Die Passivität der Dreifachsechs

Von Daniel Börlein
Sonntag, 13.02.2011 | 15:59 Uhr
Hoffenheims Mittelfeld-Trio stand gegen die Bayern häufig auf verlorenem Posten
© spox
Advertisement
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
CFC Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
FC Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
FC Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
CFC Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Man City
Premiership
Hearts – Hibernian
Indian Super League
Jamshedpur -
Chennai
Indian Super League
Mumbai -
Delhi
Serie A
Crotone -
Neapel
Championship
Cardiff -
Preston
Serie A
Florenz – AC Mailand
Premiership
Celtic -
Rangers
Serie A
Atalanta -
Cagliari
Serie A
Benevento -
Chievo Verona
Serie A
Bologna -
Udinese
Serie A
AS Rom -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
SPAL
Serie A
FC Turin -
CFC Genua
Premier League
Liverpool -
Leicester
Championship
Barnsley -
Reading
Serie A
Inter Mailand – Lazio Rom
Premier League
Man Utd -
Southampton
Championship
Bristol City -
Wolverhampton
Serie A
Hellas Verona -
Juventus
Premier League
Crystal Palace -
Man City
Premier League
West Brom -
Arsenal

1899 Hoffenheim kam beim FC Bayern München unter die Räder, weil der Rekordmeister mal ganz anders begann als gewohnt und Pezzaiuolis Mittelfeld nicht funktionierte. VfB-Coach Bruno Labbadia lag gegen Nürnberg mit einer Umstellung falsch. Und: Der Mann des Spieltags kommt aus St. Pauli. Signifikante Statistiken zu den Spielen des 22. Spieltags im Überblick.

Hoffenheim in München ohne Chance

Bayern mal ganz anders: Erstmals seit neun Monaten standen Franck Ribery und Arjen Robben wieder gemeinsam in der Startelf der Bayern. Bastian Schweinsteiger agierte mal wieder im defensiven Mittelfeld und Thomas Müller zentral hinter Mario Gomez. Doch nicht nur personell präsentierte sich die Van-Gaal-Elf anders als in den letzten Wochen. Die Bayern überließen Hoffenheim in der Anfangsphase das Spiel und zogen sich ungewohnt weit zurück. Keine Spur von der sonst üblichen Dominanz und Spielkontrolle.

So hatte 1899 in der ersten halben Stunde rund 55 Prozent Ballbesitz und gewann fast 60 Prozent aller Zweikämpfe. Das Problem: Hoffenheim war mit der unerwarteten Überlegenheit völlig überfordert. Jeder vierte Pass landete in der Anfangsphase bei den Bayern, die nach Ballgewinn schnell umschalteten und mit hohem Tempo aus der Tiefe nachrückten. Die Folge: Nach 15 Minuten hatte der Rekordmeister schon zwei Treffer erzielt, jeweils nach Fehlpass Hoffenheim und einem darauffolgenden Schnellangriff der Bayern (vgl. Video).

Rudy überfordert: Auch unter Rangnick-Nachfolger Marco Pezzaiuoli setzt Hoffenheim auf ein 4-3-3-System mit einem Dreier-Mittelfeld. Gegen Bayern begannen Salihovic (halblinks), Alaba (zentral) und Rudy (halbrechts). Letzterer war allerdings völlig überfordert und wurde bereits nach 20 Minuten ausgewechselt, mit einer Bilanz von ganz schwachen 20 Prozent gewonnenen Zweikämpfen und einer Fehlpassquote von 50 Prozent.

Die große Schwäche: Doch auch mit Weis wurde es nicht besser. Das Trio agierte schlecht abgestimmt und defensiv zu passiv. Die Abstände untereinander passten häufig nicht, wodurch im Zentrum die Wege zu weit waren und immer wieder kein direkter Zugriff auf den ballführenden Spieler hergestellt werden konnte. Ein Beleg: Während Bayerns Doppelsechs (Schweinsteiger/Pranjic) insgesamt 39 Zweikämpfe bestritt, kamen Alaba, Rudy, Salihovic und Weis gemeinsam auf nur drei mehr.

Stattdessen orientierten sich Salihovic (3 Torschüsse, nur Gomez hatte mehr - alle wirkungslos) und Weis immer wieder viel zu früh in die Offensive (vgl. Video) und fehlten damit als einfache Anspielstation im Zentrum für Aufbauspieler Alaba. So war der Österreicher gezwungen, deutlich mehr Pässe auf die Abwehrspieler Compper und Beck (15) zu spielen als auf Salihovic und Weis (8) oder auf einen schwierigen langen Ball zurückzugreifen, der mit ganz wenigen Ausnahmen bei den Bayern landete.

Die Raute als falsches Mittel

Am vergangenen Wochenende drehte der VfB in Gladbach einen 0:2-Pausenrückstand noch in einen 3:2-Sieg. Maßgeblich daran beteiligt war Tamas Hajnal, der zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde und sich seinen Startelfeinsatz gegen Nürnberg mit einer ansprechenden Leistung verdiente. Das Problem: Hajnal hat seine Stärken im zentralen offensiven Mittelfeld, Labbadia allerdings setzt im Normalfall auf zwei Stürmer und war deshalb gezwungen, seine Mittelfeldanordnung von flacher Vier auf Raute umzustellen - die falsche Entscheidung.

Denn: Die VfB-Raute mit Kuzmanovic (6er), Träsch (halbrechts), Elson (halblinks) und Hajnal (zentral) hatte Nürnbergs Mittelfeld nichts entgegenzusetzen und ließ den Club im Zentrum fast nach Belieben agieren. Einzig Träsch hatte am Ende eine positive Zweikampfbilanz (55 Prozent) vorzuweisen, aber auch nur, weil er nach der Pause vom Mittelfeld auf die Rechtsverteidigerposition beordert wurde und dort 12 von 15 Zweikämpfen gewann (vor der Pause: 4 von 14).

Besonders schlimm: In der gefährlichen Zone mittig vor dem eigenen Tor ließ der VfB dem Club zu viel Raum und bekam nie Zugriff. So hatten Nürnbergs zentrale Mittelfeldspieler Ekici (7, Bestwert an diesem Spieltag) und Cohen (3) am Ende alleine nur einen Torschuss weniger abgegeben als die komplette Stuttgarter Mannschaft zusammen.

Und auch drei von vier FCN-Toren fielen aufgrund der schlechten Mittelfeldorganisation des VfB. Beim ersten Treffer von Simons war der Rückraum zentral vor dem eigenen Tor nicht besetzt, beim 2:0 durch Schieber durfte Chandler unbedrängt aus dem Halbfeld flanken und bei Ekicis 4:1 spazierte vorher Abwehrmann Wolf fast durchs komplette Mittelfeld.

Der Mann des Spieltags

Die Partie gegen Gladbach hatte Matthias Lehmann vorab zum wichtigsten Spiel der anstehenden englischen Woche erklärt. Dementsprechend ging St. Paulis Mittelfeldspieler in die Begegnung - und war über 90 Minuten gesehen die prägende Figur.

Zunächst war Lehmann maßgeblich verantwortlich für die Rote Karte von Igor de Camargo, als er den Belgier zunächst hart attackierte und nach dem anschließenden Tete a Tete zu Boden ging.

Doch auch sportlich setzte Lehmann Ausrufezeichen: Im Spiel nach vorne war der 27-Jährige St. Paulis Dreh- und Angelpunkt, überzeugte mit einer Passquote von 82 Prozent und glänzte mit insgesamt 102 Ballkontakten. Nur Schalkes Lukas Schmitz hatte an diesem Spieltag mehr (111). Hinzu kamen gute 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe, fünf Torschüsse (nur Ekici und Raul hatten an diesem Spieltag mehr) und der Treffer zum 3:1-Endstand.

Der 22. Spieltag im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung