Solbakken: Ein Trainer-Wunderkind für den FC

Von Christian Bernhard
Dienstag, 17.05.2011 | 17:14 Uhr
Ein Mann mit klaren Ideen: Kölns neuer Coach Stale Solbakken
© Getty
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Stale Solbakken ist der neue Trainer des 1. FC Köln. Der 43-jährige Norweger musste seine Spielerkarriere aufgrund eines Herzstillstandes beenden und startete dann eine steile Trainerkarriere - inklusive Lob von Pep Guardiola. SPOX hörte sich bei einem alten Weggefährten Solbakkens um und bekam nur Gutes zu hören.

Das Anforderungsprofil hatte es in sich. Einen sehr guten Trainer wolle er haben, sagte Kölns Sportdirektor Volker Finke nach dem Rücktritt von Frank Schaefer. Einer, der "sich am modernen und attraktiven europäischen Spitzenfußball orientiert."

Außerdem sollte er taktisch "auf dem modernsten Stand sein", so Finke weiter: "Das ballorientierte Spiel ist das, was wir hier umsetzen möchten. Er sollte eigene Ideen haben und am besten schon nachgewiesen haben, dass er diese umsetzt."

Zusammengefasst: Ein hungriger, kreativer Coach, der aber auch schon Erfahrung hat. Ein Motivator, aber auch ein Fußballfachmann, der den schönen Fußball liebt und charakterstark ist. Man könnte auch sagen: eine Art Super-Trainer.

Die Wahl fiel auf Kopenhagen-Coach Stale Solbakken. Am Samstag machte Köln nach zähen Verhandlungen mit dem norwegischen Verband die Verpflichtung des 43-Jährigen endgültig perfekt. Finke glücklich: "Ich glaube, da ist uns etwas ganz besonders Gutes gelungen."

"Ein cleveres Fußball-Hirn"

Hört man sich in der Fachwelt um, wird Finkes These untermauert. "Er ist taktisch sehr gut und hat ein cleveres Fußball-Hirn. Stale lebt den Job", sagt Stig Inge Björnebye im Gespräch mit SPOX.

Der Ex-Liverpool-Spieler (139 Spiele für die Reds in den 90er Jahren), der sechs Jahre mit Solbakken im norwegischen Nationalteam zusammenspielte, schätzt den neuen FC-Mann sehr - vor allem seine Führungsfähigkeiten.

"Er hat natürliche Leader-Qualitäten. Für Stale ist es ganz normal, voranzugehen. Er stieß erst spät zur Nationalmannschaft, passte sich aber schnell an und war nach kurzer Zeit schon einer der Anführer - obwohl er kein Stammspieler war."

Auf den Norweger prasselt das Lob von vielen Seiten nur so nieder. "Wenn er wirklich nach Köln wechselt, ist es vielleicht die beste Entscheidung für den Verein seit 50 Jahren", sagte Kopenhagen-Sportdirektor Carsten Vagn Jensen dem "Kölner Stadt-Anzeiger", kurz bevor die Verpflichtung perfekt war.

Auch in Deutschland hört man nur Gutes. "Er ist eine absolute Persönlichkeit, sehr intelligent, führt sein Team mit ganz klaren taktischen Vorgaben und mit Zuckerbrot und Peitsche", sagte Michael Reschke.

Der Leverkusen-Teammanager bestätigte, dass Bayer sich zweimal mit dem Norweger getroffen hatte. Vor Wochen hielt sich Solbakkens Namen auch hartnäckig im Dunstfeld des Hamburger SV.

Lob von Guardiola und Acht-Minuten-Tod

Mit dem FC Kopenhagen hatte Solbakken in dieser Saison in der Champions League für Furore gesorgt. Erst im Achtelfinale war gegen den FC Chelsea Endstation. "Eine großartige Mannschaft mit einem großartigen Trainer. Als Coach von Barca bin ich noch nie auf eine so zähe und dynamische gegnerische Mannschaft getroffen", sagte Barcelona-Trainer Pep Guardiola nach dem Vorrunden-Duell mit Solbakkens FC voller Anerkennung.

Die Dänen standen plötzlich im Fokus - und alle Medien berichteten über Solbakkens Tod. 2001 war der damals 33-Jährige beim Training des FC Kopenhagen zusammengebrochen. Herzstillstand. Acht Minuten lang schlug Solbakkens Herz nicht, dann sprang es auf die Reanimation an und pumpte wieder. Ein kleines Wunder.

Solbakkens Karriere als Spieler war damit abrupt beendet, er wechselte ins Trainergeschäft - und startete so richtig durch. Über den norwegischen Erstligisten Ham-Kam kam Solbakken nach Kopenhagen, wo er mit dem FC in sechs Jahren fünfmal die dänische Meisterschaft holte. Sein internationales Meisterstück machte er in der laufenden CL-Saison. Jan-Age Fjörtoft sieht in ihm ein "Trainer-Wunderkind".

Zuerst die Defensive, dann die Offensive

Solbakkens Fußballidee ist simpel, aber effektiv. Er liebt das aggressive, auf Pressing ausgelegte Spiel im 4-4-2-System mit offensiven Außen und will, dass sein Team schönen Fußball spielt. "In Norwegen spielt man in der dritten Etage, Solbakken lässt im Erdgeschoss spielen", sagte "Ekstrabladet"-Redakteur Mads Glenn Wehlast dem "Kicker".

Solbakken arbeitete in der dänischen Hauptstadt zuerst an einer stabilen Defensive und entwickelte so über die Jahre eine moderne Viererkette, in der auch der zukünftige Mainzer Zdanek Pospech eine tragende Rolle spielte.

Björnebye ist überzeugt, dass sein Landsmann auch in Köln "zu Beginn sehr stark an der Defensiv-Organisation arbeiten wird. Vielleicht sogar die komplette erste Saison." Nach und nach werde er auch seine Idee vom Offensivspiel entwickeln, "mit offensiven Außenverteidigern". Björnebyes Fazit: "Stale hat ganz klare Ideen und weiß, wie er sie vorantreiben kann."

Solbakken und die Erwartungshaltung

Die Kölner Spieler sind gespannt auf "Frank Rost ohne Haare", wie Christian Eichner den Norweger aufgrund seiner Ähnlichkeit mit dem HSV-Keeper bereits taufte. "Ich freue mich auf den Trainer und hoffe, dass er mal über Jahre das Konzept trägt", sagt Lukas Podolski.

Björnebye ist sich sicher, dass die FC-Profis ihre Freude mit Solbakken haben werden: "Egal wo er war: Stale hat stets eine gute Atmosphäre geschaffen. Er ist seinen Spielern gegenüber sehr fordernd, aber sie werden ihn mögen. Er hat eine ausgeprägte Siegermentalität."

Hat sich Köln also einen "Gigantentrainer", eine "Mischung aus Magath und Klopp", wie es in Fanforen bereits heißt, geangelt? Oder rasselt der Norweger, der alle Alpha-Tier-Qualitäten mitbringt, womöglich mit Finke zusammen?

Köln und Champions League?

"Er hat einen sehr starken Charakter. Auch auf dem Transfermarkt hat er seine Qualitäten. Stale weiß ganz genau, welche Art von Spielern er will", sagt Björnebye. Auf der offiziellen Vorstellung machte das Duo einen sehr harmonischen Eindruck.

Beiden Seiten sah man an, wie sehr sie sich auf die neue Aufgabe freuen. Er wünsche sich einen Trainer, mit dem er 24 Stunden über Fußball reden könne, hatte Finke kürzlich gesagt. Es scheint, als wäre das problemlos möglich.

Zu wünschen ist Solbakken, dass die - historisch gesehen nicht immer realistische - Erwartungshaltung des Kölner Umfelds nicht zu groß wird.

"Einige hoffen schon, dass er uns dahin führt, wo er den FC Kopenhagen hingeführt hat", sagte Eichner nach dem letzten Saisonspiel und spielte damit auf die Champions League an.

Köln und die Königsklasse? Eigentlich ein Paradoxon, nach den Leistungen der letzten Jahren. Aber Köln ist eben Köln. Als Solbakken bei seiner Präsentation auf die Fragen der Journalisten wartete, nannte der Reporter eines Kölner Lokalblattes bei Frage Nummer drei die Wörter "Köln" und "Champions League" in einem Atemzug.

Willkommen in der Dom-Stadt, Herr Solbakken!

Stale Solbakken im Steckbrief

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