BVB-Großaktionär Bernd Geske im Interview

"Es ist ein Leben für Borussia Dortmund"

Von Interview: Jochen Tittmar
Freitag, 29.04.2011 | 10:31 Uhr
Bernd Geske ist mit 10,1 Prozent Großaktionär bei Borussia Dortmund
© Imago
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Bernd Geske ist Inhaber einer Agentur für Media- und Sportmarketing sowie Gesellschafter eines Familien-Unternehmens aus der Nahrungs- und Genussmittel-Branche. Er hat damit viel Geld gemacht und ist zudem großer Fan von Borussia Dortmund. Als der BVB im Jahr 2000 an die Börse ging, war das für Geske wie Ostern und Weihnachten an einem Tag. Mittlerweile ist er größter Aktionär bei der Borussia und sitzt im Aufsichtsrat. Im Interview erklärt der 45-Jährige, welche Rolle Borussia Dortmund in seinem Leben einnimmt, warum er so viele BVB-Aktien besitzt und was er von der 50+1-Regel hält.

SPOX: Herr Geske, fangen wir einmal ganz von vorne an: Wie sind Sie überhaupt Dortmund-Fan geworden?

Bernd Geske: 1989 bin ich aus beruflichen Gründen von Köln nach Düsseldorf gezogen, da ich parallel zu meinem Marketing- und Kommunikationsstudium eine Ausbildung bei einer Agentur absolviert habe. Von Düsseldorf aus bin ich öfter ins Westfalenstadion gefahren und habe somit den Erstbezug zum BVB hergestellt. Auf der einen Seite durch die sportlichen Erfolge in den 1990er Jahren, zum anderen durch das Aufkommen des Privatfernsehens. Ich habe zu dieser Zeit bei der größten Werbeagentur Europas "BBDO" gearbeitet und dort den kompletten Sportbereich geplant.

SPOX: Das ging soweit, dass Sie seit Jahren regelmäßig die Spiele des BVB besuchen.

Geske: Regelmäßig ist fast schon untertrieben. Meine Frau und ich haben seit 2002 eine Dauerkarte. Das wird auch mindestens die nächsten 30 Jahre so bleiben. Ich fahre auch öfter nach Dortmund, übernachte im Mannschaftshotel und schaue mir das Training an. Vor jedem Heimspiel sind wir sowieso im Mannschaftshotel. Wir suchen damit nicht die Nähe zur Mannschaft, sondern stimmen uns so auf das Spiel ein.

SPOX: Fahren Sie auch auswärts?

Geske: Natürlich, wir sind bei jedem Auswärtsspiel dabei, auch im Europacup. Wo wir allerdings grundsätzlich nicht hinfahren, ist Gelsenkirchen. Ich trinke nämlich gerne Bier und lasse es mir weniger gerne über den Kopf schütten. Auch Mönchengladbach tun wir uns nicht mehr an, da wurden wir nun schon zweimal bepöbelt.

SPOX: Seit wann besitzen Sie Aktien von Borussia Dortmund?

Geske: Ich bin direkt beim Börsengang im Jahr 2000 eingestiegen. Da konnte man 5000 Aktien zeichnen. Seit 1998 habe ich mich ein wenig an der Börse bewegt und mir auch genügend Know-how zugelegt. Aufgrund meiner betriebswirtschaftlichen Ausbildung - auf der einen Seite die Wirtschaftlichkeit, auf der anderen das Know-how im Fußball speziell - habe ich mir gesagt: Das ist eine unschlagbare Synergie. Mein Verein geht an die Börse. So konnte ich das Betriebswirtschaftliche mit dem Sportlichen verbinden. Dadurch wurden meine ersten zehn Jahre BVB noch intensiviert. Und wenn ich einmal etwas angefangen habe, will ich auch irgendwo hin damit.

SPOX: Sie haben schließlich in regelmäßigen Abständen immer mehr Aktien gekauft.

Geske: Genau. Da die Korrelation für mich so optimal war und die Liebe zur Borussia mit den Jahren immer mehr wuchs, habe ich auch immer mehr Aktien gekauft. Im November 2003 bin ich mit 5,39 Prozent Großaktionär geworden. Mir war damals aber auch klar, dass der Weg noch nicht zu Ende war.

SPOX: Wie ging er zwischenzeitlich weiter?

Geske: Den Borussia Dortmund e.V., der mit 7,24 Prozent der zweitgrößte Aktionär ist, habe ich im Oktober 2008 überholt. Im Frühjahr 2010 hat die damalige Investmentbank Morgan Stanley ihr Engagement beim BVB beendet. Ich dachte mir daraufhin, vom Anspruch her ist es ein Muss, dass solch ein großartiger Verein wie Borussia Dortmund einen Aktionär mit zweistelliger Prozentzahl hat. Daher habe ich den Anteil auf die heutigen 10,1 Prozent aufgestockt.

SPOX: Und sind dadurch strategischer Partner des Vereins geworden.

Geske: Für mich war das eine ideelle Position, die ich eingenommen habe. Und zwar ohne daran zu denken, ob ich irgendwelche Vorteile dabei genieße. Ob das überhaupt Vorteile mit sich bringt, weiß ich gar nicht. Wenn ich neue Leute kennen lerne, ist es mittlerweile natürlich so, dass ich als Person für die nicht ganz uninteressant bin. Ich verlange aber nicht nach einem Thron, nur weil ich mehr als zehn Prozent an Aktien besitze.

SPOX: Der Ausgabewert der Aktie lag im Jahr 2000 bei elf Euro, sank aber aufgrund der sportlichen Stagnation in den Cent-Bereich. Aktuell ist man bei knapp über drei Euro angekommen. Wie bewerten Sie den bisherigen Verlauf des Aktienkurses?

Geske: Der Verlauf war, gerade auch durch die BVB-Finanzkrise Mitte des letzten Jahrzehnts, relativ mau. Ich wurde auch oft für meine Menge an Aktien belächelt. Mittlerweile hat der Kurs einen Wert angenommen, der für mich nicht unattraktiv ist. Ich habe zwar in den vergangenen elf Jahren ständig weiter aufgestockt, aber auch viele Aktien gezeichnet, als der Kurs unter einem Euro lag.

SPOX: Haben Sie vor, in Zukunft noch einmal nachzulegen?

Geske: Ich habe derzeit keine Ambition, neue Aktien zu kaufen. Ich werde aber auch nie eine Ambition entwickeln, BVB-Aktien zu verkaufen. Da kann sich der BVB sicher sein. Wenn kein Weltkrieg ausbrechen und ich das Geld dringend nötig habe sollte, werde ich meine Aktien niemals veräußern.

SPOX: Könnten Sie sich auch vorstellen, von einem anderen Verein - egal ob aus Deutschland oder Europa - Aktien zu besitzen?

Geske: Um Himmels willen. Ich habe nur einen Verein. Mein ganzer Arbeitstag beschäftigt sich komplett mit Borussia Dortmund. Ich gehe mit Borussia Dortmund ins Bett und stehe mit Borussia Dortmund auf. Es ist ein Leben für Borussia Dortmund. Da habe ich den Kopf für andere Dinge nicht frei. Zumal ich mich als Mitglied und Großaktionär auch gar nicht für andere Vereine engagieren darf. Das steht bei uns in der Satzung und ist auch richtig so.

SPOX: Dennoch: Macht es letztlich überhaupt Sinn, Aktien bei einem Fußballverein zu kaufen?

Geske: Auf diese Frage werde und darf ich Ihnen keine Antwort geben. Wenn ich Ihnen als BVB-Großaktionär eine Empfehlung aussprechen würde, würde ich Probleme mit der Bafin (Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen; Anm. d. Red.) bekommen.

SPOX: Sie können die Frage ja grundsätzlich beantworten.

Geske: Da der Kurs ergebnisabhängig ist und hin- und herschwankt, ist das immer eine kurzzeitig sehr volatile Geschichte. Der BVB hat diese Saison noch keine zwei Spiele am Stück verloren. Würde das aber einmal passieren, könnte es sofort Auswirkungen auf den Kurs haben.

SPOX: Welche Beziehung zum BVB würden Sie pflegen, wenn der Verein nicht an der Börse wäre?

Geske: Genau die, die ich vor meinem Einstieg als Aktionär zum BVB gepflegt habe: Ich wäre ein klassischer Borussia-Fan. Als Vereinsmitglied mit Dauerkarte.

SPOX: Mittlerweile sitzen Sie sogar im Aufsichtsrat.

Geske: Der BVB wurde mit der Zeit natürlich auch auf mich aufmerksam. Ich saß jahrelang auf der Osttribüne und habe alle meine Karten selbst bezahlt. Als ich 2006 in den Aufsichtsrat gewählt worden bin, musste man quasi auch den Weg hinüber auf die Westtribüne machen. Das war aber keinesfalls meine Grundambition.

SPOX: Wie eng ist denn Ihr täglicher Kontakt zum Verein: Sind Sie den Spielern ein Begriff?

Geske: Ja, man kennt sich. Wir sind auch immer mit der Mannschaft zu den Europa-League-Spielen geflogen und wie gesagt im Mannschaftshotel unterwegs. Da führt man natürlich schon einmal Gespräche. Ich bin aber keiner, der da einen auf großen Informanten macht oder die Spieler bequatscht.

SPOX: In der Öffentlichkeit sind Sie ja auch ein bisweilen unbeschriebenes Blatt.

Geske: Und das ganz bewusst. Mich kennen nicht viele. Ich bin ein ganz normaler Mensch, der ganz normal zum Fußball geht und benehme mich auch so, wie sich ein Fußballfan benimmt. Dinge wie Euphorie und Jubel brauche ich einfach.

SPOX: Wie stehen Sie zur 50+1-Regel? Der gesamte BVB ist ja ein großer Befürworter dieser Regelung.

Geske: Ich bin hundertprozentiger Anhänger der 50+1-Regel. Da sind wir uns beim BVB alle einig und sprechen vom Kern her eine Sprache. Diese Position wird bei uns immer beibehalten werden.

SPOX: Was genau zeichnet diese Position aus?

Geske: Der Name eines Unternehmens, also diese Werbung durch die Hintertür, darf im Fußball keine Rolle spielen.

SPOX: Der BVB spielt aber im sogenannten Signal Iduna Park...

Geske: Beim Stadionnamen ist das etwas anderes. Das ist für die Fans natürlich nicht schön, aber ohne einen verkauften Stadionnamen geht es heute eigentlich nicht mehr. Dieses Vitamin B muss man einsetzen. Das generierte Geld kann man ja auch in die Mannschaft investieren.

SPOX: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in Zukunft mehr Einfluss beim BVB bekommen?

Geske: Sehr, sehr gering. Ich fühle mich in meiner Position mit meinen Prozenten sehr wohl. Ich bin mir darüber im Klaren, je mehr ich an Aktien zulegen würde, umso mehr käme in der Öffentlichkeit der Gedanke auf, dass ich die 50+1-Regel knacken wolle. Das ist aber keineswegs mein Bestreben. Ich möchte null Einfluss ins operative Geschäft nehmen.

SPOX: Können Sie abschließend einmal die Größenordnung skizzieren, die Sie bislang in die BVB-Aktie investiert haben?

Geske: Das mache ich nicht. Was ich Ihnen aber verrate: Die Zahl, die ich an BVB-Aktien habe, endet mit den Ziffern 1909, unserem Gründungsjahr. Ich lege hohen Wert auf die 1909. Sollte ich also Aktien hinzukaufen, muss ich immer 10.000 am Stück kaufen, um die 1909 zu behalten.

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