Medien: St. Pauli vergisst, Takyi-Option zu ziehen

Von SPOX
Könnte den Verein ablösefrei verlassen - Charles Takyi (hier im Zweikampf mit Lauterns De Wit)
© Getty

Marcel Koller fast da, dafür Leistungsträger auf dem Absprung. St. Paulis Planungen für die nächstjährige Zweitligasaison laufen auf Hochtouren. Da schleichen sich angeblich auch Fehler ein.

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Nach der bitteren 0:2 Niederlage beim Mitkonkurrenten Kaiserlautern am vergangenen Spieltag kann man am Millerntor wohl endgültig für die 2. Liga planen. Die Vertragsverlängerung mit einigen Leistungsträgern sollte dabei für das Management im Mittelpunkt stehen. Genau dabei scheint dem Team um Sportchef Helmut Schulte aber nun ein gravierender Fehler unterlaufen zu sein, der dem Verein nicht nur sportlich sondern auch finanziell noch teuer zu stehen kommen könnte.

Nach Berichten der "Hamburger Morgenpost" hat es der Klub bei Mittelfeldspieler Charles Takyi versäumt, die Option zur Vertragsverlängerung bis 2012 zu ziehen. Laut bisherigen Vereinsangaben habe Takyi ein bis 2012 laufendes Arbeitspapier beim Kiez-Klub besessen. Um dies jedoch tatsächlich über die laufende Saison hinaus zu verlängern, hätten Verein und Spieler die Option auch ziehen müssen. Dies ist scheinbar nicht erfolgt.

Takyi könnte ablösefrei wechseln

Kreativspieler Takyi, der in der laufenden Spielzeit vier Tore selbst erzielte und zwei weitere vorbereitete, wäre somit bereits nach dieser Saison ablösefrei. Verließe er den Verein, würde St. Pauli finanziell "in die Röhre schauen". Von den geschätzten 1,75 Millionen Euro Marktwert bliebe bei St. Pauli nichts in der Vereinskasse. Gerade für einen Klub wie St. Pauli ein schwerer Nackenschlag. Vom sportlichen Wert Takyis noch abgesehen.

Besonders Helmut Schulte soll dabei eine unglückliche Figur gemacht haben. Er bemühte sich angeblich einen Tag vor Ablauf der Frist noch zu retten, was zu retten ist und suchte das Gespräch mit Sir Charles. Dieser blockte aber aus nachvollziehbarem Grund ab. Wenige Stunden später sollte nämlich das Abstiegsfinale gegen Kaiserslautern angepfiffen werden. Zu einem Zeitpunkt, in dem die volle Konzentration dem Abstiegskampf gehören sollte, Vertragsgespräche zu führen - ein mehr als fragliches Vorgehen.

Der Spieler als Nutznieser der Situation

Für den 26-jährigen Spieler selbst stellt die geplatzte Verlängerung des Vertrages wohl keinen Beinbruch dar. Im Gegenteil: Seine Verhandlungsposition hat sich verbessert. Er wird wohl in jedem Fall finanziell profitieren. Bei einem möglichen Abgang könnte der dann ablösefreie Spieler ein Handgeld einstreichen, bei einer Verlängerung auf St. Pauli müsste der Klub vermutlich finanziell nachbessern. Eine komfortable Situation für den Mittelfeldregisseur.

Finanzielle Einbußen sind laut "Hamburger Morgenpost" auch bei einem möglichen Wechsel von Matthias Lehmann (Vertrag bis 2013) zu erwarten. Anstelle der erhofften Millionen - Lehmanns Marktwert wird derzeit auf rund 2,5 Millionen taxiert- kann St .Pauli aufgrund einer Vertragsklausel lediglich mit einer Ablöse im niedrigen sechsstelligen Bereich rechnen.

Wechsel von Asamoah ins Ausland denkbar

Damit jedoch nicht genug. Auch der für möglich gehaltene Verbleib von Gerald Asamoah scheint sich nun als Wunschtraum herauszustellen. Der 32-J, der für die Zeit nach seiner aktiven Karriere bereits eine Job-Zusage bei Ex-Klub Schalke 04 hat, könnte sich zum Ausklang seiner Spielerlaufbahn scheinbar einen Wechsel ins Ausland vorstellen.

Mehrere lukrative Angebote sollen vorliegen und der Deutsch-Ghanaer könnte seine Vita eventuell noch um ein Auslandsengagement bereichern. Alles scheint derzeit möglich.

Fast schon zur Nebensache gerät dabei die wahrscheinliche Verpflichtung von Marcel Koller als neuen Übungsleiter. Zwar fehlt immer noch die offizielle Bestätigung des Klubs, die Einigung der beiden Parteien ist laut "MOPO" aber nur noch Formsache.

Laut "MOPO" und "Spiegel online" soll Koller sogar schon einen Innenverteidiger für die neue Saison am Haken haben. Der Schweizer habe den namentlich noch unbekannten Defensivakteur von den Vorzügen des Kiez-Klubs derart überzeugt, dass dieser bereits eine feste Zusage gegeben habe.

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