Maik Franz: Kennen Sie den noch?

Von SPOX
Mittwoch, 12.10.2011 | 16:56 Uhr
Voller Einsatz für Hertha BSC: Maik Franz brach sich im Spiel gegen Hannover 96 die Nase
© Getty
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Sein drittes Spiel für die Hertha BSC kostete Maik Franz nicht nur das Nasenbein - sondern auch noch den Stammplatz. Für den Hamburger SV dürfte endlich Rotsünder Ivo Ilicevic eingreifen, hätte er nicht noch Verletzungsprobleme. Patrick Owomoyela kämpft sich in Dortmund zurück, Didier Ya Konan hat eine gute Einstellung - und die braucht er im Moment auch in Hannover.

Hertha BSC: Kennen Sie noch Maik Franz? Den Iron Maik? Im Sommer wechselte der 30-Jährige von Frankfurt nach Berlin, spielte die ersten drei Partien durch, brach sich dann gegen Hannover die Nase - und ist seitdem außen vor. Im Abwehrzentrum spielt nun das Duo Mijatovic/Hubnik. Und auch auf rechts, wo Franz schon bei der Eintracht immer mal wieder zum Einsatz kam, gab Trainer Markus Babbel einem anderen den Vorzug: Der gesperrte Christian Lell wurde gegen Köln von Christoph Janker ersetzt. Babbel: "Bei ihm hatte ich ein besseres Gefühl. Er hat zuletzt konstantere Leistungen gebracht." Janker spielte gut, Hertha gewann, und Maik Franz wird wohl auch gegen die Bayern auf der Bank sitzen. Er selbst nimmt's sportlich, gejammert wird nicht: "Ich hasse Spieler, die die Klappe aufreißen, weil sie nicht spielen."

Hamburger SV: Seit gut fünf Wochen ist Ivo Ilicevic nun schon ein Hamburger, gespielt hat er freilich noch keine Minute. Denn: Bei seinem letzten Auftritt für Kaiserlautern holte sich 24-Jährige in der Schlussphase gegen die Bayern noch schnell eine dumme Rote Karte und wurde für vier Spiele gesperrt.

Am Sonntag in Freiburg wäre Ilicevic nun zum ersten Mal für den HSV spielberechtigt. Allerdings: Seine letzte Partie hatte für den Kroaten noch weitere unangenehme Folgen - eine Adduktoren-Verletzung setzte ihn außer Gefecht. Erst in dieser Woche stieg Ilicevic wieder voll ins Training ein. Für Sonntag könnte er aber zumindest eine Alternative für die Bank sein. Immerhin legte Interims-Trainer Frank Arnesen höchstpersönlich gut vier Millionen Euro für den Flügelspieler auf den Tisch. Damals, als er noch nur Sportchef war.

Borussia Dortmund: Im Mai gab's für Patrick Owomoyela gleich doppelten Grund zur Freude: Der 31-Jährige wurde deutscher Meister und Vater. Die gute Laune wurde allerdings von den anhaltenden Verletzungsproblemen getrübt. Im April 2011 hatte der Ex-Nationalspieler letztmals auf dem Platz gestanden. Nun ist Owomoyela zurück. Anfang Oktober feierte er sein Comeback in der zweiten Mannschaft des BVB und erzielte beim 1:1 gegen Fortuna Köln sogar einen Treffer. Am vergangenen Wochenende sammelte er bei einem Testspiel der U 23 (2:0 gegen FC Zwolle) weitere Spielpraxis und wusste durchaus zu überzeugen. Unter den Zuschauern war auch Chefcoach Jürgen Klopp. Gibt's nun gegen Bremen die Rückkehr in den Profi-Kader? Owomoyela: "Es wäre eine schöne Sache." Endlich mal wieder.

1. FC Köln: Was ist eigentlich aus Ex-FC-Coach Frank Schaefer geworden?

Der 47-Jährige führte die Kölner in der vergangenen Saison mit 30 Punkten in 22 Spielen aus dem Tabellenkeller und trat dann Ende April freiwillig zurück. Schaefer rückte wie davor schon ins zweite Glied zurück und wurde zum "Koordinator für Talententwicklung" - ein Posten, der für ihn neu geschaffen wurde. In dieser Funktion darf er allerdings scheinbar nicht mit den Medien sprechen. Laut "Express" bekam er vom Klub einen Maulkorb, als ihn die Kölner Tageszeitung um eine Einschätzung zu den vom FC ausgeliehenen Jungprofis wie Reinhold Yabo und Taner Yalcin bat. Schaefers Kommentar: "Was soll ich sagen? Im Zuge der Neuausrichtung geht alles erst mal über die Medienabteilung. Und an die Vorgaben habe ich mich zu halten."

1. FC Nürnberg: Seit Jens Hegeler beim Club ist, ist er eine Bank. In der letzten Saison stand er in allen 34 Partien auf den Platz, in dieser Spielzeit war er ebenfalls immer mit dabei - bis zum letzten Spieltag. Da schaffte es der Mittelfeldspieler fürs Spiel gegen Mainz nicht mal in den Kader und musste stattdessen in der zweiten Mannschaft ran. "Zu schlecht" seien Hegelers Leistungen zuletzt gewesen, erklärte Coach Dieter Hecking. Hegelers große Stärke ist gleichzeitig sein größtes Problem: Er kann im Mittelfeld überall spielen, wird deshalb häufig hin- und hergeschoben, kann sich dadurch aber nicht für eine bestimmte Position empfehlen. Nun gilt es aber ohnehin erstmal, sich wieder für einen Kaderplatz zu empfehlen. Wie schnell man raus ist, hat Hegeler zuletzt gesehen. Dass es auch andersrum laufen kann, deutet Hecking an: "Vielleicht spielt er schon in Wolfsburg wieder eine tragende Rolle."

FC Bayern München: Anfang des Jahres verlor Rouven Sattelmaier seinen Platz im Tor der kleinen Bayern. Vertreter Maximilian Riedmüller "nutzte" eine Verletzung der etatmäßigen Nummer eins und überzeugte den damaligen Trainer Hermann Gerland mit starken Leistungen in der 3. Liga. Gerland beförderte Riedmüller zur Nummer eins, Gerlands Nachfolger Andries Jonker hielt an Riedmüller fest. In den ersten acht Spielen kassierte der FC Bayern II in der Regionalliga 18 Tore, gegen den KSC II und FSV Frankfurt II jeweils fünf. Am 9. Spieltag stand nicht mehr Riedmüller, sondern Sattelmaier im Tor. Diesmal war's andersrum: Riedmüller verletzte sich, Sattelmaier - quasi nun die Nummer drei der Profis - nutzte seine Chance. Beim 1:0 in Hoffenheim rettete er den zweiten Saisonsieg über die Zeit. Auf der Bank saß der 19-jährige Daniel Müller. Neuer Konkurrenzkampf im Bayern-Tor? Jedenfalls lobte Jonker Sattelmaiers "ruhige, souveräne Spielweise". Weitere Lichtblicke für die kleinen Bayern: ein klasse Tor von Takashi Usami im Anschluss an ein "schönes Dribbling" (Jonker) und eine ansprechende Leistung von Neuzugang Dale Jennings.

Hannover 96: Im letzten Jahr war Didier "Dieter" Ya Konan noch der Alpharüde in Mirko Slomkas Wunderrudel, in dieser Saison aber will es beim Ivorer nicht so richtig funktionieren. Erst lange verletzt, dann angeblich ein bisschen zu dick und schließlich nur noch Stürmer Nummer drei hinter den formstarken Moa Abdelloue und Jan Schlaudraff. Mit seinem sehenswerten Siegtreffer gegen Dortmund schien dann der Knoten endlich geplatzt zu sein.

Allerdings: Im folgenden Spiel gegen Augsburg blieb er blass, drei Tage später zog er sich erneut eine Adduktoren-Verletzung zu, fehlte in der Europa League und landete am letzten Spieltag gegen Bremen wieder auf der Bank. Doch Ya Konan ist nicht der Typ, der deshalb hyperventilieren würde. Er vertraut auf Gott, seine Qualitäten und auf seine Einstellung: "Wenn deine Einstellung und dein Auftreten nicht stimmen, werden dich die Fans nicht akzeptieren. Man muss für sein Team kämpfen und eine gute Mentalität haben, dann geht es dir als Profi auch gut."

Der 9. Spieltag der Bundesliga im Überblick

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