Hollywoodreifes Comeback: Stevens gegen HSV

SID
Samstag, 01.10.2011 | 11:41 Uhr
Im Rampenlicht: Huub Stevens gibt sein Bundesliga-Comeback auf der Trainerbank
© Getty
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Wiedersehen in Hamburg: Der neue Schalke-Trainer Huub Stevens trifft mit dem FC Schalke 04 auf den Tabellenletzten Hamburger SV (So., 17.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei Sky). Dabei schien in der vergangenen Woche noch alles für ein Engagement des Niederländers bei den Nordlichtern zu sprechen.

Ein Hollywood-Regisseur hätte das Drehbuch des 8. Spieltages der Bundesliga kaum besser schreiben können.

Noch vor gut einer Woche schien einem Engagement von Huub Stevens beim Tabellenletzten Hamburger SV nichts im Wege zu stehen. Doch am Ende kam alles anders.

Am Sonntag steht der Niederländer tatsächlich in der Hamburger Arena an der Seitenlinie, jedoch auf Seiten des HSV-Gegners Schalke 04.

"Ich habe nicht Nein zum HSV gesagt"

"Dass es nun mit Schalke gegen den HSV geht, mit dem ich vor kurzer Zeit noch über eine Trainertätigkeit gesprochen habe, ist eben im Fußball so", sagte Stevens nach dem 3:1-Erfolg in der Europa League gegen Maccabi Haifa am Donnerstag.

Noch am vergangenen Sonntag hatte Hamburgs Sportdirektor Frank Arnesen dem 57 Jahre alten Coach abgesagt, weil dieser Sondierungsgespräche mit den Königsblauen geführt hatte.

"Ich habe nicht Nein zum HSV gesagt, der HSV hat sich gemeldet und die Gespräche abgesagt", so Stevens in Bezug auf die überraschende Wende.

Heldt warnt: HSV besser als es scheint

Er richtet den Blick nach vorn, zurückblicken liegt dem Coach fern. Denn nun steht die Partie bei seinem Ex-Klub an, den er 2007 knapp vor dem Abstieg in die Zweitklassigkeit gerettet hatte.

Gegen den HSV wird es eine ganz andere Aufgabe als gegen Haifa. Bis zum Spiel in Hamburg müssen wir vor allem wieder Frische tanken", fordert Stevens. Und Sportdirektor Horst Heldt warnte: "Hamburg ist sicherlich besser, als es die Tabelle ausdrückt."

Dieser Eindruck dürfte nun auch endgültig in Hamburg Einzug gehalten haben. Nach dem katastrophalen Saisonstart scheint der Knoten nach dem ersten Sieg beim VfB Stuttgart (2:1) geplatzt.

HSV: Neues Selbstbewusstsein dank Cardoso

Unter Interimscoach Rodolfo Esteban Cardoso tritt die Mannschaft wieder selbstbewusst auf, von Unsicherheit kaum eine Spur. Auch die offene Trainerfrage beschäftigt die Profis nicht.

"Was habe ich damit zu tun, was bei der Trainer-Suche passiert? Wir Spieler müssen uns auf Fußball konzentrieren", gab Stürmer Mladen Petric zu Protokoll.

Die "Zwischenlösung" Cardoso scheint dem lahmen HSV wieder Beine zu machen. Der ehemalige Bundesliga-Profi wirkte zwar vor seinem Debüt auf der Trainerbank nervös, will davon vor dem wichtigen Duell gegen den Pokalsieger aber nichts wissen.

"Damit muss man umgehen. Ich genieße jeden Moment", sagte der Argentinier. Unter der Woche machte das Team im Training einen starken Eindruck. "Die Mannschaft hat sich gefunden und steht zusammen", so Cardoso.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Hamburg: Drobny - Westermann, Bruma, Rajkovic, Aogo - Tesche, Rincon - Lam (Castelen), Töre - Son (Guerrero), Petric

Schalke: Fährmann - Höger, Höwedes, Metzelder, Fuchs - Jones, Holtby - Farfán, Raúl, Jurado (Draxler) - Huntelaar

Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)

Der 8. Bundesliga-Spieltag im Überblick

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