Ein Diener der Mächtigen

Von Haruka Gruber
Huub Stevens feierte seinen Einstand mit zwei Siegen gegen Haifa und in Hamburg
© Getty
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Das Verhältnis zur Klubführung: Allmachtsphantasien verboten

In all dem Trubel der letzten Tage und den Gerüchten um Rene Adler ging eine Facette des Trainerwechsels weitgehend unter: das Verhältnis zwischen Chefcoach und Klubführung.

Rangnick auf der einen sowie Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies und Sportvorstand Heldt auf der anderen Seite wurden nicht müde zu sagen, wie kollegial und verständnisvoll das Miteinander war - doch Fakt ist: Es gab massive Unstimmigkeiten darüber, ob und wie viel Geld für Transfers bereitstehen und wie der Kader zusammengestellt werden soll.

Dass davon nur wenig an die Öffentlichkeit drang, ist ehrenwert, dennoch änderte es nichts an der Tatsache, dass Rangnick unzufrieden war mit der aus seiner Sicht allzu sparsamen Strategie der Oberen. Die Weiterverwendung der Neuer-Ablöse, die taktische Rolle und die generelle Zukunft von Raul, die Verpflichtung eines neuen Stürmers - bei allen Themen setzten sich Tönnies und Heldt durch. Spätestens zur Winter-Transferperiode drohte ein Konfliktfeld aufzubrechen.

Ähnliche Befürchtungen hatte auch Heldt, weswegen bei den Verhandlungen mit Stevens die Kompetenzen klarer festgelegt wurden: die Klubführung bestimmt die Strategie, der Trainer versteht sich vorwiegend als Übungsleiter. Oder wie es der "Kicker" formuliert: "Stevens definiert sich eher als Diener des Vereins denn als neuer Herrscher."

Dazu passt auch folgende Stevens-Äußerung, die nahelegt, dass er sich besser als Rangnick mit den Entscheidungen der Bosse arrangiert und erst recht keine Allmachtsansprüche verfolgt wie Magath.

"Die Kaderplanung muss in meinen Augen immer Vereinssache sein. Trainer bleiben in der Regel höchs­tens zwei, drei Jahre. Es kann da­her nicht sein, dass nur die Trainer neue Spieler holen. Irgendwann sind die Trainer weg und die Spie­ler da", sagt Stevens.

"Ich sage ganz klar: Der Klub muss seine Vorstellungen und seine Linie haben, ein Trainer muss sich darin einordnen können. Kann er das nicht, sollte er nicht anfangen."

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