Zwei Jahre nach Enkes Tod

96-Torwart Miller in psychologischer Behandlung

SID
Montag, 05.09.2011 | 16:59 Uhr
96-Keeper Markus Miller hat sich in psychologische Behandlung begeben
© Getty
Advertisement
Bundesliga
Sa18:00
Die Highlights vom Samstag mit BVB, VfB und Leipzig
Premier League
Live
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
Sao Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe

Knapp zwei Jahre nach dem Selbstmord von Robert Enke hat sich Hannover-96-Torwart Markus Miller in einer bemerkenswerten schriftlichen Stellungnahme an die Öffentlichkeit gewandt: Der Familienvater begab sich wegen "mentaler Erschöpfung" in stationäre Behandlung.

Knapp zwei Jahre nach dem Selbstmord von Robert Enke holen Hannover 96 die tragischen Ereignisse aus dem Herbst 2009 wieder ein. Ersatztorwart Markus Miller erklärte in einer bewerkenswerten schriftlichen Stellungnahme, dass er sich wegen "mentaler Erschöpfung" in stationäre Behandlung begeben hat.

Der 29 Jahre alte Familienvater wählt damit einen völlig anderen Weg als einst Enke: Der Nationaltorwart hatte seine Depressionen geheim gehalten und am 10. November 2009 Selbstmord begangen.

Stationäre Behandlung

"Ich habe mich dazu entschlossen, meinen Klub, unsere Fans und die Medien über meine Erkrankung zu informieren. Wegen meiner mentalen Erschöpfung werde ich mich ab sofort stationär behandeln lassen", wurde Miller in einer ausführlichen Klub-Pressemitteilung zitiert. Er befindet sich derzeit in einer durch den Klub nicht näher benannten Privatklinik.

Hannover 96 knüpfte direkt eine Verbindung zu den schrecklichen Vorkommnissen um Enke. "Nicht zuletzt aufgrund der Erfahrungen, die Hannover 96 vor knapp zwei Jahren im Zuge der Tragödie um Robert Enke gemacht hat, erhält Markus Miller die volle Unterstützung des gesamten Klubs, also von den Verantwortlichen sowie Mannschaft und Trainer", schrieb der Klub.

Miller steht seit Sommer 2010 bei den Niedersachsen unter Vertrag, hat dort aber noch keinen Bundesliga-Einsatz absolviert.

Klub steht hinter Miller

"Wir stärken und schützen ihn, weil er sich mit aller Offenheit seinen psychischen Schwierigkeiten stellt, die unverändert in unserer Gesellschaft als Tabu-Thema behandelt werden", sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke: "Oberste Priorität hat für uns alle, dass Markus Miller von seinen Ärzten erfolgreich behandelt werden kann. Er hat uns als Verantwortliche frühzeitig informiert. Ich empfinde das als Zeichen von Stärke, und natürlich bekommt Markus von uns jede Unterstützung, die möglich ist."

Seit seiner Profizeit als Torhüter arbeite er mit Hochdruck daran, engagiert und immer mit vollem Einsatz, seine Leistungen auszubauen, zu optimieren und auf höchstem Niveau zu halten, sagte Miller: "Seit einiger Zeit habe ich immer seltener das Gefühl, dass ich der Mannschaft wirklich helfe oder etwas Wesentliches bewirke. Dabei erlebte ich zunehmenden, großen inneren Druck und Anspannungen, die mich begannen zu blockieren."

"Schwierige und unbekannte Situation"

Miller bemühte sich in einer nach 96-Angaben "für ihn höchst schwierigen und unbekannten Situation" schnell um professionelle Hilfe und ging anders als damals Enke nun an die Öffentlichkeit.

Unterstützung erhält der Torhüter von Martin Braun, der in Gelsenkirchen als ambulanter Psychologe, Arzt und Psychotherapeut praktiziert sowie als Coach und Mentaltrainer im Spitzensport tätig ist.

"Ich arbeite gemeinsam mit Martin Braun bereits erfolgreich an Lösungen. Um blockierende Ursachen und Symptome noch nachhaltiger bearbeiten zu können, als das ambulant möglich ist, habe ich mich in enger Absprache mit meinem Therapeuten dazu entschlossen, stationär an mir zu arbeiten", sagte Markus Miller. Braun und Miller hätten laut Pressemitteilung "gemeinsam in vielen Gesprächen den Lösungsansatz entwickelt, um Markus Miller zu helfen und seine mentale Erschöpfung bzw. den beginnenden Burnout dauerhaft zu heilen". Braun sprach von einer "deutlich positiven Behandlungsprognose".

Kind zeigt sich respektvoll

Miller werde in der Privatklinik von "ausgewiesenen, erfahrenen Experten auf dem Gebiet der Psychologie und Psychotherapie umfassend behandelt. Er wird Hannover 96 auf ungewisse Zeit nicht zur Verfügung stehen, seine stationäre Behandlung ist zunächst für mehrere Wochen vorgesehen", schrieb der Klub.

96-Geschäftsführer Martin Kind zollte dem Torwart zu dessen Umgang mit der Krankheit "allerhöchsten Respekt". "Dieser Schritt ist ein großes Zeichen von Mut. Er hat in einem Klub, der ein furchtbares Erlebnis mit einem persönlichen Schicksal durchgemacht hat, bewusst den Gang an die Öffentlichkeit gewählt und klare Fakten geschaffen", sagte Kind.

Millers Verhalten "imponierend"

Die Robert-Enke-Stiftung lobte in einer Stellungnahme nicht nur Miller, sondern auch Hannover 96. "Aus Sicht der Robert-Enke-Stiftung bedarf die Entscheidung des Sportlers, diesen Schritt mit aller Offenheit und Ehrlichkeit publik zu machen, höchster Anerkennung. Denn gerade im Leistungssport stellt sich der Umgang mit psychischen Erkrankungen nach wie vor als schwierig dar, was das beschriebene Vorgehen umso eindrucksvoller wirken lässt. Darüber hinaus muss man sicherlich auch Hannover 96 ein großes Lob für die offene Herangehensweise aussprechen, mit welcher der Verein seinem Torwart eine uneingeschränkte Unterstützung beim Gang an die Öffentlichkeit zugesichert haben dürfte."

Trainer Mirko Slomka betonte, dass ihn Miller "frühzeitig ins Vertrauen gezogen und umfassend informiert" habe. Er bezeichnete Millers Verhalten als "imponierend". Er traue dem Torwart zu, "diese Behandlung für sich zu nutzen und gestärkt sowie mit neuer Zielsetzung seine Karriere als Fußballprofi erfolgreich fortzusetzen".

Markus Miller im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung