Neuer HSV-Sportdirektor: Wer ist Frank Arnesen?

Weckruf für schlafende Riesen

Von Martin Sonnleitner / Benny Semmler
Sonntag, 20.02.2011 | 23:04 Uhr
Wechselt vom FC Chelsea als Sportdirektor zum Hamburger SV: Der Däne Frank Arnesen
© Getty
Advertisement
International
So17:00
Topspiel am Sonntag: Tottenham - Liverpool
Serie A
Corinthians -
Gremio
Ligue 1
St. Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
São Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man Utd -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Championship
Preston -
Aston Villa

Mit Frank Arnesen hat der Hamburger SV einen der größten Namen der Branche als Sportdirektor verpflichtet. Doch die Bilanz des Dänen beim FC Chelsea hat auch ihre negative Seiten. In jedem Fall ist der Deal aber ein Fingerzeig - auch für andere Personalien.

Die Wichtigkeit der Personalie war an der feierlichen Stimmung im HSV-Presseraum zu erkennen. Fast der komplette Aufsichtsrat war versammelt, die Vorstände Bernd Hoffmann, Katja Kraus und Oliver Scheel, selbst der introvertierte Finanzchef Kay Dingwort zeigten sich.

Aufsichtsratschef Ernst-Otto Dieckhoff gab dann am späten Sonntagvormittag vor rund hundert Medienvertretern schließlich zu Protokoll: "Wir haben vergangenen Freitag Frank Arnesen vom FC Chelsea als neuen Sportdirektor verpflichtet." Arnesen soll den Traditionsklub in eine neue, bessere Zukunft führen. Der 54-jährige Däne beginnt im Juli und erhält einen Dreijahres-Vertrag, dotiert mit zwei Millionen Euro per annum.

"Frank Arnesen hat nicht nur als Manager internationaler Topklubs Erfahrungen gesammelt, sondern insbesondere durch seinen Fokus auf Nachwuchsarbeit und Ausbildung von Spielern genau die Kompetenz, die für uns in Zukunft von richtungsweisender Bedeutung ist", sagte Rieckhoff voller Stolz und Überzeugung. Bernd Hoffmann beobachtete das Geschehen im feinsten Sonntagszwirn.

"Er hat uns auf diese Option hingewiesen", lobte Rieckhoff den Vereinsboss als Initiator. Der Aufsichtsrat habe der Verpflichtung des Chelsea-Sportchefs dann einstimmig mit 12:0 zugestimmt. Arnesens Kollege in Chelseas Scouting-Team, Lee Congerton, soll künftig "Technischer Direktor" bei den Hanseaten werden.

Ein Fingerzeig für Hoffmann

Rieckhoff wirkte selbstbewusst und souverän. Auch dass er noch einmal die schwere Niederlage mit der geplatzten Verpflichtung des DFB-Sportdirektors Matthias Sammer erwähnte, tat dem keinen Abbruch. Doch wer ist nun dieser Frank Arnesen?

Ist er die lange gesuchte sportliche Kompetenz, das fehlende Puzzlestück in den Führungsgremien des HSV? Oder haben die Räte sich gar von zwei glänzenden Verkäufern -  Hoffmann ist einer, Arnesen gilt ebenfalls als blank polierter Elder Statesman - einlullen lassen? Immerhin wird zeitnah auch über Hoffmanns Zukunft als Vorstandsvorsitzender (Vertrag läuft Ende 2011 aus) entschieden. Dass er den Deal eingefädelt hat, gilt als Fingerzeig für seine persönliche Zukunft. Vertragsverlängerung wahrscheinlich.

Wer ist Frank Arnesen?

Frank Arnesen, mit Vereinstiteln dekorierter, 52-facher dänischer Nationalspieler, machte als Sportdirektor des PSV Eindhoven, wo er zwischen 1994 und 2004 wirkte, auf sich aufmerksam. Er kann sich ans Revers heften, spätere Topstars wie Ronaldo und Romario auf dem Weg zu Weltruhm durchgeschleust zu haben.

Auch der jetzige HSV-Angreifer Ruud van Nistelrooy wurde an seiner Seite groß, ebenso Bayern-Star Arjen Robben. Nach einer kurzen Zwischenstation bei Tottenham Hotspur landete Arnesen 2005 zunächst als Nachwuchsleiter und Chefscout beim FC Chelsea, seit 2009 ist er dort Sportdirektor.

Tiefen Kenntnisse in internationalen Schlüsselländer

"Er hat weite und tiefe Kenntnisse in internationalen Schlüsselländern", rühmte Rieckhoff die Neuverpflichtung, das gelte selbstredend auch für den deutschen Markt. "Wir haben eigene Ressourcen, das wird sich gut ergänzen", schwärmte der Kontrollrat, hier würden sich zwei Schwergewichte auf Augenhöhe begegnen.

Über Arnesens Motivation, an die Elbe zu wechseln, wusste er zu berichten: "Der Reiz war, dass der HSV eine internationale Marke ist. Der HSV hat einen hohen Bekanntheitsgrad." Arnesen habe den HSV als "Sleeping Giant" bezeichnet.

Blog über den Mann, der Ronaldo zu PSV holte: Das ist Frank Arnesen

Arnesen, der fünf Sprachen spricht, war bei Chelsea keinesfalls unumstritten. Einst von Klubboss und Großspender Roman Abramowitsch inthronisiert, war es für Arnesen auch notgedrungen ein ständiger Spagat zwischen Investitionen im großen Stil und nachhaltiger Arbeit, von der auch der HSV in Zukunft profitieren will.

"Seine Arbeit ist in die Zukunft gewendet", verspricht sich Hoffmann vor allem eine Reanimierung des längst zum Politikum gewordenen Jugendinternats, das, ohne lange wirklich Früchte getragen zu haben, fünf Millionen Euro im Jahr schluckt. Hoffmann: "Er hat die Jugendakademie von Chelsea aufgebaut. Mehr als eine Handvoll überragender Nachwuchstalente haben er und sein Team hervorgebracht."

Rainer Bonhof berichtet nur Gutes

Auch Rainer Bonhof, zwischen 2006 und 2008 Chelsea-Scout, weiß im Gespräch mit SPOX über Arnesen, den er seit 31 Jahren kennt, nur Gutes zu berichten: "Frank ist ein Fußballverrückter. Sein Knowhow und seine weltweite Vernetzung werden dem HSV ungemein helfen. Er kann sehr wertvoll werden."

Doch ganz so weiß, wie die Hamburger sie verkaufen wollen, ist Arnesens Weste nicht. Während es nun explizit gewünscht ist, dass er als stiller Stratege eher hinter den Kulissen arbeitet, spotteten einige englische Sportjournalisten, er wäre eine graue Eminenz, jemand, der sich kaum zeigen und wenig reden würde, dafür eine ungleich gewichtigere Macht bei Chelsea gehabt hätte.

Bonhof hierzu: "Da wird er sich erstmal umgucken. Denn in Deutschland läuft der Austausch mit den Medien ja doch anders als in England. Da gibt es in der Woche einen einzigen Medientag. Das war's. Da wird er sich anpassen müssen."

Auch die Summe, die er für junge Talente weltweit ausgegeben habe, sei Kritikern zufolge aus einer anderen Welt gewesen. Im Jahr 2007 kam es schließlich bei der Verpflichtung des damals 16-jährigen französischen Supertalentes Gael Kakuta zu einem Fauxpas. Arnesen und Co. hatten gegen Transferbestimmungen der FIFA verstoßen. 2009 wurden dem FC Chelsea als Strafe sämtliche Transferaktivitäten bis Januar 2011 verboten, im Februar 2010 wurde das Urteil jedoch wieder aufgehoben.

74 Millionen Euro für Jugendakademie

"Arnesen hat Abramowitschs Geld für junge Talente so schnell ausgegeben, wie frisches Öl in der sibirischen Tundra quellt", schrieb damals ein bitterböser Kommentator. Und rechnete vor, Arnesen habe zwischen 2005 und 2009 rund 74 Millionen Euro für Spieler der Jugendakademie ausgegeben und keiner der Youngster hätte es in die erste Mannschaft geschafft.

Arnesens Ruf als Fachmann ist unbestritten, ebenso wie sein exzellentes Netzwerk im internationalen Fußball. Trotzdem sind die Zeugnisse der Beobachter gerade für seine Jugendarbeit beim FC Chelsea in der Regel zumindest ambivalent. Erschwerend kam damals allerdings hinzu, dass er sich phasenweise zwischen den starken Persönlichkeiten im Klub aufrieb.

Undurchsichtig etwa auch das Ränkespiel mit Jose Mourinho. Es ging um Kompetenzen und Hoheitsfragen in puncto Transfers. Mourinho verlor Abramowitschs Vertrauen und musste 2007 gehen.

Den HSV mit Chelsea zu vergleichen wäre sicherlich schief, denn die Hamburger sind auf "mittelfristige Planung", wie Hoffmann den Kurs beschreibt, angewiesen und können das Geld nicht mit vollen Händen ausgeben. Und so bilanzierte der Vorstandsboss euphorisch: "Es war ein guter Tag für den HSV, wir sind froh. Es war eine gute Entscheidung, die ausschließlich aus inhaltlichen Punkten getroffen wurde."

Lediglich Vorstandskollege Bastian Reinhardt war nicht zu sehen. Er wird sein Mandat im Sommer niederlegen und "entsprechende Aufgaben im sportlichen Bereich übernehmen", formulierte Rieckhoff noch ungenau das neue Betätigungsfeld des Sportchefs auf Abruf.

Hoffmann: "Arnesen steht für Kompetenz und Leidenschaft"

Hoffmann erklärte dann nochmal en detail das Einfädeln des Arnesen-Deals: "Ich kenne ihn lange. Er ist kein unbeschriebenes Blatt. Er steht für Kompetenz und Leidenschaft, für alles, was den Fußball ausmacht." Es wäre dann zwangsläufig gewesen, Rieckhoff zu informieren, dann habe der Aufsichtsrat übernommen.

Auch Trainer Armin Veh sei erfreut gewesen. Über dessen Zukunft über den Sommer hinaus ist ja noch nicht entschieden worden. Ob Arnesen in diese Personalie involviert sei? "Er beginnt bei uns im Juli", antwortete Hoffmann bissig. Wohlwissend, dass die Trainerfrage bis dahin nicht auf sich warten lassen kann, schließlich hängt an dieser auch die dringend benötigte Restrukturierung des Kaders. Kaum anzunehmen, dass der Strippenzieher aus London hier nicht mitmischen wird.

Der Hamburger SV im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung