Ausschreitungen nach Niederlage gegen Köln

Eintracht Frankfurt droht Geisterspiel

SID
Montag, 09.05.2011 | 11:43 Uhr
Nach der Niederlage gegen den 1. FC Köln eskalierte die Stimmung in der Commerzbank Arena
© Getty
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Der Eintracht droht ein Geisterspiel, der Präsident steht am Pranger: Peter Fischer hatte im Zuge der Ausschreitungen in Frankfurt nach der Pleite gegen den 1. FC Köln am Samstag den Ultras via Megafon "Scheiß-BVB" zugerufen. Vor dem direkten Duell am Samstag fordert Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke nun eine Entschuldigung.

Dem gefühlten Absteiger Eintracht Frankfurt droht nach den jüngsten Ausschreitungen ein "Geisterspiel", für BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sind die Hessen ohnehin längst von allen guten Geistern verlassen. "Das ist eine Unverfrorenheit. Wenn das der neue Stil von Eintracht Frankfurt ist, dann gute Nacht", sagte Watzke, der von Eintracht-Präsident Peter Fischer nach dessen verbaler Entgleisung eine Entschuldigung forderte.

Fischer, in der Bundesliga wegen seiner farbenfrohen Outfits auch der "rosarote Panther" genannt, hatte im Zuge der Ausschreitungen in Frankfurt nach der 0:2-Pleite gegen den 1. FC Köln am Samstag den Eintracht-Ultras via Megafon zugerufen: "Dann schlagen wir halt den Scheiß-BVB." Zum Saisonabschluss gastieren die Hessen, die als Tabellenvorletzter derzeit einen Zähler hinter Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg liegen, am Samstag bei der Borussia.

Watzke: "Eine absolute Unverschämtheit"

"Eine absolute Unverschämtheit. Damit wird alles weiter angeheizt", sagte Watzke der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung": "Ich erwarte eine Entschuldigung." Watzke betonte, dass es nicht sein könne, dass der Frankfurter Präsident Fischer einen anderen Verein beleidige, nur um die eigenen Fans zu beruhigen. Der Eintracht-Präsident entgegnete: "Da waren Kinder im Block. Da hat man andere Sorgen. Da überlegt man nicht jedes Wort."

Auch der DFB und die DFL beschäftigten sich am Montag mit der Randale in der Frankfurter WM-Arena. In Dortmund gab es mit Blick auf das Saisonfinale am Samstag und der anschließend geplanten Meisterfeier eine Sicherheitsbesprechung. "Dabei werden DFL, DFB sowie staatliche Stellen mit den Klubs nötige Maßnahmen für den reibungslosen Ablauf des Spiels erörtern", sagte DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus.

Wie schon nach der 0:3-Derby-Pleite beim FSV Mainz 05 gab es auch nach dem Köln-Spiel wieder Festnahmen und Verletzte in Frankfurt. 150 Randalierer hatten den Platz gestürmt und die Frankfurter und Kölner Profis über das Spielfeld gejagt. Insgesamt sechs Ultras der Eintracht wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen, zehn Personen mussten behandelt werden.

Frankfurter Ultras sorgen für Skandal

"Die Entwicklung macht mir Sorgen. Es ist aber falsch, die Ultras mit der Gesamtheit der Fans gleichzusetzen. Wir müssen den Dialog mit den Fans weiter intensivieren, gleichzeitig aber auch unverrückbare Grenzen festlegen", sagte Liga-Boss Reinhard Rauball dem "kicker". Die DFL und Rauball haben derzeit größte Sorge, dass die Frankfurter Hooligans am Samstag die Meisterfeier in Dortmund als Anlass nehmen, um erneut Randale zu veranstalten.

Ohnehin muss der deutsche Meister von 1959 mit harten Sanktionen seitens des DFB-Sportgerichts rechnen. Eine hohe Geldstrafe sowie mindestens ein Spiel vor leeren Rängen drohen. Denn die Ultras der Eintracht sorgten im Laufe der Saison immer wieder für Skandale.

Bruchhagen: "Sah martialischer aus, als es war"

Zunächst riefen die gewaltbereiten Anhänger in der Hinrunde im Internet zu einem "Schlachtfest" in Kaiserslautern auf, beim Rückspiel verletzten sie in der Pfalz einen Polizisten.

Vor dem Spiel gegen Leverkusen wurde ein Fan-Klub des Erzrivalen Kickers Offenbach in einer Kneipe überfallen. Dann folgten die Ausschreitungen nach dem Mainz-Spiel und der Sturm der Randalierer auf das Spielfeld der WM-Arena am Samstag.

"Das Verhalten dieser Personen ist völlig inakzeptabel. Wir müssen alles tun, um solche Vorkommnisse in Zukunft gänzlich zu verhindern", sagte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn. Die Polizei hatte Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzen müssen, um die Randalierer in Frankfurt zurückzudrängen. "Ich bin froh, dass es keine Verletzten gab. Natürlich ist es nicht zu dulden, dass einige das Feld stürmen. Aber es sah martialischer aus, als es war", sagte Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen.

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