Guck mal, wer da spricht!

Von Max-Jacob Ost
Montag, 03.10.2011 | 18:39 Uhr
Bruno Labbadia bestellt sich einen Kaffee mit zwei Stück Zucker
© Getty
Advertisement
NFL
Sa21.01.
US-Kommentar gesucht? DAZN lässt dir die Wahl!
Copa del Rey
Live
DAZN-Konferenz: Copa del Rey
Ligue 1
Live
PSG -
Dijon
Copa del Rey
Live
Espanyol -
FC Barcelona
Indian Super League
Mumbai City -
Bengaluru
Copa del Rey
Leganes -
Real Madrid
Primeira Liga
Setubal -
Sporting
Ligue 1
Caen -
Marseille
Championship
Derby County -
Bristol City
Primera División
Getafe -
Bilbao
Primeira Liga
FC Porto -
Tondela
Primera División
Espanyol -
FC Sevilla
Premier League
Brighton -
Chelsea
Championship
Aston Villa -
Barnsley
Primera División
Atletico Madrid -
Girona
Ligue 1
Nantes -
Bordeaux
Premier League
Man City -
Newcastle
Primera División
Villarreal -
Levante
Championship
Sheffield Wed -
Cardiff
Ligue 1
Amiens -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Toulouse
Ligue 1
Rennes -
Angers
Ligue 1
Straßburg -
Dijon
Ligue 1
Troyes -
Lille
Premier League
Arsenal -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Las Palmas -
Valencia
Premier League
West Ham -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Man United (DELAYED)
Premier League
Stoke -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Watford (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Bromwich (DELAYED)
A-League
Melbourne City -
Adelaide Utd
Primera División
Alaves -
Leganes
Serie A
Atalanta -
Neapel
Eredivisie
Ajax -
Feyenoord
Ligue 1
Nizza -
St. Etienne
Serie A
Bologna -
Benevento
Serie A
Lazio -
Chievo Verona
Serie A
Hellas Verona -
Crotone
Serie A
Sampdoria -
Florenz
Serie A
Udinese -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
FC Turin
Primera División
Real Madrid -
La Coruna
Eredivisie
Heracles -
PSV
Ligue 1
Monaco -
Metz
Premier League
Southampton -
Tottenham
First Division A
Genk -
Anderlecht
Serie A
Cagliari -
AC Mailand
Primera División
Real Sociedad -
Celta Vigo
Primera División
Real Betis -
FC Barcelona
Serie A
Inter Mailand -
AS Rom
Ligue 1
Lyon -
PSG
Serie A
Juventus -
CFC Genua
Premier League
Swansea -
Liverpool
Primera División
Eibar -
Malaga
Coupe de France
Nantes -
Auxerre
League Cup
Bristol City -
Man City
Premiership
Partick Thistle -
Celtic
Coupe de France
Epinal -
Marseille
Copa del Rey
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Copa del Rey
Alaves -
Valencia
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Copa del Rey
Real Madrid -
Leganes
Indian Super League
Kalkutta -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
Copa del Rey
FC Barcelona -
Espanyol
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Championship
Bristol City -
QPR
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Montpellier
Serie A
Sassuolo -
Atalanta
Primera División
Malaga -
Girona
Ligue 1
Angers -
Amiens
Ligue 1
Guingamp -
Nantes
Ligue 1
Metz -
Nizza
Ligue 1
St. Etienne -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Troyes
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Serie A
Chievo Verona -
Juventus
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Ligue 1
Lille -
Strassburg
Serie A
Turin – Benevento
Serie A
Neapel – Bologna
Serie A
Crotone -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Hellas Verona
Serie A
CFC Genua -
Udinese
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
Ligue 1
Bordeaux – Lyon
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Sampdoria
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis
Primeira Liga
Belenenses -
Benfica
Premier League
Huddersfield -
Liverpool
Coupe de la Ligue
Rennes -
PSG
Premier League
West Ham -
Crystal Palace (Delayed)
Premier League
Swansea -
Arsenal (Delayed)

Wer mit Bruno Labbadia telefoniert, braucht ein Headset. Denn der Trainer vom VfB Stuttgart ist ein Fremdsprachenexperte auf dem Gebiet der Körpersprache. Die halbe Bundesliga könnte von ihm lernen: Vom bockigen Lukas Podolski bis zum unterwürfigen Hans-Joachim Watzke. Fragt sich nur: Wer übersetzt uns die Körpersprache von Ecki Heuser?

1. Logik mit Thomas Tuchel: Fußball ist ein ständiges Hin und Her zwischen Theorie und Praxis. In der Theorie tänzelt so mancher sämtliche Gegenspieler mit einer einzigen Hüftbewegung aus, in der Praxis heißt er im schlimmsten Fall dann aber Christian Lell. In der Theorie hat man den perfekten Trainer gefunden, mit innovativen Matchplänen, einer perfekten Food-Balance-Kinetic-Strategie und einer Frisur zum Daniederkien und in der Praxis heißt der gute Mann dann doch nur Huub Stevens.

Gerade weil das so ist, sollte man sich die Schwächen der Theorie zunutze machen. Denn in der Theorie ist alles möglich. Deshalb muss man Thomas Tuchel applaudieren, wenn er vor dem Spiel gegen Nürnberg sagt: "Wir sind in der Lage, jedes Bundesligaspiel zu gewinnen." Da hat er natürlich Recht. Doch - und jetzt lieber wegschauen, lieber Thomas Tuchel - wenn man dann zum Abgleich mit der Realität 90 Minuten später kommt, steht da folgendes:

Theorie: Mainz kann jedes Bundesligaspiel gewinnen. Praxis: Mainz dreht ein 0:2 und spielt trotzdem 3:3 beim 1. FC Nürnberg. Es gilt folgendes Naturgesetz: Der Club is a Depp. Was ist dann der FSV Mainz 05? Herr Tuchel, irgendeine Idee?

2. Der wöchentliche Fritz: Was gehört zum Fußballnachmittag wie Bier und ein knackiges Bratwurstimitat? Richtig, ein ebenso knackiger Spruch von Fritz von Thurn und Taxis. Auf der nach oben offenen Neururer-Skala erzielte er dabei am Wochenende einen neuen Rekordwert. Kommentierte lässig vom Diwan herab im Hugh-Hefner-Bademantel mit Pfeife im Mund Hoffenheim gegen Bayern und stellte fest: "Wenn's für Hoffenheim am Ende ein Punktgewinn wird, dann kann ich mir vorstellen, dass die Nacht zum Tag wird - bei all den Brasilianern." Einziger Brasilianer im Kader von Hoffenheim: Firmino.

3. Geile Field-Interviews: Das, was Sky zu einer Art 1. FC Köln der Bundesliga-Berichterstattung macht, ist die unheimliche Breite im Kader. Denn das, was Fritz von Thurn und Taxis vom Kommentatorenpult aus ist, verkörpert Ecki Heuser am Spielfeldrand. Schön zu beobachten nach dem Spiel Leverkusen gegen Wolfsburg, als er einen actiongeladenen Psychokrimi mit Bayer-Trainer Dutt inszenierte. Grund: Bender hatte sich nicht direkt nach der Verletzung auswechseln, sondern nach einem Gespräch mit Dutt erst behandeln lassen. Da zückte der MacGyver unter den Investigativ-Journalisten natürlich schnell den Kabelbinder und fixierte Dutt verbal:

Heuser: "Was haben Sie denn Lars Bender nach dem Tor geflüstert?"

Dutt: "Ich habe nachgefragt, ob er weitermachen kann."

Heuser: "Wieso legt sich Bender dann hin?"

Dutt: "Wenn man Schmerzen hat, legt man sich schon mal hin..."

Heuser: "Aber... aber... war das nicht Zeitschinden nach dem Tor?"

Dutt: "Nein, das ist nicht meine Art!"

Heuser: "Jetzt klären Sie uns doch mal auf!!!"

Dutt: "Ich habe keine Ahnung, worauf Sie hinaus wollen?! Was soll ich aufklären?"

Und während sich Robin Dutt nach dieser Vernehmung erst einmal unters Sauerstoffzelt legte, rückte Heuser schon Torschütze Eren Derdiyok auf die Pelle. Und zwar in, nun ja, doch sehr direkter Art und Weise. Einstiegsfrage: "Herr Derdiyok, worüber sollen wir reden: über Ihren geilen Oberkörper oder Ihr geiles Tor?"

4. Wolfsburger Understatement: Es ist natürlich billig, über einen Verein Witze zu machen, dessen Heimatstadt sogar von Lokführern regelmäßig übersehen wird. Wir wären aber nicht der Ecki Heuser unter den Bundesligarückblicken, wenn wir nach dem vergangenen Wochenende nicht investigativ-kritisch nachhaken würden. Also, liebe Pressestelle vom VfL Wolfsburg: Meint Ihr das wirklich ernst? Eine Pressemitteilung an uns zu schicken, dass der VfL nun auf Recyclingpapier zurückgreift - schön und gut. Wir haben schon von weniger witzigen Sachen tausend Ausdrucke auf Pandafell gemacht und in der Münchner Fußgängerzone verteilt.

Aber unter uns: Wäre es nicht viel eher eine Pressemitteilung wert gewesen, dass jetzt auch die Mannschaft für Recycling steht? Wir wollen ja nichts unterstellen, aber der Auftritt gegen Bayer sah schon sehr nach der Spielweise von Arminia Bielefeld 2008/2009 aus. Und die Kaderzusammenstellung ergibt eigentlich auch erst dann Sinn, wenn man das Ganze als das Aufschichten eines prächtigen Komposthaufens betrachtet. Das wäre doch einmal eine schöne Meldung: "Grüner geht's nicht. Der VfL Wolfsburg ist die Renate Künast der Bundesligavereine."

5. Entschuldigung, sprechen Sie Körper? Mit den Fremdsprachen ist es ja so eine Sache. Bei manchem deutschen Nationalspieler hat man den Eindruck, Deutsch gehört dazu - und wurde spätestens in der 7. Klasse zu Gunsten von "Nuscheln" und "als wie-Nebensätzen" abgewählt. Man kann es also als äußerst mutig bezeichnen, dass Bruno Labbadia von seinen Spielern jetzt sogar noch weitere Sprachkenntnisse einfordert und unter der Woche Körpersprache trainieren ließ.

Auch wenn die Vorstellung einer gewissen Komik nicht entbehrt, wie Martin Harnik durch wildes Verrenken die Frage nach den Abfahrtszeiten des 14er-Busses zum Hauptbahnhof stellt und Khalid Boulahrouz Mitspieler Okazaki körpersprachlich ins Kino einlädt (was durch die meisten Körpersprachenübersetzer leider in eine Aufforderung zum Beischlaf umgedeutet wird) - nützlich war der Exkurs allemal. Denn beim 2:0 auf dem Betzenberg parlierten die Stuttgarter auf einem Niveau, als hätte ihnen Theodor Fontane die Dialoge auf den Körper geschrieben. Auf der anderen Seite zeigten sich gleichzeitig böse Lern-Defizite. Ganz offensichtlich beherrscht man in Lautern nur ein Wort in Körpersprache: "Scheiße".

Seite 2: Podolski hat keinen Bock und Schalke kauft sich Burger

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung