"Ich werde mir jeden Tag den Arsch aufreißen"

Von Für SPOX an der Säbener Straße: Florian Bogner
Donnerstag, 19.05.2011 | 18:57 Uhr
Stürmer Nils Petersen unterschrieb beim FC Bayern München einen Drei-Jahres-Vertrag
© fcb.de
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Nils Petersen wechselt vom FC Energie Cottbus zum FC Bayern München. Am Donnerstag unterschrieb der Stürmer an der Säbener Straße und wurde anschließend offiziell bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Dabei sprach der 22-Jährige über die Rückennummer 9, die Konkurrenz im Bayern-Angriff und den Anteil von Jupp Heynckes am Transfer.

Am Donnerstag war der Deal perfekt: Zweitliga-Toptorjäger Nils Petersen wechselt vom FC Energie Cottbus zum FC Bayern München.

Der 22-Jährige unterschrieb beim Rekordmeister einen Drei-Jahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2014. Die Ablösesumme liegt bei rund drei Millionen Euro.

Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger zeigte sich im Anschluss an die Unterschrift höchst zufrieden: "Wir sind sehr froh, dass sich Nils für uns entschieden hat."

Nerlinger: "Er geht mit gesundem Selbstvertrauen ran"

"Er hat eine überragende Saison gespielt und dabei seine Torjägerqualität gezeigt. Das hat Begehrlichkeiten in der ganzen Bundesliga geweckt. Ich freue mich sehr, dass er sich für Bayern München entschieden hat und sich diesen Schritt auch zutraut", sagte Nerlinger bei einer eiligst anberaumten Pressekonferenz.

Nerlinger weiter: "Er geht mit einem sehr gesunden Selbstvertrauen an die Sache ran. Das muss er auch. Wir trauen ihm absolut zu, dass er auch bei Bayern München seine Qualität zeigen wird. Das wird uns in der nächsten Saison sehr gut zu Gesicht stehen." Anschließend stellte sich Petersen den Münchner Medien vor.

Frage: Nils Petersen, es gab viele Begehrlichkeiten aus der Bundesliga. Warum haben Sie sich letztlich für den FC Bayern entschieden?

Nils Petersen: Es ist nicht nur so dahin gesagt - wenn der FC Bayern anfragt, muss man annehmen. Im ersten Moment, als das Interesse bekundet wurde, war ich schon auf 180. Ich freue mich sehr, dass ich hier sein darf.

Frage: Beim FC Bayern gibt es in der Offensive nun ein Überangebot, speziell im 4-2-3-1-System. Wie groß ist die Chance, dass es nicht nur zum Bankplatz reicht?

Petersen: Ich habe meine Entscheidung ganz unabhängig von der Situation im Sturm getroffen. Die Qualität ist beim FC Bayern natürlich extrem hoch, am höchsten. Ich möchte mich der Konkurrenz stellen und mich im Training beweisen, damit ich auch auf Einsatzzeit komme.

Frage: Welche Rolle hat Jupp Heynckes gespielt?

Petersen: Eine sehr große. Es gab den Kontakt nach Leverkusen schon bevor feststand, dass er zum FC Bayern wechselt. Er ist ein Trainer, der bewiesen hat, dass er mit jungen Spielern sehr gut umgehen und sie sehr gut führen kann. Von daher war es eine einfache Entscheidung.

Frage: Was haben Sie sich für das erste Jahr beim FC Bayern vorgenommen?

Petersen: Große Ziele habe ich mir noch nicht gesetzt. Ich werde mir jetzt im Urlaub Gedanken darüber machen. Ich werde vom ersten Tag an Gas geben, um mich als Alternative darzustellen und dann in meinen Einsatzzeiten das zu zeigen, was ich kann: Tore schießen und gute Spiele absolvieren. Ich will dem Trainer einen Grund geben, auf Einsatzzeit zu kommen. Von Spielern wie Mario Gomez und Miroslav Klose kann ich nur lernen. Da freue ich mich einfach drauf.

Frage: Sie bekommen die Rückennummer 9 - konnten Sie sich die Nummer selbst aussuchen und hat sie eine besondere Bedeutung für Sie?

Petersen: Bayern München hat mir das Trikot mit der Nummer 9 überreicht. Ich war sehr überrascht, habe mich aber sehr gefreut, weil es eine Art Wertschätzung ist. Es sind große Fußstapfen, aber die sind ja dazu da, hineinzutreten.

Frage: Der 'Kicker' hatte Sie vor kurzen als 'zweiter Mario Gomez' betitelt. In welchem System fühlen Sie sich am wohlsten?

Petersen: Schwer zu sagen. In Cottbus haben wir im 4-4-2 gespielt, aber es gab auch Spiele, in denen ich als einzige Spitze fungiert habe und trotzdem meine Tore erzielt habe. Die Qualität der Mitspieler wird hier extrem hoch sein. Ich denke, dass man mit Spielern wie Robben, Ribery und Müller an der Seite unabhängig vom System seine Tore macht. Jupp Heynckes hat zwar zuletzt für das 4-2-3-1-System gestanden, aber im Endeffekt wird er die Spieler aufstellen, die am besten harmonieren. Ich habe meine Entscheidung unabhängig vom System getroffen. Ich werde mir jeden Tag den Arsch aufreißen, damit ich meine Einsätze bekomme.

Frage: Werden Sie in der Stadt wohnen oder zieht es Sie eher ins Umland?

Petersen: Ich bin eher ein ruhiger Typ. Ich werde mit meiner Freundin in den Umkreis von München ziehen, nicht in die Stadt. Wir werden was Schönes finden und ich hoffe, dass ich dort die Ruhe genießen kann.

Frage: Wie gut kennen Sie die Stadt München schon?

Petersen: Gar nicht. Ich war bisher erst zweimal hier, das waren die zwei Spiele bei 'den Anderen' (TSV 1860 München, Anm. d. Red.). (lacht) Von daher kann ich noch nicht viel zur Stadt sagen.

Frage: Was hat Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz zum Wechsel gesagt?

Petersen: Ich habe ihn vor der Unterschrift informiert, dass ich den Weg gehen werde. Er hat es akzeptiert und respektiert, er freut sich für mich. Für Cottbus ist das eine große Sache. Wir haben uns gegenseitig das Beste gewünscht, werden aber alles in den nächsten Tagen nochmals besprechen. Es ist schwer, Cottbus zu verlassen, aber im Endeffekt ist das hier eine große Sache, bei Bayern München einen Vertrag zu unterschreiben.

Frage: Was ging Ihnen denn bei der Vertragsunterzeichnung durch den Kopf?

Petersen: Das kann man nicht wirklich beschreiben. Es ist ein Gefühl wie: Mensch, das ist die größte Bestätigung, die man bekommen kann - bei diesem Verein zu arbeiten. Den 19. Mai werde ich nicht vergessen. Ich freue mich darauf, dass ich mich hier jetzt die nächsten drei Jahre jeden Tag präsentieren kann.

Frage: Was überwiegt - das Gefühl 'mal sehen und auf alles erstmal einstellen' oder die totale Motivation?

Petersen: Wenn es nach mir ginge, würde ich am liebsten gleich morgen im Training durchstarten. Ich freue mich einfach auf den ersten Trainingstag. Ich bin motiviert und heiß.

Frage: Gab es schon Kontakte zur Mannschaft, kennen Sie schon jemanden aus dem Team?

Petersen: Ich habe mal mit Holger Badstuber und Thomas Müller bei einem U-21-Länderspiel zusammengespielt, da gab es aber nicht viele Kontakte. Ich denke aber, dass ich ein Typ bin, der sich sehr schnell anpassen kann.

Petersens Konkurrenz: Der diesjährige Kader des FC Bayern München

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