Papa Petersen: "Das Paket wäre bayernreif"

SID
Objekt der Begierde: Nils Petersen (r.) von Energie Cottbus erzielte in dieser Saison bereits 24 Treffer
© Getty

Der FC Bayern München buhlt um einen Zweitligaspieler. Der Rekordmeister will wie ein Dutzend anderer Klubs auch den Cottbuser Nils Petersen verpflichten, denn er hat ein Markenzeichen: Tore.

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Nils Petersen hat schon immer in großen Dimensionen gedacht. Auf die Frage, welche Schlagzeile er gerne einmal über sich lesen möchte, antwortete der Stürmer von Zweitligist Energie Cottbus vor anderthalb Jahren in einem Interview: "Nils Petersen wird deutscher Nationalspieler."

Ganz so weit ist es zwar noch nicht, doch die Karriere des 22-Jährigen dürfte bald einen Riesenschub bekommen. Der Wechsel des mit 24 Toren besten Angreifers der 2. Liga zu Rekordmeister Bayern München wird immer wahrscheinlicher. Und ganz Fußball-Deutschland fragt sich: Was ist dran an diesem Mann?

"Nils ist einfach ein geiler Typ, ein toller Mensch. Bescheiden, bodenständig, immer freundlich. Er hebt nicht ab, nur weil er eine Anfrage von den Bayern hat", sagte sein Vater Andreas Petersen der Münchner "tz".

34 Tore in 18 Monaten

Doch die Bayern wollen den ehemaligen U21-Nationalspieler wie ein Dutzend anderer Klubs auch nicht wegen seines Charakters verpflichten, sondern wegen seiner ganz besonderen Gabe: dem Toreschießen.

In den vergangenen 18 Monaten traf Petersen bei Energie insgesamt 34-mal ins Schwarze. Das Besondere daran ist, dass kaum ein Tor dem anderen gleicht. Mit rechts oder links, mit dem Kopf oder Knie, nach einer Ecke oder einem Konter - Petersen ist ein nahezu kompletter Spieler wenn es darum geht, den Ball ins Netz zu befördern.

"Ich habe keine 100 Ballkontakte im Spiel, aber ich stehe an der richtigen Stelle, wenn es darauf ankommt", sagte Petersen. Sein stolzer Papa, der nach Bekanntwerden des Münchner Interesses mit seiner Frau "ein paar Freudentränen" verdrückt hat, ist da weniger bescheiden: "Das ganze Paket wäre bayernreif."

Ausstiegsklausel bei 2,8 Millionen Euro

Das sehen die Müncher Verantwortlichen auch so. Sportdirektor Christian Nerlinger nannte den gebürtigen Wernigeroder einen "talentierten Stürmer", in der nächsten Woche soll es in Berlin zu ersten konkreten Verhandlungen kommen.

Petersen, der im Winter einigen interessierten Bundesligisten wie Schalke 04 einen Korb gegeben und seinen Vertrag in Cottbus um zwei weitere Jahre bis 2014 verlängert hatte, besitzt eine Ausstiegsklausel mit der festgeschriebenen Ablöse von 2,8 Millionen Euro. Eine Entscheidung fällt laut Berater Lars Baumgarten im Zeitraum vom 15. bis 20. Mai.

Heynckes wollte Petersen schon für Leverkusen

Petersen soll Druck auf den gesetzten Nationalstürmer Mario Gomez machen - unabhängig von der Zukunft von Miroslav Klose. Bayerns neuer Trainer Jupp Heynckes hält große Stücke auf Petersen, wollte ihn auch schon nach Leverkusen locken. Das könnte sich als großer Vorteil im Poker um das Sturm-Juwel erweisen, an dem angeblich zehn deutsche und vier internationale Klubs konkretes Interesse zeigen.

Scheitern könnte der Wechsel nach München nur an der mangelnden Perspektive. Petersen will spielen und Tore schießen - auch beim FC Bayern. Dort würde er auf Thomas Müller und Holger Badstuber treffen, mit denen er einst in der deutschen U21-Auswahl zusammenspielte. "Das war eine tolle Erfahrung für mich und eine Zeit, die ich gern noch einmal erleben würde", hatte Petersen im Dezember 2010 gesagt. Anderthalb Jahre später könnte er Müller und Badstuber nach München folgen. Und wer weiß, vielleicht ja bald auch in die Nationalmannschaft.

Der Steckbrief von Nils Petersen

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