Inside Bundesliga: 7 Klubs - 7 Brennpunkte

FC St. Pauli: Asamoah oder Ebbers?

Von SPOX
Mittwoch, 02.02.2011 | 18:30 Uhr
Gerald Asamoah (am Boden) ist sowas wie der Mann der Stunde beim FC St. Pauli
© Getty
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Köln-Coach Frank Schaefer hat in Kürze wohl eine unverhoffte Option mehr in der Offensive. Leverkusens Gonzalo Castro wird immer mehr zum Liebling von Jupp Heynckes, Bamba Anderson schaut bei Gladbach in die Röhre und Bremen sehnt sich nach Wesley.

1. FC Köln: Der FC ist durch das 0:3 beim FC St. Pauli äußerst unsanft auf den harten Boden der Realität zurückgeholt worden. In Hamburg präsentierte sich das komplette Team mit Ausnahme von Keeper Rensing desolat - auch Winter-Neuzugang Slawomir Peszko, der zur Halbzeit bereits runter musste. Gut, dass FC-Coach Schaefer in Kürze schon eine neue Option in der Offensive zur Verfügung stehen könnte: Adil Chihi. Der 22-jährige Rebell nahm am Dienstag erstmals nach seiner Suspendierung wieder am Mannschaftstraining teil. "Es war ein sehr intensives Training und Adil hat seinen Teil dazu beigetragen", sagte Schaefer nach der Einheit. Offensiv-Allrounder Chihi hatte sein letztes Spiel im FC-Dress im Oktober beim 3:2 gegen Hamburg bestritten und könnte Druck auf Peszko und Clemens machen.

Adil Chihi im SPOX-Interview: "Das ist reine Willenssache"

Bayer Leverkusen: Thema Nummer eins in Leverkusen ist zurzeit Ballack. Oder die hervorragende Form von Arturo Vidal. Still und heimlich hat sich im Hintergrund aber auch Gonzalo Castro ins Rampenlicht gespielt. Der 23-Jährige kam zuletzt zweimal im Mittelfeld auf dem Flügel zum Einsatz und glänzte mit zwei Toren und einer Vorlage. Castro wirkt oft sehr unscheinbar, spielt unter Coach Heynckes aber eigentlich immer, wenn er fit ist. Egal ob als Außenverteidiger, defensiver Mittelfeldspieler oder offensiv auf dem Flügel -  Castro scheint Heynckes' Liebling zu sein. Da wird auch die Nationalmannschaft wieder zum Thema. "Der Sprung aus den Junioren-Teams des DFB in die Nationalmannschaft hat nicht richtig geklappt. Aber ich habe nach wie vor Entwicklungsmöglichkeiten", sagte Castro kürzlich gegenüber "Sport1".

FC St. Pauli: Drei Spiele ist der Aufsteiger mittlerweile am Stück ungeschlagen. Drei Partien, in denen Gerald Asamoah eine tragende Rolle spielte (zwei Tore, drei Assists) - und das zumeist als Stürmer. Jetzt, da Marius Ebbers nach seinem Bauchmuskelfaserriss zurückkehrt, stellt sich die Frage, wie es im Pauli-Sturm weitergeht. Spielt Ebbers? Oder Asamoah? Oder beide zusammen? Asamoah bezog klar Stellung: "Ich spiele am liebsten in der Spitze, da kann ich meine Stärken ausspielen - ich bin für diese Position ja auch geholt worden. Ebbe und ich sind ähnliche Typen. Ich weiß nicht, ob das passen würde." Keine leichte Entscheidung für Trainer Stanislawski, vor allem vor dem Hintergrund, dass Asamoah mit Charles Takyi, der sich zuletzt ganz stark präsentierte, perfekt harmoniert. "Er ist vorne ein Spielertyp, den wir, die nachrücken, brauchen", sagte Takyi über Asamoah dem "Kicker".

Werder Bremen: Erstmals seit November mischte Wesley am Mittwoch mal wieder im Mannschaftstraining mit. Wann die Allzweckwaffe nach überstandener Sehnenverletzung wieder spielen kann, ist noch ungewiss. Fakt ist aber: Werder vermisste den vielseitigen Brasilianer in den letzten Wochen sehr. Dass mit Wesley seit Mitte November der sicherste Passgeber im Bremer Mittelfeld fehlte, merkte man nicht nur dem Spiel, sondern auch den nackten Ergebnissen an: Ohne Wesley kassierte Werder im Schnitt drei Gegentore pro Spiel, mit ihm "nur" zwei. Da Wesley noch eine Weile braucht, baut Bremen nun vor allem auf Neuzugang Samuel, der laut Allofs und Schaaf so bald wie möglich zur Alternative für links hinten oder die Innenverteidigung werden soll. Hört man Mertesacker zu, klingt das aber anders. "Man muss ihn jetzt erst mal einen Monat mittrainieren lassen. Dann sehen wir weiter", sagte der Abwehrchef. Also doch keine Sofort-Hilfe für die Werder-Abwehr?

Borussia Mönchengladbach: Schießbude der Liga, schlechteste Defensive aller deutschen Profiligen - Gladbach musste in der Winterpause reagieren und holte neben Martin Stranzl von Spartak Moskau auch Nordtveit ablösefrei von Arsenal. Nach der Rückkehr von Dante und Brouwers, der nach seiner Verletzung wieder trainiert, gibt es bei den Fohlen einen großen Verlierer: Bamba Anderson. Geholt als bester Zweitliga-Verteidiger der vergangenen Saison, konnte der Brasilianer in der Bundesliga bisher wenig überzeugen. Insbesondere während der Verletzungsmisere in der Hinrunde konnte sich Anderson nicht empfehlen und ist mittlerweile nur noch Innenverteidiger Nummer fünf. Für den 23-Jährigen gibt es derzeit wenig Perspektiven - auch weil die Neuzugänge auf Anhieb eingeschlagen haben.

1. FC Kaiserslautern: Die Verantwortlichen des FCK waren sofort voll des Lobes. "Er hat sich schon gut in die Abläufe eingefunden, soweit man das nach der ersten Einheit sagen kann", sagte Trainer Kurz über das erste Training von Last-Minute-Neuzugang Adam Hlousek (22). Der dreimalige tschechische Nationalspieler soll zeitnah die linke Seite der Lauterer bereichern, gilt als schneller und dribbelstarker Mittelfeldspieler. Ivo Ilicevic, den man nicht zum FC Bayern ziehen lassen wollte, könnte damit wieder ins rechte Mittelfeld rücken - was die Luft für die Kollegen  Kirch, Rivic, De Wit und Amri erheblich dünn macht. Denn setzt Kurz weiter auf ein 4-4-2, dürften die zentralen Positionen an Tiffert und Petsos bzw. Moravek vergeben sein. Nach einem Kreuzbandriss hat Hlousek die Wintervorbereitung bei Slavia Prag voll mitgemacht und könnte schon fürs Hoffenheim-Spiel eine Option sein, "wenn die Trainingseindrücke stimmen" (Kurz).

SC Freiburg: Ein Blick in die Statistik verrät: Johannes Flum hat die letzten beiden Tore, die dem SC vier Punkte einbrachten, erzielt. Es geht also auch ohne die Treffer von Cisse im Breisgau. Gegen Nürnberg erzielte Flum ganz nebenbei das 500. Freiburger Bundesligator. Seit der etatmäßige Sechser Schuster fehlt und Cedric Makiadi diese Position einnimmt, blüht Flum im Vierer-Mittelfeld davor so richtig auf. Der laufstarke Mittelfeldmann ist momentan aus der Elf von Trainer Dutt nicht wegzudenken. Beeindruckend, wie sich Flum nach zwei Knieverletzungen zurückgekämpft hat: Seine bisherigen drei Startelfeinsätze verbuchte er in den vergangenen vier Partien.

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