Bierhoff: "Philipp hat die Grenzen überschritten"

SID
Donnerstag, 25.08.2011 | 16:34 Uhr
Philipp Lahm steht nach Vorab-Veröffentlichungen aus seinem Buch im Kreuzfeuer der Kritik
© Getty
Advertisement
PDC World Championship
Fr15.12.
Wahnsinn im Ally Pally:
Jeden Abend auf DAZN
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
FC Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
CFC Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
FC Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
CFC Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
FC Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
FC Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
CFC Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)
Premiership
Hearts – Hibernian
Indian Super League
Jamshedpur -
Chennai

Mit seinem Buch "Der feine Unterschied" hat Philipp Lahm für Entrüstung in der Bundesliga gesorgt. Zahlreiche Kritiker gehen hart mit dem DFB-Kapitän ins Gericht. Auch der DFB hat sich eingeschaltet. Vor dem Länderspiel kommende Woche gegen Österreich soll es ein Gespräch mit der sportlichen Leitung, Lahm und dem Spielerrat geben.

Geldgier, Profilierungssucht, schlechter Stil: Philipp Lahm hat mit seinem Buch "Der feine Unterschied" einen Sturm der Entrüstung losgetreten und zudem sein Amt als DFB-Kapitän beschädigt. Zwar ging Lahm am Donnerstag auf Schmusekurs zu Bundestrainer Joachim Löw, doch der 27-Jährige verspürt heftigen Gegenwind.

Nach Bayer-Sportchef Rudi Völler kritisierten auch Wolfsburgs Trainer Felix Magath, Bremens Sportdirektor Klaus Allofs, Stuttgarts Manager Fredi Bobic, Hoffenheims Coach Holger Stanislawski und Leverkusens Trainer Robin Dutt das brisante Enthüllungs-Buch von Lahm und warfen dem Außenverteidiger unlautere Methoden vor.

Zudem hat sich der DFB mit dem Thema beschäftigt. Bundestrainer Joachim Löw: "Es gibt einige Passagen in dem Buch, die mir nicht gefallen, weil hier ein Spieler einige Trainer, die lange und erfolgreich gearbeitet haben, öffentlich beurteilt."

Lahm bleibt DFB-Kapitän

In der kommenden Woche soll es vor dem Länderspiel gegen Österreich am Freitag ein Gespräch der sportlichen Leitung mit Lahm und dem Spielerrat geben. Dabei soll unter anderem das Thema Sensibilität im Umgang mit Interna aus dem Mannschaftskreis zur Sprache kommen, heißt es vom DFB.

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff: "Wir wollen zwar mündige Spieler, die auch mal klar ihre Meinung sagen. Im konkreten Fall hat Philipp allerdings die Grenzen überschritten." Konsequenzen für das Kapitänsamt Lahms habe das allerdings nicht: "Es war nach Bewertung des gesamten Buches für uns zu keinem Zeitpunkt ein Thema, Philipp als Kapitän abzusetzen, wie das schon von einigen spekuliert wurde."

DFB-Präsident Theo Zwanziger wirft Lahm ebenfalls Fehlverhalten vor: "Philipp hat für mich den Fehler gemacht, dass er die durch die Vorab-Veröffentlichung seines Buches entstehende Eigendynamik und mögliche Interpretationen nicht richtig eingeschätzt hat."

Magath wirft Lahm Geldgier vor

Doch nicht nur von Seiten des DFB, auch aus der Bundesliga mehren sich die kritischen Stimmen am Lahm-Buch. Wolfsburgs Trainer Felix Magath sagte in der "Welt": "Ich kann dazu nur eins sagen: So wird man keine Persönlichkeit! Jeder, der ein Buch schreibt, will dieses Buch ja auch verkaufen; sprich: Geld damit verdienen. Darum muss halt etwas drinstehen, was die Leute interessiert."

Bremens Sportchef Klaus Allofs kann Lahms Motivation ebenfalls nicht verstehen. "Ich bin schon lange in diesem Geschäft, aber ich habe noch nie den Drang verspürt, ein Buch darüber zu schreiben. Es gibt einfach gewisse Regeln, die man einhalten sollte."

Fredi Bobic bewertet das Buch derweil als Vertrauensbruch. "Ich würde ihm nie mehr was erzählen. Es wird ihm schaden, Gratulation dazu! Ich verstehe das nicht und kann die Aussagen von Rudi Völler nur bestätigen. Muss er als aktueller Spieler ein Buch schreiben? Welchen Nutzen hat das? Es ist das Schlechteste, was Du als Spieler machen kannst!", sagte Bobic.

Reichlich Kritik aus der Bundesliga

Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski warf Lahm "schlechten Stil" vor. "Zu erzählen, was der oder jener nachts im Hotel macht. Das macht man nicht. Diese Leute haben in meinen Augen viel zu viel Zeit, sich über andere Menschen Gedanken zu machen. Das ist unfassbar und spricht auch dafür, wie uninteressant das eigene Leben ist. Zu meiner Zeit wäre das innerhalb unserer Mannschaft problematisch geworden", sagte Stanislawski.

Auch Leverkusen-Trainer Robin Dutt kritisiert den Kapitän: "Es entzieht sich jedem Verständnis, dass er mit Jürgen Klinsmann und Rudi Völler ausgerechnet zwei Menschen angeht, die ihr ganzes Leben alles für die Nationalmannschaft gegeben und sich auch als Menschen in der Glitzerwelt des Fußballs vorbildlich verhalten haben."

Zuvor hatte Lahm neben seinen Ex-Trainern Jürgen Klinsmann, Rudi Völler und Louis van Gaal auch Magath attackiert. "Seine Tricks greifen nicht mehr, man kennt sie schon", schrieb Lahm in seinem Buch, das bereits vor der offiziellen Veröffentlichung am Montag als Vorabdruck in der "Bild"-Zeitung für reichlich Wirbel sorgt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kündigte für Donnerstagabend eine offizielle Erklärung an.

Gegen Ehrenkodex verstoßen

In der DFB-Auswahl besteht bereits seit Jahren der Ehrenkodex, dass Interna aus der Kabine nicht in die Öffentlichkeit getragen werden dürfen.

Mit seinen Aussagen über die Abläufe bei der EURO 2008 hat Lahm diesen Kodex gebrochen. Helfen könnte Lahm das vertrauensvolle Verhältnis zum Bundestrainer. Denn nach der harschen Kritik an fast allen Trainern seiner bisherigen Karriere lobte Lahm zumindest Löw.

"Jogi Löw erweist sich schon bei den ersten Trainingseinheiten als gewiefter Taktiker. Es ist interessant, was er über jede einzelne Position zu sagen weiß, vor allem für einen Spieler, dem bisher kein Trainer Anregungen gegeben hat, wie er die Position des linken Verteidigers vielleicht interpretieren könnte", schreibt Lahm, der erst seit dem Länderspiel gegen Brasilien und der zuvor erfolgten Ausbootung von Michael Ballack offiziell DFB-Kapitän ist.

Neue Kritik an Völler

Dagegen legte Lahm noch einmal gegen Rudi Völler nach. Laut Lahm war die deutsche Nationalmannschaft unter dem damaligen DFB-Teamchef Völler im Jahr 2004 nicht mehr als ein zusammengewürfelter Haufen von Freizeitkickern.

"Ich glaube, dass damals viele Playstations geglüht haben. Das Training läuft erstaunlich locker ab. Mir kommt das so vor, als würden ein paar Kumpels miteinander in die Ferien fahren, um Fußball zu spielen", schrieb der DFB- und Bayern-Kapitän in seinem Buch, das auch Verband bereits für helle Aufregung sorgt.

Ex-Nationaltorhüter Toni Schumacher (damals 1. FC Köln) wurde nach seinem Buch "Anpfiff" 1987 aus dem DFB-Team verbannt. Auch beim 1. FC Köln musste er gehen. Direkte Reaktionen von Lahms Klub Bayern München sind in den kommenden Tagen zu erwarten.

Begeistert über die neuerliche Unruhe dürften Ehrenpräsident Franz Beckenbauer, Präsident Uli Honeß und Vorstandschef Karl-Heinz-Rummenigge gewiss nicht sein.

Felix Magath im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung