Fussball

"Meine Schüsse sind nie haltbar"

Von Für SPOX in Hannover: Stefan Rommel
Sergio Pinto (vorne) erzielte gegen Bayern das 3:1 für Hannover 96
© Getty

Durch den Sieg gegen den FC Bayern hat Hannover 96 den Rekordmeister noch tiefer in die Krise gestürzt und die eigene Ambitionen auf einen Champions-League-Platz untermauert. Im Interview spricht Sergio Pinto über seinen Treffer, Bayerns Verunsicherung, Hannovers Ziele und eine seltsame Statistik.

Frage: Sergio Pinto, offenbar hat sich ihre Schussstärke noch nicht bis nach München rumgesprochen.

Sergio Pinto: Offenbar nicht. Den Schuss bei dem konter wollte ich unbedingt selbst nehmen. Und es hat ja ganz gut geklappt.

Frage: War der Ball haltbar?

Pinto: (grinst) Nein. Meine Schüsse sind nie haltbar. Der Ball hat schön geflattert. Das sieht immer blöd aus für den Keeper.

Frage: Hannover hat jetzt fünf Punkte Vorsprung auf Platz vier, die Champions League ruft?

Pinto: Wir haben unser primäres Ziel und das lautet 50 Punkte holen. Und dann sehen wir mal weiter.

Frage: Haben es Ihnen die Bayern auch leicht gemacht?

Pinto: Wieso das denn? Ich denke, dass wir unsere Sache sehr gut gemacht haben. Wir haben unser Spiel durchgezogen, wie schon in der kompletten Saison bisher.

Frage: War das Hannovers beste Leistung in dieser Saison?

Pinto: Es war eines der besten Spiele. Es hat auf jeden Fall riesig Spaß gemacht. So müssen wir jetzt aber auch weitermachen.

Frage: Ist es ein besonderes Gefühl, gegen die Bayern zu gewinnen?

Pinto: Ich habe ja schon zweimal gegen die gewonnen. Insofern ist das jetzt nichts besonderes mehr für mich. Aber schön ist es trotzdem.

Frage: Gab es einen Zeitpunkt, an dem das Spiel hätte kippen können?

Pinto: Bis zum 1:2 hatten die Bayern nicht eine richtige Torchance. Wir haben da nicht richtig zugegriffen und die Pässe nicht sauber gespielt. Und dann sind die natürlich brandgefährlich. Aber es war der einzige Fehler, den wir gemacht haben. Die Bayern waren nicht unbedingt sehr schwache. Aber wir waren eben verdammt stark.

Frage: Hat man die Verunsicherung der Bayern gespürt?

Pinto: Deren Verunsicherung kam doch auch davon, weil wir sie zu Fehlpässen gezwungen haben. Wir wollten, dass sie viele lange Bälle spielen müssen. Und das haben wir erreicht. Da merkt man dann schon, dass sie nicht eingespielt sind. Aber das ist ja nicht mein Bier. Das interessiert mich nicht. Das sollen die unter sich ausmachen - wir konzentrieren uns lieber auf uns.

Frage: Ihr Torhüter Ron-Robert Zieler hatte erneut die meisten Ballkontakte aller 96-Spieler. Immer noch ein Zufall?

Pinto: Wir spielen eben kein Risiko mehr, wie das früher noch der Fall war. Wenn der Ball nach vorne zu gefährlich ist, geht er zurück zum Torhüter. Und dann versuchen wir, die zweiten Bälle zu bekommen. Und es funktioniert.

Frage: Die 96-Fans sind völlig euphorisiert - die Spieler dagegen wirken weiter sehr nüchtern.

Pinto: Wir sind mit unserer Strategie bisher sehr gut gefahren. Warum sollten wir daran etwas ändern? Wir lassen uns nicht anstecken.

Hannover - Bayern: Daten zum Spiel

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