Hoeneß tritt nach: "Klinsmann war ein Fehler"

SID
In der Nachbetrachtung war Uli Hoeneß (l.) nicht zufrieden mit der Leistung von Jürgen Klinsmann
© Getty

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat wieder einmal gegen Ex-Trainer Jürgen Klinsmann nachgetreten.

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"Mit Magath haben wir zwei Mal das Double geholt. Das war kein Missgriff. Mit van Gaal haben wir das Double geholt und standen im Champions-League-Finale. Dass der menschlich eine Katastrophe war, steht auf einem anderen Blatt. Fachlich war er top. Deswegen war er auch kein Fehler. Klinsmann schon. Und das kreiden wir uns alle an", sagte Hoeneß im Interview mit dem Donaukurier auf die Frage nach diversen Fehlgriffen auf der Trainerposition beim deutschen Fußball-Rekordmeister in den vergangenen Jahren.

Bei Klinsmann (47), derzeit US-Nationalcoach, habe es Mannschaftssitzungen mit einer Powerpoint-Präsentation gegeben, erzählte Hoeneß: "Da haben wir für zigtausend Euro Computer gekauft. Da hat er den Profis in epischer Breite gezeigt, wie wir spielen wollen. Wohlgemerkt wollen."

"Viel Geld ausgegeben"

Der aktuelle Bayern-Coach Jupp Heynckes (66) habe dagegen "einen Flipchart und fünf Eddingstifte. Da kostet einer 2,50 Euro. Und da malt er auf die Tafel die Aufstellung des Gegners und sagt ein paar Takte dazu. Mit Heynckes gewinnen wir Spiele für 12,50 Euro, und bei Klinsmann haben wir viel Geld ausgegeben und wenig Erfolg gehabt", sagte Hoeneß süffisant: "Will heißen: Entscheidend ist nicht jung oder alt, sondern gut oder schlecht. Und Klinsmann ist ein guter Trainer und Jupp Heynckes ein super Trainer."

Derzeit sieht Hoeneß den FC Bayern "sehr gut aufgestellt, weil wir totale Ruhe im Verein haben. Wenn du keine Ruhe hast und den Gegner nicht vorne attackieren kannst, sondern intern ständig Ärger hast, dann kannst du keine Leistung bringen. Der FC Bayern ruht derzeit in sich selbst", betonte der frühere Manager.

Offen ließ Hoeneß das Thema Jürgen Klopp, nachdem er den Dortmunder Trainer zuletzt immer wieder als möglichen Kandidaten in München ins Gespräch gebracht hatte.

"Er hat in Dortmund einen Vertrag bis 2014 und macht einen guten Job. In unserer heutigen Zeit geht alles so schnell. Vor drei Jahren hätte ich mir nie vorstellen können, dass Jupp Heynckes noch einmal als Trainer arbeitet", sagte Hoeneß.

Jürgen Klinsmann im Steckbrief

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