Ulreich: "Jens Lehmann hilft mir extrem"

Von Für SPOX in Bremen: Stefan Rommel
Sonntag, 03.04.2011 | 22:00 Uhr
Sven Ulreich rettete dem VfB Stuttgart mit mehreren großartigen Paraden den Punkt in Bremen
© Imago
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Sven Ulreich war beim 1:1 in Bremen mit Abstand bester Mann des VfB Stuttgart und hielt mit seinen Paraden den Punktgewinn im Weser-Stadion fest. Der 22-Jährige bestätigte damit seine herausragende Form der vergangenen Wochen. Ulreich im Interview über den Abstiegskampf, Tipps von Jens Lehmann und seinen Mentaltrainer.

Frage: Herr Ulreich, wie fühlt man sich, wenn man in der 90. Minute so ein Ding wie den Kopfball von Wagner und damit das Remis in Bremen festhält?

Sven Ulreich: Das ist schon geil. Ich freue mich, wenn ich einen Ball halten kann. Aber dafür bin ich ja auch da.

Frage: Können Sie letztlich mit dem einen Punkt leben?

Ulreich: Wir haben auswärts gespielt gegen eine starke Mannschaft und da einen Punkt geholt. Der ist extrem wichtig. Darauf können wir aufbauen für das anstehende Heimspiel gegen Kaiserslautern.

Frage: Nach einem Spiel wie diesem werden jetzt wieder die Schulterklopfer bei Ihnen vorstellig werden...

Ulreich: Ich weiß, dass es im Fußball ganz schnell gehen kann, das habe ich selbst erlebt. Deshalb werde ich mich davon nicht verrückt machen lassen und weiter mein Ding machen.

Frage: Was sagen Sie zu Ihrer persönlichen Entwicklung in den letzten Wochen? Sie sind mittlerweile ein großer Rückhalt Ihrer Mannschaft.

Ulreich: Ich freue mich darüber. Aber ich wusste schon davor, was ich kann. Ich habe auch vorher gute Spiele gemacht.

Frage: Haben Sie sich in der Phase vor Ihrer vorläufigen Degradierung zu Nummer 2 selbst zu viel Druck gemacht?

Ulreich: Vielleicht kam danach so ein bisschen eine Leck-mich-am-Arsch-Einstellung bei mir auf. Ich habe mir gesagt: 'Scheiß drauf, einfach Gas geben und dein Ding machen!' So bin ich die Wochen angegangen und es hat ganz gut funktioniert.

Frage: Erleben Sie die Spiele jetzt anders als vorher?

Ulreich: Eigentlich nicht. Aber ich will mein Ding machen, ich bin da hinten der Chef! So gehe ich das an.

Frage: Sie strahlen jetzt mehr Selbstvertrauen aus. Woran liegt das?

Ulreich: Wir haben in der Vorrunde oft verloren, das nagt natürlich an einem jungen Torhüter. Aber jetzt sind wir wieder in der Spur, jetzt macht es noch mehr Spaß als davor schon.

Frage: Und Sie reden mehr mit den Mitspielern, manchmal legen Sie sich sogar mit den Schiedsrichtern an.

Ulreich: Nur gefällt denen das nicht immer... Vielleicht habe ich früher zu wenig geredet - diese Kritik habe ich mir zu Herzen genommen.

Frage: Werder hat seit einigen Wochen einen Mentaltrainer engagiert. Haben Sie auch Hilfe in Anspruch genommen, um mental stärker zu sein?

Ulreich: Das hat nichts mit den letzten Wochen zu tun. Das mache ich fast schon immer, so seit fünf, sechs Jahren mit einem persönlichen Trainer. Einmal in der Woche treffen wir uns dann für eine oder zwei Stunden. Aber es spielt sich nicht nur auf der mentalen Ebene ab, sondern unter anderem arbeiten wir auch im Bereich der Sport-Kinesiologie oder im koordinativen Bereich. Das hilft mir sehr.

Frage: Nutzen Ihre Mannschaftskollegen auch ähnliche Angebote?

Ulreich: Bei meiner persönlichen Trainerin nicht. Aber ich weiß, dass andere für sich auch etwas tun. Nur wer was macht, weiß ich nicht. Für mich gilt: Was mir gut tut, nehme ich in Anspruch.

Frage: Hilft Ihnen Ihr ehemaliger Kollege Jens Lehmann auch noch?

Ulreich: Wir haben immer noch ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Ich habe mit Jens auch nach seiner Zeit beim VfB immer wieder Kontakt. Das ist wichtig für mich, mit so einem erfahrenen Mann weiterhin Kontakt zu halten, mir seine Einschätzung anzuhören. Auch das hilft mir extrem weiter.

Frage: Hatten Sie in letzter Zeit auch Kontakt?

Ulreich: Ich habe ihm zu seinem Comeback bei Arsenal gratuliert. Ich denke, dass wir in nächster Zeit mal wieder telefonieren werden.

Sven Ulreich im Steckbrief

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