Borussia Dortmund schwächelt

BVB: Der Kampf mit den Prozenten

Von Jochen Tittmar
Mittwoch, 21.09.2011 | 14:14 Uhr
Nicht wirklich zufrieden: BVB-Sportdirektor Michael Zorc (l.) und Trainer Jürgen Klopp
© Imago
Advertisement
International
So17:00
Topspiel am Sonntag: Tottenham - Liverpool
Ligue 1
St. Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
São Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Championship
Preston -
Aston Villa

Seit 27 Jahren ist kein Titelverteidiger so schlecht in eine Bundesliga-Saison gestartet wie Borussia Dortmund. Dabei ist bei weitem nicht alles schlecht - dem Team von Trainer Jürgen Klopp mangelt es jedoch an Konsequenz und Konzentration.

Ein besonders guter Starter war Borussia Dortmund noch nie. Die Westfalen brauchten in den letzten Jahren - abgesehen von der Meisterspielzeit - eigentlich immer ein paar Spiele, um sich in eine Saison zu beißen. Es ist nun gut zwei Jahre her, da stand der BVB nach einer Derby-Niederlage gegen Schalke mit nur sechs Punkten aus sieben Spielen auf Tabellenplatz 15.

BVB: Schwächster Titelverteidiger seit 27 Jahren

Der Unterschied zu heute: Dortmunds Schwäche ist nun die eines Meisters, auf den alle schauen und zur Not auch einhauen. Und der sich nun Statistiken gegenüber sieht, die besagen, dass seit 27 Jahren kein Titelverteidiger mehr so schwach in die folgende Saison startete wie die Borussia.

Die Worte Fehlstart oder gar Krise werden am Rheinlanddamm dennoch bewusst umschifft. Es ist im Grunde auch nebensächlich, unter welchem Namen das bisherige Abschneiden in der Liga firmiert.

Denn auch wenn der BVB den Fußball vom Vorjahr nicht ins neue Spieljahr hinüber gerettet hat, agiert das Team beileibe nicht vollkommen unterirdisch.

Klopp: "Wir müssen an kleinen Schrauben drehen"

Dortmund hat bei allen drei Saisonniederlagen - so viele wie nach 26 Spieltagen im letzten Jahr - genügend Chancen kreieren können, um den Platz nicht gezwungenermaßen als Verlierer zu verlassen. Von den höheren Ballbesitzzeiten ganz zu schweigen.

"Es ist nicht so, dass wir an großen Schrauben drehen müssen. Die schlechte Nachricht ist, dass es leichter ist, große Veränderungen vorzunehmen. Wir müssen dagegen an kleinen Schrauben drehen", gesteht Trainer Jürgen Klopp.

Dabei kann es sich nur um drei Schrauben handeln: Chancenverwertung, Verhalten bei Standardsituationen und Konzentrationsfähigkeit.

Dortmund lässt zu viele Chancen liegen

Die 34 Torgelegenheiten, die sich die Dortmunder bislang herausspielen konnten, sind in der Liga sechstbester Wert. In Relation zu den sieben Treffern ergibt dies jedoch eine Quote, die den BVB derzeit als Chancentod Nummer eins brandmarken.

Eine Tatsache, die Sportdirektor Michael Zorc auch nach Siegen schon oft ein Dorn im Auge war. Für die vielen aussichtsreichen Möglichkeiten schießt der BVB fast schon grundsätzlich zu wenige Tore. Im Vorjahr wurde dies durch den Liga-Bestwert von 277 Torchancen aufgefangen. Die aktuell mangelnde Kaltschnäuzigkeit an der Abwesenheit von Torjäger Lucas Barrios festzumachen, greift allerdings zu kurz.

Die Borussia beherrschte ihre Gegner bisher in beinahe jedem Spiel, verliert sich aber im letzten Spielfelddrittel zu sehr im Klein-Klein und vergisst letztlich, viel öfter schnörkellos den Abschluss zu suchen - auch wenn das weniger ästhetisch aussieht als zwei weitere Querpässe.

Klopp: "Ich habe deutliche Worte gefunden"

Defensiv lässt sich das Team zu sehr überrumpeln und kassiert vermeidbare Gegentreffer. Die Schwäche bei Standardsituationen ist eng mit fehlender Konzentration verbunden.

"Die Anfälligkeit bei Standards geht gar nicht. Wir haben große Menschen im Strafraum, die den Ball nur wegköpfen müssen. Reine Konzentrationssache", sagt Klopp zu den bereits vier Toren, die man nach ruhenden Bällen schlucken musste (im Vorjahr: drei nach 17 Spielen).

Der Coach schnappte sich daher zu Wochenbeginn sein Team und ging die aktuelle Problematik durch. "Es fühlt sich richtig scheiße an. Aber das ist vielleicht auch gut so, um daraus die richtigen Schlüsse ziehen zu können. Ich habe deutliche Worte gefunden. Damit bei meinen Spielern nicht der Eindruck entsteht, dass es zufällig passiert ist", erklärt Klopp.

Am Willen liegt es nicht

Es stellt sich womöglich auch grundsätzlich die Frage, inwiefern der intensive Dortmunder Powerfußball des Vorjahres mental über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten werden kann.

"Natürlich ist unser Spiel anstrengend. Man merkt es aber vor allem dann, wenn es mal nicht so läuft. Wenn man Erfolg hat, spürt man Belastungen nicht so stark", ließ Mats Hummels schon nach dem Remis in Leverkusen tief blicken.

Der Wille der Mannschaft ist jedenfalls intakt, Dortmund steckt läuferisch weiterhin jeden Gegner in die Tasche. Einigen Spielern fehlt es jedoch merklich an der geistigen Frische, die in entscheidenden Phasen eines Spiels wiederum zu Konzentrationsmängeln führt. Vier von sechs Gegentoren kassierte die Borussia in der Schlussviertelstunde - jedes einzelne davon hätte problemlos verhindert werden können.

Personelle Kontinuität fehlt

"Ich hatte den Eindruck, dass wir uns nicht mehr richtig gewehrt haben. Offenbar haben alle nur gehofft, dass nichts mehr passiert. Das ist bitter. Wir müssen alle wieder begreifen, dass wir 95 Minuten 100 Prozent geben müssen", bemängelte Marcel Schmelzer nach der Niederlage in Hannover. Klopp schlägt in die gleiche Kerbe, wenn er fehlende Konsequenz und Gier anmahnt.

Eigenschaften, die beim BVB im Vorjahr wie in Stein gemeißelt von Spiel zu Spiel getragen wurden.

Doch es ist nicht viel, was die derzeit auch nicht gerade vom puren Glück verfolgten Westfalen akut falsch machen, "es geht um das eine Prozent, das fehlt" (Klopp). Viele Verletzungen und einige Sperren nötigten Klopp zudem dazu, sein Team mehrfach umbauen zu müssen. Kontinuität auf Personalebene ist derzeit nur ein frommer Wunsch.

Hoffnung auf Götze als latentes Risiko

Auf Mario Götze wird Klopp am Samstag wieder zurückgreifen können. Nicht wenige verbinden damit die Hoffnung, dass durch das bloße Mitwirken des Ausnahmekönners die fehlenden Prozentwerte wieder aufgefüllt werden können.

Dieses Denken birgt aber auch latente Risiken. Langfristig muss der Verein darauf achten, nicht zu sehr vom jungen Götze abhängig zu werden. Der 19-Jährige wird schon in Mainz dem BVB-Spiel gut tun, er wird kreativ sein und für viele kleine Probleme die richtigen Lösungen parat haben. Das ist bei dessen herausragender individueller Klasse auch nichts Verwerfliches.

Allerdings verlor der BVB während Götzes Sperre beide Spiele - mit ihm agierte die Mannschaft gegen den FC Arsenal deutlich zielstrebiger und phantasievoller im Spiel nach vorne. "Aber", so sagt Schmelzer zu Recht, "es gibt keinen Grund, ein Spiel ohne ihn nicht zu gewinnen. Wir haben genug richtig gute Bundesligaspieler im Kader."

Klopp fordert neue Gier

Die sind nun gefordert, die richtigen Schlüsse aus der derzeitigen Lage zu ziehen. Sie müssen lernen, mit dem Erfolg des Vorjahres umzugehen und sich auf Gegner einstellen, bei denen der Revanchecharakter im Vordergrund steht.

Klopp hofft nach der Ansprache ans Team, dass dieses gestärkt aus der momentanen Situation hervor geht. "Daraus muss man eine Gier für das nächste, übernächste Spiel oder idealerweise für die ganze Saison ziehen."

Vor zwei Jahren reagierte Borussia Dortmund mit zwölf ungeschlagenen Spielen auf die Derby-Niederlage im Signal Iduna Park.

Borussia Dortmund: News und Informationen

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung