererkette. Töre, Kacar, Rincon und Jansen im Mittelfeld, davor die Stürmer Petric und Guerrero. Ernsthaft umkämpft ist lediglich die Position auf dem linken Flügel, wo Ilicevic Druck macht. Hinten anstellen müssen sich dagegen zwei Youngster. Son ist nur noch Stürmer Nummer vier hinter Berg; und Lam hat hinter Töre kaum Chancen auf die Startelf. Ins Herz von Arnesen aber hat sich die Neuentdeckung der Hamburger bereits gespielt. Der Sportchef lobte zuletzt vor allem Technik und Spielintelligenz von Lam - und bot ihm einen Vertrag bis 2015. Anders sieht es dagegen bei David Jarolimaus. Der dienstälteste HSV-Spieler hat offenbar endgültig ausgedient. Er darf im Winter ablösefrei gehen.

Borussia Dortmund: Die Stürmerdichte beim BVB ist nicht ausufernd hoch, für die Zukunft scheint der Meister auf dieser Position aber gut gerüstet. Neben Terrence Boyd (wir berichteten), der aktuell bei neun Toren in zwölf Spielen für Dortmunds Zweite steht, tut sich auch Marvin Ducksch immer mehr hervor. Der 17-Jährige, der im Sommer bei der U-17-WM in Mexiko mit Deutschland Dritter wurde und zwei Tore beisteuerte, ist schnell, beidfüßig und dank seiner Größe von 1,87 Metern auch kopfballstark. Als er acht Jahre alt war, meldeten ihn seine Eltern ohne sein Wissen bei einem Talentescouting an, kurz darauf schlug die Borussia zu. Derzeit spielt Ducksch für Dortmunds A-Jugend (9 Spiele, 8 Tore) und darf in regelmäßigen Abständen bei den Profis vorbeischauen. Mit Erfolg: Am Dienstag traf er beim 7:0-Testspielsieg in Uerdingen drei Mal und spielte 90 Minuten lang als einzige Spitze.

VfL Wolfsburg: Sportlich läuft es für die Wölfe bislang überhaupt nicht. In einer Statistik ist der VfL allerdings die klare Nummer eins der Liga: Kein anderer Klub setzte an den bisherigen zwölf Spieltagen mehr Spieler ein als die Niedersachsen. 28 Akteure schickte Coach Felix Magath schon auf den Platz.

Völlig außen vor ist bislang dagegen Mateusz Klich. Magath verpflichtete den polnischen U-21-Nationalspieler, um ihn mittelfristig als Diego-Nachfolger aufzubauen. Doch daraus wird wohl nichts. "Ich möchte spielen, aber der Trainer ist der Meinung, dass ich noch nicht bereit bin, und er weiß mehr als ich über die Anforderungen in der Bundesliga", sagte Klich vor kurzem. Inzwischen soll der 21-Jährige sogar auf Wolfsburgs "Abschussliste" stehen. Keine Verwendung hat Magath angeblich auch für Ja-Cheol Koo, der den VfL-Coach in seinen bisherigen sechs Einsätzen nicht überzeugen konnte. Bitter für Koo: Der Südkoreaner war im Sommer bereits mit dem HSV über einen Wechsel einig. In letzter Minute ließ Magath den Deal aber platzen.

1. FC Köln: Lukas Podolski übertüncht Probleme des FC derzeit mal wieder. Weil der Nationalspieler momentan so gut drauf ist, wie vielleicht noch nie seit seiner Rückkehr vom FC Bayern, ist fast völlig in den Hintergrund geraten, dass Köln ein echtes Sturmproblem hat. Podolski spielt und trifft, Sturmkollege Milivoje Novakovic fällt dagegen noch auf unbestimmte Zeit aus. Und sonst? Alexandru Ionita hält Coach Stale Solbakken für "nicht bundesliga-tauglich" und Youngster Mark Uth für noch nicht reif genug. Bleibt noch Sebastian Freis. Der Ex-Karlsruher stand zuletzt zwar regelmäßig im Kader, auf seinen ersten Einsatz in dieser Saison wartet er allerdings vergeblich. Eine echte Alternative ist der 26-Jährige für Solbakken nicht. Am Saisonende läuft sein Vertrag aus, findet er einen Klub im Winter, darf er wie Ionita vorzeitig gehen. Derzeit sucht der FC mit Hochdruck einen neuen Angreifer, um Podolski zumindest ein wenig zu entlasten.

1. FSV Mainz 05: Bei den Mainzern wollen Trainer Thomas Tuchel und Manager Christian Heidel den Kader ausdünnen. "Der Kader darf nicht zu groß werden, da sind wir uns einig", so Heidel. Heißer Kandidat für einen Wechsel im Winter ist Stürmer Deniz Yilmaz. Der Türke wechselte erst im Sommer von Bayern Münchens zweiter Mannschaft nach Mainz, kam jedoch bislang in der Bundesliga nicht zum Einsatz. Lediglich sechs Spiele für die Reserve in der Regionalliga West stehen für Yilmaz diese Saison zu Buche. Heidel bestätigte lose Anfragen und fügte hinzu: "Der Junge hat im Sturm viel Konkurrenz und ist natürlich damit sicher nicht zufrieden, 4. Liga zu spielen. Er muss einen anderen Anspruch haben." Es sollen auch bereits Ausleih- und Kaufangebote für Yilmaz vorliegen.

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